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Oschatz Umbau Oschatzer Platsch-Bad: Finanzierung wackelt noch
Region Oschatz Umbau Oschatzer Platsch-Bad: Finanzierung wackelt noch
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00:34 18.03.2018
Der Rutschenturm des Platschbades. Er wird im Zuge der Umbauarbeiten verschwinden. Dafür soll eine Kegelbahn gebaut werden Quelle: Fotos/Montage: H. Rösner, A. Kempner, D. Hunger (Archiv)
Oschatz

Der geplante Umbau des Platschbades wird gefördert – allerdings nicht in dem Umfang und zu den Voraussetzungen, mit denen die Kämmerei im Rathaus ursprünglich gerechnet hat. Das verkündete Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) am Mittwochabend offiziell im Stadtrat. Eine Schließung des Bades ist so vorerst vom Tisch.

Seit geraumer Zeit schon beabsichtigt die Stadt, ihre im Jahr 1998 als Freizeit- und Erlebnisbad eröffnete Einrichtung der Oschatzer Freizeitstätten GmbH bedarfsgerecht umgestalten. Das bedeutet, den Schulschwimmsport, diverse Kursangebote, Saunalandschaft, das 25-Meter-Schwimmbecken und einen kindgerechten Nichtschwimmerbereich zu erhalten. Hintergrund ist, dass der städtische Zuschuss zum Betrieb von mittlerweile fast 900 000 Euro jährlich nicht mehr gestemmt werden kann. Dazu haben auch die unter den Erwartungen und Kalkulationen gebliebenen Besucherzahlen beigetragen.

Kegelbahn hat Priorität

Abstimmungen mit dem Sächsischen Wirtschaftsministerium verzögerten das Projekt. Der geplante Umbau zur „multifunktionalen Freizeiteinrichtung“ mit Kegelanlage und Übernachtungsmöglichkeiten kann nun erfolgen – allerdings nur, wenn die Verwaltung das Innenleben der zusätzlichen Gebäudeteile anderweitig finanziert. „Wir bekommen Mittel aus dem beantragen Förderprogramm – jedoch nur für den Rohbau. Alles weitere müssen wir alternativ finanzieren, weil es die Förderkriterien nicht erfüllt.“

Ursprünglich hatte man gehofft, das gesamte favorisierte Vorhaben mit einer 90-prozentigen Förderung umsetzen zu können. Der erhöhte Bedarf an eigenem Geld umfasst rund eine Million Euro. Diese Summe kann die Stadt nicht aus eigener Kraft aufbringen. Das heißt, dass die Verwaltung für den Innenausbau der Kegelbahn versucht, andere Fördertöpfe mit sportlichem Schwerpunkt anzuzapfen und das genau wie die zusätzlichen Übernachtungsmöglichkeiten aufschiebt – aber nicht gänzlich fallen lässt. „Die Kegelbahn für Wettkampf- und Freizeitsportler als Ersatz für die marode Anlage am Wellerswalder Weg hat für uns Priorität“, so Andreas Kretschmar.

Keine Abstriche bei anderen Vorhaben

Der Eigenanteil für den Innenausbau der Kegelbahn kann aus Gewerbesteuernachzahlungen in Höhe von 400 000 Euro finanziert werden. „Wir müssen an keiner anderen Stelle Abstriche machen, um uns das leisten zu können und sind auch nicht darauf angewiesen, für den Badumbau einen Kredit aufzunehmen“, so der Oberbürgermeister. Er reagiert damit auf Meinungen, die noch am Abend der Sitzung in sozialen Netzwerken geäußert wurden. Auch die Fördermittelbindung für den ursprünglich errichteten Baukörper sei dadurch nicht in Gefahr, betonte er auf Nachfrage. Detailliert darlegen wird die Verwaltung das Vorgehen am 28. März beim Oschatzer Gespräch.

Diese neuen Voraussetzungen bedeuten einen neuen Zeitplan für das Projekt. Vorausgesetzt, die beantragten Fördermittel für den Rohbau fließen, könne nach Ausschreibung und Vergabe Endes des Jahres mit dem Bau begonnen werden.

Von Christian Kunze

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