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Treptitzer Sparfüchse sind ein Fall für die Wissenschaft

Treptitzer Sparfüchse sind ein Fall für die Wissenschaft

Sie sind Vorreiter und jetzt auch ein Objekt für die Wissenschaft - die Treptitzer und ihr Verein zur ökologischen Gewässerbewirtschaftung (VÖG). Weil sie mit ihrer selbst organisierten Abwasserentsorgung und der Wärmeversorgung Sieger beim Standortwettbewerb "Deutschland - Land der Ideen" in der Kategorie Umwelt wurden (wir berichteten), wurde das Leibniz-Institut auf den munteren Cavertitzer Ortsteil aufmerksam.

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Die Treptitzer haben Abwasserentsorgung und Wärmeversorgung selbst in die Hand genommen, derzeit entsteht eine Vererdungsanlage.

Quelle: Dirk Hunger (Archiv)

Treptitz. Von Jana Brechlin

 

"Wir sind von der Einrichtung als Forschungsobjekt für die nächsten Jahre ausgewählt worden", verkündete Tilo Sahlbach vom VÖG jüngst.

 

Tatsächlich will das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung das Beispiel Treptitz im Rahmen seines Leitprojektes "Innovationen in Landgemeinden" bis Ende 2018 näher untersuchen. In den nächsten Monaten sollen deshalb im Ort Befragungen durchgeführt und Veranstaltungen begleitet werden. Untersucht werden kreative Lösungen und innovative Projekte in strukturschwachen Regionen, die Orte lebenswert und sogar für neue Einwohner attraktiv machen. Nach Einschätzung des Institutes hat die sogenannte Innovationsforschung eine große gesellschaftliche Relevanz - und Treptitz ist dafür offenbar ein gutes Beispiel. "Interessant ist dabei die Frage, warum hat es hier geklappt, dass wir selber die dezentrale Abwasserentsorgung organisiert haben, und anderswo funktioniert das nicht", so Tilo Sahlbach. Anstatt ihr Schmutzwasser zentral klären zu lassen, entschieden sich die Treptitzer dafür, selbst zwei Anlagen zu bauen. Außerdem setzten sie auch bei der Wärmeversorgung auf eigene Wege, bauten ein eigenes Netz auf und schlossen ihre Haushalte an das Abwärmesystem der örtlichen Biogasanlage an. Und der Tatendrang im Ort scheint ungebrochen: Derzeit wird eine Vererdungsanlage gebaut, um anfallenden Klärschlamm deutlich zu reduzieren. "Damit liegen wir in den letzten Zügen", informiert Sahlbach. Als nächstes sei geplant, das Umfeld wieder herzurichten. Ende August, Anfang September soll die Anlage das erste Mal bestückt werden können.

 

Dass die Initiative der Einwohner weiter für Interesse sorgt, kann Tilo Sahlbach bestätigen. "Am Wochenende erst hatten wir Besucher aus dem Erzgebirge hier, die für ihren Ort ebenfalls die Abwasserentsorgung selber regeln wollen." Und gestern war der Ingenieur zu Gast beim Wissenschaftstag des Netzwerkes Energie und Umwelt und des Amtes für Wirtschaftsförderung in Leipzig, wo er die Treptitzer Lösungen vorstellen sollte. Im Fokus standen dabei Energie- und Umweltprojekte.

 

So groß das Interesse jetzt ist, der Weg zu funktionierenden Strukturen war für die Mitglieder des VÖG nicht immer einfach. Das wurde kürzlich auch bei dem Informationsabend zur Bürgermeisterwahl deutlich. Man wünsche sich Unterstützung von der Politik, wenn Einwohner schon selbst die Initiative ergreifen, so lautete eine wiederholte Forderung.

 

Dass diese Erfahrung auch andere Akteure machen, haben die Treptitzer beim Treffen der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" erfahren: Es sei meistens so, dass neue Wege steinig sind, so das Ergebnis vieler Gespräche mit anderen Wettbewerbsteilnehmern. Doch schließlich gebe der Erfolg den Initiatoren Recht. Dass die Wahl des Leibniz-Institutes bei der Suche nach einem Forschungsobjekt auf Treptitz gefallen ist, bestätigt das ebenfalls.

Brechlin, Jana

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