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Oschatz Unfalldrama auf der B6: Zehnjähriges Mädchen stirbt
Region Oschatz Unfalldrama auf der B6: Zehnjähriges Mädchen stirbt
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18:16 20.10.2015
Der BMW wurde durch den Aufprall gegen eine Baumgruppe über die Bundesstraße auf ein angrenzendes Feld geschleudert. Quelle: Frank Schmidt
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Kühren/Luppa

Dramatische Szenen spielten sich am Rand eines schweren Unfalls ab, der sich am Dienstagvormittag an der Kreisgrenze zu Nordsachsen im Wurzener Ortsteil Kühren ereignete. Die Mutter einer tödlich verletzten Zehnjährigen erlitt einen schweren Schock. Es war ein unheimliches Bild, das sich am späten Vormittag auf der B 6 zwischen Luppa und Kühren bot. Auf rund 50 Meter Länge lagen auf und neben der Straße, ein Rucksack, eine Decke, Schulhefte, eine Warnweste und jede Menge Plasteteile verstreut. Am Anfang dieses Trümmerfeldes lagen das rechte  Hinterrad und die Heckklappe eines Autos neben einer Baumgruppe, die deutliche Spuren eines Aufpralls zeigte. Der verunglückte  BMW stand mehr als zehn Meter entfernt vom rechten Fahrbahnrand im Feld. Das Mädchen ist noch an der Unfallstelle gestorben – ihr achtjähriger Bruder ins Krankenhaus gebracht worden – er schwebte am Dienstagnachmittag noch in Lebensgefahr, teilte die Polizeidirektion Leipzig mit.

Auf der Bundesstraße 6 zwischen Kühren und Luppa hat sich am Dienstagvormittag ein tragischer Unfall ereignet.

Die 26-Jährige Fahrerin des BMW aus dem Altkreis Kamenz hatte gegen 10 Uhr, kurz bevor die Bundesstraße auf einer Kuppe in den Wald führt, einen litauischen Lkw überholt und beim Einordnen die Kontrolle über ihr Auto verloren, rekonstruierten die Experten. Dabei prallte der BMW nach Angaben der Polizei mit dem Heck gegen mehrere Bäume. Von dort aus war das Auto etwa 50 Meter über die Bundesstraße geschleudert und habe sich mehrfach gedreht, bevor es eine knapp zwei Meter hohe Böschung hinab gefahren sei.

Zu diesem Zeitpunkt sei bereits eines der beiden Kinder vom Rücksitz des BMW aus dem Auto geschleudert worden. Die Besatzung des ersten aus Richtung Kühren am Unfallort eintreffenden Fahrzeuges (ein im saarländischen Kreis St. Wendel zugelassener Laster), leistete Erste Hilfe. Den Tod des Mädchens konnten sie jedoch nicht verhindern. Der achtjährige Sohn der BMW-Fahrerin, der aus dem Auto geschleudert worden war, wurde mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Fahrerin selbst war laut Polizei äußerlich unverletzt, stand aber unter einem schweren Schock und verharrte noch längere Zeit im Wrack. Neben den Polizeikräften, Notarzt und Rettungssanitätern waren zwei Notfallseelsorgerinnen im Einsatz. Sie betreuten die junge Mutter und den später an die Unfallstelle geholten Vater des verstorbenen Kindes. Immer wieder suchte die Mutter schreiend und weinend die Nähe zu ihrer Tochter und musste beruhigt werden. Dramatische Szenen ereigneten sich auch, als Seelsorger die Frau vom Wagen wegführen mussten, damit die Unfallaufnahme beginnen konnte.

Die Bundesstraße macht an der Unfallstelle eine leichte Linkskurve. Wegen der Kuppe im weiteren Straßenverlauf zeigen nach der Kurve mehrere Pfeile auf der Fahrbahn an, dass man sich hier rechts einordnen und nicht mehr überholen soll. Der Unfalldienst der Polizei schloss vor Ort aus, dass es eine Berührung zwischen dem BMW und dem Lkw gegeben haben könnte. Vielmehr interessierte die Beamten die Frage, mit welcher Geschwindigkeit die BMW-Fahrerin unterwegs war. Einige Indizien ließen darauf schließen, dass sie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte. Staatsanwaltschaft und Verkehrsunfalldienst ermitteln. Ein Dutzend Polizeibeamte waren damit beschäftigt, den Unfall aufzunehmen. Für eine Rekonstruktion sind Experten der DEKRA hinzugezogen worden. Die Unfallstelle ist für mehrere Stunden voll gesperrt gewesen, der Verkehr ist weiträumig umgeleitet worden.

Axel Kaminski und Frank Schmidt

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