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Oschatz Uraufführung in Oschatz: Sinfonie von Christian Schiel begeistert Zuhörer
Region Oschatz Uraufführung in Oschatz: Sinfonie von Christian Schiel begeistert Zuhörer
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15:05 01.07.2016
Das Orchester Sinfonietta Dresden spielte die Sinfonie unter Leitung von Alexandre Balzamo.  Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

 Mit stehenden Ovationen ist am Donnerstagabend in der Oschatzer St. Aegidienkirche die Uraufführung der Sinfonie von Christian Schiel gefeiert worden. Ein Jahr lang hatte der Wadewitzer an diesem Werk gearbeitet, das nun erstmals öffentlich zu hören war. Viele Musikfreunde und Wegbegleiter wollten sich das nicht entgehen lassen: Über 300 Besucher verfolgten das Konzert, das komplett aus Kompositionen des 57-Jährigen bestand. „Das ist ein außergewöhnlicher Abend in der schönsten Konzerthalle weit und breit“, befand Christa Sirrenberg vom Vorstand der evangelischen Kirchgemeinde.

Für alle, die sich immer schon gefragt haben, was Schiel so alles macht, seit er den festen Job als Kantor an den Nagel gehängt und freiberuflich und als Selbstversorger in Wadewitz lebt, wissen spätestens seit Donnerstag: Er macht vor allem Musik – und was für welche.

Schon das erste Stück „Freude“, wunderbar von Stephan Gehrt an der Orgel interpretiert, ist ein gelungener Auftakt für den Abend. Es folgen drei Kompositionen aus dem Zyklus „Mügelner Altarbilder“, die einen Eindruck vermitteln, wie vielfältig der Musiker ist. Da gibt es ein Bläserstück, einen Chorgesang und eine Komposition von zwei Flöten dargeboten. Anschließend folgt die erste Uraufführung des Tages, nämlich ein Gesang zum Psalm 103, den Schiel solo und unbegleitet als Verehrung vor den Gesängen der gregorianischen Mönche vorträgt. Das ist, ebenso wie der Klangteppich, den Schiel mit seinem Stück „Zehn“ ausrollt, vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber äußerst vielfältig, an keiner Stelle langatmig und – natürlich – von der Frische des bisher nicht Gehörten.

Gespannte Stille dann, als Dirigent Alexandre Balzamo seinen Taktstock hebt und mit den Musikern der Sinfonietta Dresden die ersten Takte der Sinfonie von Christian Schiel anstimmt. Für ihn habe der Reiz beim Komponieren darin bestanden, für eine vielfältige Klangpalette aus einer Fülle von Möglichkeiten wählen zu können, hatte der Wadewitzer vorab erklärt.

Zweifel, Ängste, Schmerz und Kampf spiegeln sich in den Sätzen ebenso wider wie Geborgenheit, Ruhe und Stille. Das ist spannend und bewegend und gipfelt im vierten Satz, der „Freude“ heißt und auch so kraftvoll, beschwingt und leidenschaftlich daher kommt. Nachdem der letzte Ton verklungen ist, gibt es einen Moment, in dem das ganze Publikum die Luft anzuhalten scheint, bevor jubelnder Applaus losbricht. „Du hast uns durch diese Sinfonie an deinem Leben teilhaben lassen, an dem, was dich bewegt und hast uns heute an deinem Geburtstag das schönste Geschenk gemacht“, sagte eine sichtlich bewegte Christa Sirrenberg zu Christian Schiel, der am Donnerstag 57 Jahre alt wurde. Er selbst dankte allen Beteiligten und Helfen. „Dank allen, die mich ermutigt haben. Nicht, die Sinfonie zu komponieren – das hätte ich sowieso getan, aber das Aufführungsprojekt in Angriff zu nehmen.“

Von Jana Brechlin

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