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Oschatz Untersuchungen an der Badergasse in Oschatz belegen einen Brand
Region Oschatz Untersuchungen an der Badergasse in Oschatz belegen einen Brand
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15:39 04.12.2018
In der Vorwendezeit war dieses Areal in der Badergasse noch bebaut. Dietmar Schmidt von der Oschatzer Wohnstätten zeigt Archäologe Volkhard Hirsekorn, wo sich die Gebäude befunden haben. Quelle: Hagen Rösner
Oschatz

Die Oschatzer Wohnstätten GmbH plant am Knick Badergasse, An der Döllnitz und Am Mühlgraben ein modernes altersgerechtes Mehrfamilienhaus zu errichten. Die Vorarbeiten sind angelaufen, zahlreiche Bohrpfähle wurden gesetzt und teilweise Schotter aufgefüllt. Bei den Arbeiten wurde weitestgehend vermieden tiefer in den Boden zu graben. Nur an der Stelle, wo sich künftig der Fahrstuhlschacht befinden wird, ging es etwa einen Meter tief in den Untergrund – für Oschatzer Geschichtsinteressierte und für die Dresdener Archäologen öffnete sich ein Guckloch in die Vergangenheit.

„Auf dieser kleinen Fläche haben wir keine große Ausgrabung gemacht, sondern die Befunde, die angetroffen wurden aufgenommen und an ein paar Stellen sondiert, um ein Bild von der historischen Situation zu bekommen“, schildert Archäologe Volkhard Hirsekorn, der vor Jahren schon eine andere archäologische Sondierung in Oschatz betreut hat. Er präsentierte jetzt Marc Etzold und Dietmar Schmidt von den Oschatzer Wohnstätten sowie dem Oschatzer Stadtarchivar Markus Büttler vor Ort seine Ergebnisse.

Teil der alten Uferbefestigung vom Mühlgraben

„Wir hatten hier bei den Bohrarbeiten mit viel Oberflächenwasser zu kämpfen, aber das ist ja wenig überraschend, weil ja hinlänglich bekannt ist, dass sich hier der Mühlgraben befunden hat, der ja bei der Gestaltung des Gebäudes eine Rolle spielt“, erläutert Dietmar Schmidt. Und so gehörten die Gummistiefel für einige Tage zur Berufsbekleidung von Volkhard Hirsekorn, der teilweise im Schlamm seine Untersuchungen vornehmen musste. „Ich habe an einer Stelle einen Teil der alten Uferbefestigung vom Mühlgraben gefunden. Das war eine Mauer, die mit Sandsteinen abschloss. Die Sandsteine stammen wahrscheinlich aus Abrissmaterial und sind nicht sehr alt“, erläutert der Archäologe.

Spuren eines Brandes

Viel mehr interessiert den Geschichtsforscher eine kleine dunkle Brandschicht, die sich finden ließ. „Das ist ein klarer Hinweis auf ein größeres Brandereignis in der Stadt. Anhand der Schichtenfolge kann man auch sehen, dass die Brandschicht lange offen lag und nicht wieder bebaut wurde“, so Hirsekorn. Stadtbrand – das ist das Stichwort für den Oschatzer Stadtarchivar Markus Büttler. Er hatte nicht nur Fakten zu den einzelnen Bränden, sondern auch zur ehemaligen Bebauungssituation zusammengetragen.

Vor allem aus alten Karten und Plänen ist die Bebauung des Areals zu erkennen. Dem konnte Volkhard Hirsekorn noch ein wichtiges Detail hinzufügen. An der kleinen Freifläche Am Mühlgraben muss sich einst ein Fachwerkhaus befunden haben, dessen Kellerfundamente sich noch nachweisen ließen.

Offen blieb bei der Erkundung, welchem Oschatzer Stadtbrand die schwarze Schicht zuzuordnen ist. Hirsekorn tippt auf einen Brand 1616. Aufschluss erhofft er sich über einige Keramikscherben, die er bergen konnte. Die müssen allerdings noch geprüft und begutachtet werden.

Bau soll 2020 fertig sein

Auf das Bauprojekt der Oschatzer Wohnstätten haben die archäologischen Sondierungen keinen Einfluss. Die sind abgeschlossen. „Wir hoffen jetzt auf stabile Wetterverhältnisse, damit die Bauarbeiten zügig weitergehen können. Mit Baufertigstellung rechnen wir dann in 2020“, so Wohnstätten-Geschäftsführer Marc Etzold.

Von Hagen Rösner

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