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Oschatz Vegetarier mit Vorliebe für Holz
Region Oschatz Vegetarier mit Vorliebe für Holz
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16:47 17.05.2013

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Experten schätzen, das sich die Tiere an Dahle oder Luppa allmählich etwas ausbreiten. Die Zahl der Reviere kann man allerdings noch an einer Hand abzählen.

Von einer Situation wie im Bereich Torgau sei man hier weit entfernt, sagt Olaf Schmidt von der Ortsgruppe Oschatz des Naturschutzbundes (Nabu). Im Norden des Kreises sind die Säugetiere weiter verbreitet - Biberburgen und angenagte Baumstämme zeugen davon. Solche Zeichen müsse man im Altkreis Oschatz nahezu suchen. "An der Luppa gibt es vielleicht zwei Reviere, an der Elbe im Bereich Außig höchstens drei", so Schmidt. Grundsätzlich würden auch die kleineren Zuflüsse als Lebensraum in Frage kommen, gesichtet habe man dort allerdings noch keine Biber. Im Raum Mügeln dagegen seien einzelne Exemplare an der Döllnitz schon einmal aufgetaucht, allerdings offenbar, ohne sich tatsächlich anzusiedeln.

Jetzt, in der wärmeren Jahreszeit, könnten sich die Tiere als Vegetarier an Wasserpflanzen satt fressen. "Nur im Winter, wenn das Nahrungsangebot nachlässt, gehen sie an die Bäume", weiß Olaf Schmidt. Mit ihren scharfen Zähnen könnten sie selbst stattliche Stämme - meist von Weiden oder Pappeln - so abnagen, dass der Baum fällt und anschließend auch Äste und Zweige verwertet werden. Gearbeitet wird dabei nach der sogenannten Sanduhrtechnik: Das Holz wird ringsum so abgenagt, dass es zur Mitte hin immer dünner wird und der Stamm schließlich bricht.

In einem Revier lebt ein Elternpaar mit seinen Jungen und meist auch noch dem Nachwuchs des Vorjahres. Größer würden die Gruppen kaum, schließlich seien Biber treue Tiere. "Das gilt auch für den Ort: Wenn sie sich einmal irgendwo sicher fühlen, bleiben sie meist jahrelang an dieser Stelle", hat Olaf Schmidt vom Nabu beobachtet. Ihre Bauten und Burgen errichten die Nager meist im Uferbereich der kleinen Flüsse. Ein Indiz dafür können lose Äste, Zweige oder Wurzeln sein, die in der Nähe auf einem Haufen liegen. Davon ernähren sich die Tiere dann auch während der Winterruhe.

Generell sei es aber schwierig, Biber zu beobachten. "Das sind eher scheue Tiere, die vor allem in der Dämmerung und während der Nacht aktiv sind", weiß Olaf Schmidt. Würden Spaziergänger tatsächlich mal auf ein Exemplar treffen, rät der Naturschützer: "Freuen sie sich einfach darüber, das ist dann eine ganz seltene Ausnahme." Wer Biberburgen oder andere Zeichen für ein Vorkommen der Säugetiere sichtet, wird zudem gebeten, das der Unteren Naturschutzbehörde zu melden. "Wenn wir wissen, wo die Tiere vorkommen, können wir auch dafür sorgen, dass sie geschützt werden", begründet er.

Jana Brechlin

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