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Oschatz Üble Überraschung bei Rückkehr aus dem Urlaub
Region Oschatz Üble Überraschung bei Rückkehr aus dem Urlaub
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14:53 11.09.2018
Petra Rochner kämpft mit  Wasser unbekannter Herkunft auf ihrem Grundstück Quelle: Foto: Axel Kaminski
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Borna

Wer möchte nicht gern seine Urlaubsreise verlängern? Doch Zuhause ist es ja auch ganz nett – es sei denn, man erlebt so eine Überraschung wie Petra Rochner aus Borna.

Als sie am 29. Juli aus dem Urlaub zurück kam, stand das Wasser im Keller ihres Hauses sieben Zentimeter hoch. Damit nicht genug. Als sie es abpumpte, musste sie feststellen, dass immer wieder Wasser nachlief. Die Bornaerin nutzte das in diesem Sommer meist leer stehende 1000-Liter-Regenwasserfass am Fallrohr, um sich einen Überblick über die zulaufende Menge zu verschaffen. Diese lag bei rund 600 Liter – täglich. Da Pool und Regenfässer nun gefüllt waren, blieb Petra Rochner nichts weiter übrig, als das Wasser in die Kanalisation zu pumpen.

Schade ums Wasser, denn dem ersten Anschein nach handelte es sich zumindest um sauberes Wasser. Eine Analyse, die die Bornaerin auf eigene Kosten bei einem Fachlabor anfertigen ließ, ergab später, dass es sich tatsächlich um Trinkwasser handele.

Eine Woche nach dem Anruf beim Wasserversorger Oewa wurde die Zuleitung zum Grundstück erneuert. Das Problem konnte damit nicht behoben werden. Das teilte Petra Rochner der Oewa am 15. August mit. Ebenso, dass sie nicht akzeptiere, dass diese ihre Zuständigkeit für beendet erklärte, da kein Defekt festzustellen sei.

Trotz Hitze: Angst vor dem ersten Frost

Schon nach dem ersten Abpumpen hatte die Bornaerin an der alten Wasserleitung geschachtet. Dort konnte sie feststellen, dass etwa in einer Tiefe von 1,90 Meter Wasser stand. Im Brunnen wenige Meter weiter ist das Wasser erst in einer Tiefe von 5,80 Meter anzutreffen. Defekte auf ihrem Grundstück schloss Petra Rochner aus. Drei Tage lang hatte sie den Haupthahn gesperrt – ohne Änderung des Zuflusses auf ihr Grundstück. Der Wasserspiegel im Pool sank zwar, aber lediglich in einem Maße, wie man es bei diesen Temperaturen erwarten konnte und deutlich unter 600 Litern pro Tag.

Mittlerweile machte sich Petra Rochner trotz sommerlicher Temperaturen Gedanken über den Winter. Wie soll es weitergehen, wenn die Ursache des beständigen Wasserflusses nicht gefunden wird? „Wenn der Frost kommt, kann ich meine Pumpe nicht mehr einsetzen“, schildert sie ihre Ängste.

Wasser fehlt niemandem

Nachdem die Oewa und der Wasserverband Döbeln-Oschatz tagelang untätig blieben beziehungsweise Petra Rochner keine Informationen zukommen ließen, wusste sie nicht mehr, wer ihr Problem lösen könnte und wollte. Beim Landratsamt und der Gemeinde Liebschützberg hatte man ihr zugehört und die zuständigen Körperschaften empfohlen. Diese Kontakte endeten jedoch in der beschriebenen Sackgasse. Niemand fühlte sich für eine Überprüfung der Leitungen oder eine Suchschachtung außerhalb des Grundstückes von Petra Rochner zuständig, da niemand Wasser vermisste. Man riet ihr, einen Sachverständigen zu suchen. Aber was sollte der herausfinden, wenn nicht geschachtet wird?

Feuchtigkeit direkt unter dem Pflaster im Hof

Nachdem die Bornaerin mehrere Tage nichts von der Oewa gehört hatte, stand deren Fahrzeug am 31. August in der Straße. Wie sie erfuhr, sollte ein Problem im gegenüberliegenden Grundstück behoben werden. Dass damit auch ihre „Quelle“ versiegen sollte, hätte sie gern geglaubt, auch wenn dieses Grundstück tiefer liegt als ihres. Tatsächlich hatte ihre Pumpe weiterhin 600, teils sogar 700 Liter pro Tag zu bewältigen. Mittlerweile war nicht nur die früher für den Kohlevorrat genutzte Grube im Hof feucht. Die Feuchtigkeit lag auch unmittelbar unter den Pflastersteinen im Hof an. Am 3. September war der Abwasserverband im Ort und führte eine Kanalbefahrung durch. Daraus ließen sich keine Erkenntnisse für das Wasser auf Petra Rochners Grundstück gewinnen, von der Oewa gab es dazu nur ein Schulterzucken.

Oewa weist Vorwurf der Untätigkeit zurück

Den Vorwurf der Untätigkeit will die Oewa nicht auf sich sitzen lassen. Wie Tina Stroisch, Leiterin der Unternehmenskommunikation, mitteilt, habe Petra Rochner die Firma am 3. August über einen Wasseraustritt an ihrem Kellereingang informiert. Da ein leichter Druckabfall festgestellt worden sei, habe man den Hausanschluss umgehend nach dem Wochenende am 6. und 7. August erneuert. Nach der Erneuerung sei am Anbindepunkt alles trocken gewesen. Am 16. August sei der Oewa erneut ein Wasserproblem gemeldet worden. Daraufhin habe das Unternehmen auch alle umliegenden Hausanschlüsse auf Dichtigkeit geprüft, Durchflussmessungen in der Oschatz Straße durchgeführt und ebenfalls mit dem SV Borna wegen der Beregnungsanlage am Sportplatz gesprochen. Diese Prüfungen hätten ergeben, dass hier alles in Ordnung und trocken sei.

Versorger sieht Ursache als geklärt an

Die Oewa hält den bereits erwähnten und am 31. August reparierten Rohrschaden auf einem Grundstück in der Nähe von Petra Rochners Haus für den möglichen Auslöser der Durchnässung. „Wir stehen diesbezüglich in Kontakt mit Frau Rochner und werden am Wochenende (8. September/ d.A.) nochmals vor Ort eine Prüfung vornehmen“, teilt Tina Stroisch mit. „In der Nacht vom 4. zum 5. September haben unsere Kollegen bereits eine Nachtverbrauchsmessung vor Ort durchgeführt. Gemessen wurde hierbei geringe Trinkwasser-Abnahme von nur ca. 90 Litern pro Stunde – Wasser, das gewöhnlicherweise über Spülkästen, tropfende Wasserhähne, Sicherheitsventile und der Gleichen verschwindet“, ergänzt sie die Aufzählung der Aktivitäten der Firma.

Die Wende in diesem Wasser-Fall gab es am 6. September. So plötzlich wie das Wasser kam, versiegte es nun auch. Ohne den Grund für das eine oder das andere zu kennen, kann das Petra Rochner kaum beruhigen. Ihr bleibt die Ungewissheit, ob sich so ein Vorfall wiederholen könnte. Für die Oewa ist die Ursache klar: der von ihr am 31. August behobene Rohrschaden. „Unsere Kollegen haben dort Röhren von der grabenlosen Verlegung der Gasleitung vorgefunden, über die sich das Wasser verteilt haben dürfte", erläutert Tina Stroisch.

Von Axel Kaminski

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