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Oschatz Unbekannte stehlen in Oschatz fünfzig Rosenstämme
Region Oschatz Unbekannte stehlen in Oschatz fünfzig Rosenstämme
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06:00 04.07.2017
Wolfgang Müller zeigt eine der abgerissenen Rosenblüten. Mehr ist von den geklauten 50 Rosenstämmen auf dem Feld bei Striesa nicht übrig. Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz/Striesa

„Sag mir, wo die Blumen sind“, sang Marlene Dietrich im Jahr 1962. Wo rund 50 seiner Rosenstämme abgeblieben sind, möchte Wolfgang Müller 55 Jahre später wissen. Der Senior-Chef der Baum-und Rosenschule Müller in Oschatz ärgert sich über einen besonders dreisten Diebstahl: Am vergangenen Wochenende drangen Unbekannte in das umzäunte Rosenfeld des Unternehmens bei Striesa ein, entwendeten zahlreiche Rosenpflanzen und verschwanden damit auf Nimmerwiedersehen.

Wolfgang Müller deutet auf einen niedergedrückten Maschendrahtzaun, der das Feld in Richtung Collm abgrenzt. Dahinter liegen vereinzelte abgerissene Rosenblüten und andere zertrampelte Pflanzenteile. „Hier sind sie eingestiegen“, sagt er und schüttelt mit dem Kopf. „Das ist eine neue Dimension an Dreistigkeit“, konstatiert der Unternehmer. Am Montagmorgen, um 7 Uhr bemerkte Mitarbeiter Ronny Straube den Diebstahl und informierte seinen Chef. Am Freitagnachmittag, um 15 Uhr war zuletzt ein Mitarbeiter auf dem Feld. In diesem Zeitraum ist die Tat geschehen.

In dem Vierteljahrhundert, das Müllers nun schon im Rosenzuchtgeschäft in der Region tätig sind, sei es immer wieder vorgekommen, dass Rosenstämme geklaut wurden. Mal zehn, mal 20 oder mal 30 Stück. Aber so viele wie dieses Mal seien es noch nie gewesen. „Ich habe noch keinen Gesamtüberblick. Ich gehe aber davon aus, dass mindestens 50 unserer Pflanzen fehlen“, sagt Wolfgang Müller. Er beziffert den Wert der fehlenden Rosen auf rund 1000 Euro. Das sei kein harmloser Streich mehr, da stecke Vorsatz dahinter. Aufgrund der Tatsache, dass gezielt unterschiedliche Arten von Rosen mitgenommen worden, vermutet Müller, dass die Diebe mit der Beute ein Geschäft machen wollen. „Für den eigenen Garten nimmt keiner so viel mit“. Jedoch bezweifelt er, dass die Langfinger etwas mit den Pflanzen anfangen können. „Die werden sowieso eingehen“, ist er überzeugt und ergänzt: „Zu dieser Jahreszeit schaffen es die Pflanzen nicht, zu überleben, wenn sie einmal umgesetzt werden.“

Für Wolfgang Müller ist mit dem aktuellen Diebstahl eine Grenze überschritten. Den Verlust kann er nicht ohne Weiteres kompensieren, schließlich beliefert die Rosenschule Kunden in der gesamten Bundesrepublik. Deshalb hat er die Tat zur Anzeige gebracht und möchte aufmerksame Mitmenschen belohnen. „Zielführende Hinweise zum Verbleib der Rosenpflanzen und den Tätern belohnen wir mit einer Prämie von 300 Euro“, verspricht er. Besserer Schutz vor solchen Aktionen könnte ein massiverer Zaun bieten. Einen solchen anzuschaffen, sei aber nicht praktikabel für die Rosenzucht. „Da wir für die Rosen qualitativ hochwertigen, jungfräulichen Boden brauchen, wechseln wir die Flächen sehr oft. Eine solche Investition ist da hinderlich. Die derzeitige Einfriedung ist dafür geeignet, Wildtiere von den Rosen fern zu halten.“

Ein weiterer Diebstahl ereignete sich vergangene Woche in Oschatz. Fremde drangen auf das Gelände der Kita Spatzennest im Fröbelweg ein und nahmen zwei Sonnensegel mit, ein grünes, zweimal vier Meter und ein gelbes, viermal vier Meter. Die Haltegurte wurden abgeschnitten. Womöglich gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten. Haben die Rosendiebe womöglich die Sonnensegel genutzt, um ihre Beute zu transportieren?

Von Christian Kunze

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