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Überschäumende Kneipenszene

Überschäumende Kneipenszene

Goldene Zeiten für alle Durstigen, Hungrigen und Vergnügungssüchtigen: Oschatz hatte einst eine überschäumende Kneipenszene. In einem 564 Seiten dicken Wälzer erinnert Dr. Manfred Schollmeyer an die Blütezeit der Gastronomie vor einem reichlichen Jahrhundert und das darauf folgende langsame Verwelken.

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Dr. Manfred Schollmeyer hält sein neues Buch in den Händen.

Quelle: Dirk Hunger

"Ich ziehe den Hut vor Ihnen, dass Sie den Mut hatten, sich diese riesige Arbeit auf den Tisch zu ziehen", sagte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) zur Buchpräsentation am Mittwochabend im Thomas-Müntzer-Haus. Seit 2008 arbeitet Dr. Manfred Schollmeyer an seinem Buch "Cafés, Hotels, Gastwirtschaften, Kneipen und Spelunken", das in der Reihe "Oschatzer Ansichten" erscheint. Offenbar hat er damit den Nerv der Oschatzer Heimatfreunde getroffen. Über 130 Gäste verfolgten am Mittwochabend die Präsentation der Neuerscheinung mit 564 Seiten, 902 Abbildungen und einem Gewicht von 1,8 Kilogramm.

 

In vier Kapiteln beleuchtet Schollmeyer die Entwicklung der Konditoreien und Cafés, der Gasthöfe, Herbergen und Hotels, der Gastwirtschaften, Kneipen und Spelunken sowie schließlich die aktuelle Situation der Oschatzer Gastronomie. In den ersten drei Kapiteln steht die Zeit von 1842 bis 1945 im Mittelpunkt. Mit 64 Gastwirtschaften hatte die Oschatzer Kneipenszene im Jahr 1878 ihren absoluten Höhepunkt erreicht. Danach ging es langsam - aber stetig - bergab.

 

Dem Autor ist der Spagat zwischen dem faktenreichen Schildern des Werdegangs jeder einzelnen Gastwirtschaft und dem Erzählen amüsanter Anekdoten geglückt. Am Mittwochabend stellten die Mitglieder des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins Gabriele Teumer und Reiner Scheffler einige der unterhaltsamsten Blüten der Oschatzer Kneipenszene vor. Beispielsweise muss es im "Gasthaus Deutsches Haus" an der Ecke Bahnhofstraße und heutige Friedensstraße vor 100 Jahren wild zugegangen sein. Von bordellähnlichen Zuständen im Weinzimmer des Hauses wurde berichtet. Das war den biederen Stadtvätern ein Dorn im Auge, die dem wüsten Treiben mit einem ungewöhnlichen Vorschlag ein Ende bereiten wollten. Dem Wirt wurde geraten, die Türen auszuhängen und die Wände teilweise durch Glasscheiben zu ersetzen, um auf diese Weise die Durchsicht in dem zwielichtigen Lokal zu verbessern.

 

Auch die Gastronomie in den Stadtteilen von Oschatz wird vorgestellt. Mit einer grausigen Begebenheit sticht die Schmorkauer Schänke hervor. Am 5. Juni 1803 wurde hier die tote Wirtin Eva Maria Krause mit 33 Wunden entdeckt - ermordet mit einem Beil.

 

iDas Buch kann für 25 Euro in der Oschatz-Information und in der Buchhandlung Roscher gekauft werden.

Frank Hörügel

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