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Oschatz Unbekannte randalieren am Wüsten Schloss bei Oschatz
Region Oschatz Unbekannte randalieren am Wüsten Schloss bei Oschatz
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16:58 04.01.2016
Die malerische Ruine auf dem Mittelalter zieht regelmäßig  nicht nur Geschichtskenner, sondern auch Randalierer an. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

 Das Wüste Schloss vor den Toren von Oschatz ist so etwas wie Akropolis für Athen. Aus ein paar Ruinen lässt sich schemenhaft eine vergangenen Kultur nachzeichnen. Dabei bleiben die imposanten Mauerreste von Wüsten Schloss nach wie vor Geheimnis umwittert. Sie ziehen jährlich zahlreiche Touristen an, aber auf Grund seiner Abgeschiedenheit am Rande des Stadtteils Fliegerhorst finden sich hier in regelmäßigen Abständen auch Randalierer ein. Der jüngste Fall wurde zwischen Weihnachten und Neujahr bekannt. Bei einem Spaziergang machten die beiden Oschatzer Heimatfreunde Gabi und Mario Teumer eine unliebsame Entdeckung. Randalierer hatten die Informationstafeln in dem dortigen Pavillon mit verfassungswidrigen Symbolen und merkwürdigen Kürzeln verschandelt. Außerdem wurde eine Infotafel gänzlich abgerissen und war auch anschließend nicht mehr auffindbar.

Mit diesen Informationstafeln soll dem Besucher die Geschichte des Wüsten Schlosse näher gebracht werden. Die Schilder wurden schon mehrfach das Ziel von unbekannten Randalierern. Quelle: Dirk Hunger

Für die Mitglieder des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins ist die Beschädigung der Informationstafeln ein herber Rückschlag. Der Verein hatte sich vor einigen Jahren dafür eingesetzt, dass die historischen Ruinen vom Wüsten Schloss auch für unkundige Besucher erlebbar gemacht werden.

Bis jetzt ist es nämlich rätselhaft, was es mit dem Wüsten Schloss bei Oschatz auf sich hat. Historiker haben in alten Urkunden herausgefunden, dass die Anlage ab 1211 gebaut wurde. Allerdings sind sich die Experten einig, dass die Gebäudeanlage nie fertig gestellt wurde und nur teilweise genutzt wurde.

Erste dokumentierte Ausgrabungen stammen aus den Jahren zwischen 1903 und 1907. Zuletzt hat der renommierte sächsische Archäologe Reinhard Spehr in den 90er Jahren die Anlage ergraben und dabei herausgefunden, dass das Wüste Schloss ein Wasserhäuschen besaß und damit an die Architektur des südlichen Europas anknüpft. „Die Bedeutung des Wüsten Schlosses kann nicht überschätzt werden“, betonte unlängst Wolfgang Ender, Referatsleiter beim Landesamt für Archäologie.

Aus diesem Grund finanzierte die Stiftung der Sparkasse Torgau-Oschatz vor einigen Jahren die Informationstafeln vor Ort. Das letzte Mal wurden die Schilder im Sommer 2012 beschädigt, als die Aufsteller verbogen und die Tafeln zerschlagen worden. Jetzt sollen die neuen Schmiererein entfernt werden. Ob es Geld für neue Tafeln gibt, ist noch unklar.

Von Hagen Rösner

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