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Umgestaltung des Landpostdienstes

Umgestaltung des Landpostdienstes

Bei der Umgestaltung des Landpostdienstes im Jahre 1881 wurden im Oberpostbezirk Leipzig 19 Posthülfsstellen zur Unterstützung des Landpostdienstes geschaffen.

Die Posthülfsstelle Naundorf war dem Postamt Oschatz untergeordnet. Der Geschäftskreis der Briefsammelstelle erstreckt sich zunächst nur auf den Postannahmedienst. Die Zustellung in Naundorf erfolgte durch den Oschatzer Landbriefträger. Am Montag, dem 16. Mai 1881 wurde in Naundorf die kaiserliche Posthülfsstelle eröffnet. Hervorgegangen war sie aus der ehemaligen Briefsammelstelle Naundorf. Kaiserlicher Briefsammler war Karl Ehregott Wittich (5.10.1836 - 22.2.1899). Die Posthülfsstellen stellten Einrichtungen der damaligen kaiserlichen Deutschen Reichspost dar, die an Privatleute im Ort vergeben wurden, um den Postdienst auf dem flachen Land zugänglich zu machen. Die Posthülfstellen besorgten die Abgabe von Postwertzeichen und Formblättern, sowie die Annahme von Briefen und Paketen. Für die Bewohner des flachen Landes war es eine Erleichterung, im Ort ihre Briefe und Pakete abgeben zu können.

 

Posthülfsstelleninhaber waren vereidigte Beamte im Ehrenamt auf Widerruf. Die Inhaber führten die Amtsbezeichnung Posthalter. Sie trugen keine Uniformen, erhielten eine Armbinde oder eine Dienstmütze, die sie mindestens beim Postdienst zu tragen hatten. Sie hatten keine geregelten Dienststunden. Die Entgegennahmen von Postanweisungen, Einschreib- und Wertsendungen war lediglich Vertrauenssache des Absenders zum Inhaber der Posthülfsstelle. Der Posthülfestelleninhaber übergab die eingelieferten Sendungen dem Landbriefträger aus Oschatz oder den Ort berührenden Postkutschen. Die Posthülfsstelleninhaber nahmen die Sendungen für ihre Postkunden in Empfang. Diese Postsendungen wurden von den Empfängern selbst abgeholt. Hier war auch bis 1920 die Zeitung abzuholen.

 

Erst 1888 begann man, vom Posthülfsstelleninhaber die Post ein- oder zweimal die Woche austragen zu lassen. Das dabei kassierte Bestellgeld durfte der Posthülfsstelleninhaber behalten und sollte als Entschädigung für seine Mühen ausreichend sein. Ab 1. Juli 1888 erhielt der über vier Jahre im Dienst stehende Posthilfsbote eine Zulage von 25 Pfennigen pro Tag. Das tägliche Gehalt eines Briefträgers um 1895 betrug etwa 1,65 Mark.

 

Am Freitag, dem 15. Januar 1885 fuhr die Postkutsche zwischen Mügeln und Oschatz ein letztes Mal. Auch die Klänge des vertrauten Posthorns durch den Postillion Ernst Moritz Hering (genannt Heinicke, gestorben 1925 in Oschatz) hörte man ein letztes Mal. Wehmütig, doch zugleich erfreut winkten einige Naundorfer der Postkutsche zu. Kinder rannten noch ein Stück nebenher.

Claus Schimmel

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