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Über 100 Jahre altes Tagebuch bei Herbstmesse in Schweta präsentiert

Über 100 Jahre altes Tagebuch bei Herbstmesse in Schweta präsentiert

Vorsichtig streicht Lyan mit dem Pinsel über den Stern, der auf einer Seite einer Kartoffel aus deren Fleisch herausgeschnitten wurde. Gelb leuchtet der. Dann drückt das achtjährige Mädchen den Kartoffelstempel auf ein Lesezeichen aus weißem Papier.

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Dieses Schild, welches Lokführer Michael Otto und seine drei Nachwuchsschaffner hier präsentieren, hängt künftig in Schweta.

Quelle: Dirk Hunger

"Gut drücken", ermutigt Uta Grandl, die Leiterin der Mügelner Kita Sonnenblume das Mädchen.

 

Die Erzieherinnen der Kita haben beim Schwetaer Herbstfest die Bastelstraße organisiert. Plin, Lyan's Schwester, macht es ihrer Schwester nach. Während die beiden Mädchen mit ihrer Bastelarbeit beschäftigt sind, erzählt ihre Patentante Doris Ring, dass die kurdischen Migrantenkinder begeistert von den vielen Angeboten beim Schweta-Fest sind: Sie waren beim Drachensteigen dabei, haben sich Kutschen und Oldtimertraktoren angeschaut, Kürbismännchen gebastelt, brachten mit ferngesteuerten Spielzeugtraktoren als Bauer die Maisernte ein und kletterten auf Strohballen herum. Da habe sich íhr Weg von Grimma auf alle Fälle gelohnt. "Das Schönste war aber, dass wir mit der Schmalspurbahn fahren konnten", fügt Doris Ring hinzu. Dann kann sie vor Begeisterung nicht inne halten. "Das ist einfach ganz große Klasse, was die Vereine, die Gewerbetreibenden, jeder der an der Organisation beteiligt war, hier alles auf die Beine gestellt haben!"

 

Während die Grimmaer Besucher weiter über das Gelände schlendern und auf Entdeckungssuche sind, kommt Unruhe bei den Organisatoren um Bernhard Maluck auf. Ein Blick zur Uhr verrät, dass der "Wilde Robert" in wenigen Minuten mit gewichtiger Fracht an der Schwetaer Bahnstation halten wird. Er bringt, getragen von zwei kleinen Nachwuchs-Schaffnern in historischer Uniform, das Dampfbahnroutenschild für den Schwetaer Gasthof mit. Zugführer Michael Otto sorgt freundlich dafür, dass der Dampfzug nicht eher wieder den Haltepunkt in Richtung Oschatz verlässt, bis alle Hobbyfotografen von Schweta das Dorfereignis des Jahres im Bild für die Nachwelt festgehalten haben. Zum Festakt anlässlich des Mügelner Bahnhofsjubiläums war das Schild schon durch die Döllnitzbahn GmbH überreicht worden.

 

Doch an diesem Nachmittag inszenieren die Schwetaer das offizielle Anbringen der Tafel mit Posaunenklängen, Festreden und historischen Erinnerungen an die erste Dampflok, die an der Bahnstation ihres Ortes einfuhr. "Das war am 12. September 1884, ein Jahr zuvor, ehe offiziell die Bahnstrecke in Betrieb genommen wurde", erzählt Eberhard Deuse. Er und seine zwei Brüder müssen es wissen. Ihr Urgroßvater Robert Schneider beschrieb in seinem Tagebuch die Lokankunft. Aus dem kleinen, inzwischen vergilbten Büchlein, werden Schneiders Worte durch Gotthard Deuse zitiert. Sie sind auch auf dem neuen Dampfbahnroutenschild am Schwetaer Gasthof künftig für jedermann nachzulesen. Eberhard Deuse selbst kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, als gerade im Herbst der Wilde Robert für die Bauern im Ort ein bedeutendes Transportmittel darstellte. "In Schweta gab es früher eine Verladerampe. Mit dem Pferdewagen brachten Bauern die Rüben oder Kartoffeln hierher, um sie zu verladen und weiter zu schicken. Ich habe das als Kind noch erlebt", erzählt Eberhard Deuse. Nicht umsonst haben der Heimatverein Mogelin und andere private Sammler auch Kutschen und Wagen, wie einen Viehtransporter, beim Herbstfest ausgestellt. So schließt sich der Kreis, werden dörfliches Leben von einst und Kreisläufe nachvollziehbar. Und wenn dann wie am Sonntagmorgen noch Kartoffeln wie einst auf einem extra für das Herbstfest bestelltem Acker gerodet werden, dann rundet dies das gelungene Fest ab.

Bärbel Schumann

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