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Uralt in Oschatz: Die älteste Deutsche feiert heute 112. Geburtstag

Uralt in Oschatz: Die älteste Deutsche feiert heute 112. Geburtstag

"Im Jahr 2030 kommen auf einen Leistungsträger zwei Gebissträger", sagt Kabarettist Volker Pispers. Die Pointe eines Prozesses, der auch in Oschatz auftritt.

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Johanna Klink feiert heute ihren 112. Geburtstag.

Quelle: Dirk Hunger (Archiv)

Oschatz. Von CHRISTIAN KUNZE

 

Der demografische Wandel - begünstigt durch Abwanderung, steigende Lebensdauer aufgrund des medizinischen Fortschritts und sinkende Geburtenraten - bewirkt, dass immer weniger junge Menschen einer steigenden Zahl Rentner gegenübersteht. Die älteste lebende deutsche Frau ist eine Oschatzerin: Johanna Klink, genannt "Hannchen" feiert heute in der Tagespflege "Ihm" ihren 112. Geburtstag. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar hat im Neujahrsinterview (OAZ von gestern) den Demografie-Prozess als Herausforderung für Oschatz und andere Kommunen der Region heraus gestellt. Johanna Klink ist dafür das beste Beispiel.

 

Die Zahl derer, die 100 Jahre und älter werden, nimmt in Deutschland, also auch in Oschatz, stetig zu. Dass alle Senioren im Alter noch geistig und körperlich fit sind, kann jedoch nicht vorausgesetzt werden. Der demografische Wandel stellt deshalb vor allem zahlreiche Vereine vor Nachwuchsprobleme. Aber auch in der Pflegebranche selbst zeichnet sich ein Notstand ab: Die Zahl der zu Pflegenden steigt, die der ausgebildeten Fachkräfte sinkt.

 

Gotteshäuser auf dem Prüfstand

 

Doch auch in anderen Bereichen wappnet man sich in und um Oschatz für den bereits begonnenen und noch bevorstehenden demografischen Wandel und seine Folgen. So sind etwa die Kirchgemeinden aufgefordert, den Bevölkerungsrückgang bei der Unterhaltung ihrer Gebäude zu berücksichtigen. "Das hängt eng mit der Struktur zusammen. Jedes Gotteshaus, aber auch andere Objekte müssen auf den Prüfstand", verdeutlicht der Oschatzer Pfarrer Christof Jochem. Neben Austritten hat die Gemeinde auch Wegzüge und Sterbefälle zu verzeichnen. Bei der Erhaltung und Sanierung der Häuser ist die demografische Entwicklung ein entscheidender Faktor. Wie alt sind die Menschen, die die Kirche regelmäßig nutzen, welche Veranstaltungen gehören zum Spektrum und gibt es neben der Kirche noch weitere Räume, die alternativ genutzt werden?

 

Aquafitness im Trend

 

Solche und andere Fragen sind zu beantworten, wenn es um die Beantragung von Fördermitteln geht. Nicht selten ist die Kirche auch Anlaufpunkt für konfessionslose Besucher oder im ländlichen Raum gar der größte, wenn nicht gar einzige Veranstaltungsraum. All dies müssen die Kirchenvorsteher berücksichtigen.

 

Auch bei der Oschatzer Freizeitstätten GmbH ist man auf die Bedürfnisse älterer Einwohner eingestellt. Am deutlichsten zeigt sich das bei den Aquafitness-Kursen im Platsch-Bad. "Als wir damit begonnen haben, nutzen die Angebote rund 5000 Menschen im Jahr. Im zurückliegenden Jahr hat sich die Zahl der Teilnehmer auf fast 25 000 verfünffacht", nennt Geschäftsführerin Iris Kübler konkrete Zahlen. Entscheidend verantwortlich für diese Steigerung sind das gesteigerte Gesundheitsbewusstsein der Oschatzer und der Umstand, dass die Kurse von den Krankenkassen unterstützt werden.

 

Ebenfalls auf ein älteres Publikum zugeschnitten sind die zehn Mal im Jahr stattfindenden Nachmittage unter dem Motto "Kultur-Kaffee-Kunst" und die etwa alle zwei Monate angebotenen Tanzcafès für Junggebliebene. "Hier haben wir im Schnitt 200 Männer und Frauen zu Gast und damit ein volles Thomas-Müntzer-Haus", so Kübler.

Christian Kunze

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