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Verbraucherschützer beraten regelmäßig in Oschatz

Verbraucher Verbraucherschützer beraten regelmäßig in Oschatz

Die Verbraucherberatung Torgau registriert einen anhaltenden Bedarf an Beratungen. In Oschatz sind die Fachleute einmal im Montag vor Ort und treffen dabei immer wieder auf Ratsuchende. Themen sind häufig Abrechnungen, Verträge oder neue Maschen dubioser Verkäufer.

Am Telefon aufgeschwatzte Verträge sind ein Fall für die Verbraucherberatung.

Quelle: dpa

Oschatz. Unter Druck abgeschlossene Verträge, schwer nachvollziehbare Rechnungen oder ein Kostenvergleich – Beratung in solchen Fällen bieten die Verbraucherschützer in Sachsen. Einmal monatlich ist André Fritzsche, Leiter der Beratungsstelle Torgau, auch in Oschatz, um Fragen zu beantworten und Ratsuchenden zu helfen. Und der Bedarf bleibt groß, erklärt er im Interview.

Einschlägige Internetportale und Testseiten gibt es reichlich. Wie wichtig ist da noch die Verbraucherberatung vor Ort?

Die persönliche Beratung ist nach wie vor sehr wichtig. Wie groß der Bedarf ist, zeigt der Zuspruch von über 6000 Kontakten jährlich und die Resonanz auf zusätzliche Beratungsangebote wie etwa während der Kleinen Gartenschau in Oschatz. Dort haben wir uns mit einem Stand beteiligt und hatten die ganze Zeit gut zu tun.

Wie schnell sprechen sich neue Maschen von dubiosen Anbietern herum?

Das kommt darauf an, wie schnell sich Betroffene melden. Was wir mitbekommen, ist prozentual geringer als das, was tatsächlich draußen passiert. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass uns so viel wie möglich gemeldet wird. Nur so können wir aufmerksam werden auf neue Maschen und die Leute auch schnell vor Tricks warnen.

Was war die jüngste Masche, von der Sie erfahren haben?

Da ging es um Gewinnspielanrufe, bei denen drei sehr leichte Frage, die wahrscheinlich jeder beantworten kann, gestellt wurden. Und der „Gewinn“ war eine Heizkörperreinigung oder ein Fensterputzen, für das gleich ein Termin ausgemacht werden sollte. Entweder sollte dabei die Wohnung ausgekundschaftet werden oder es kommt jemand, der ein Haushaltsgerät für viel Geld verkaufen will.

Sind die Verbraucher mittlerweile vorsichtiger bei derartigem Vorgehen?

Wir stellen schon fest, dass die Leute skeptisch sind und nicht leichtfertig Geld ausgeben. Andererseits wollen viele Betroffene Ärger vermeiden. Sie streiten sich nicht gerne und zahlen darum eher. Es gibt Firmen, welche diese Kunden in ihren Fokus ziehen.

Wie geht das vor sich?

Zum Beispiel kann, wer online nach einer Routenplanung sucht, auf einer Internetseite landen, auf der man sich mit Adresse und E-Mail-Adresse registrieren muss. Dann passiert erst einmal nichts, doch später bekommen die Verbraucher Zahlungsaufforderungen oder es wird gleich mit einem Inkassounternehmen gedroht. Das sind leere Drohungen, geht aber schon einmal um 500 Euro, und die Aufregung und der Stress sind erst einmal groß.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Beratertätigkeit?

Das ist sehr gemischt. Zuletzt hatten wir viele Beschwerden über einen Energieanbieter oder Anfragen wegen Finanzdienstleistungen, etwa wenn Kunden nahegelegt wird, ihre Verträge aufzulösen oder umzuwandeln. Zum Jahresende kommen auch immer wieder Mitglieder von privaten Krankenversicherungen, wenn dort die Beiträge steigen.

Wer kommt zu Ihnen in die Beratung, sind das vor allem ältere Menschen oder nehmen auch Jüngere das Angebot wahr?

Wir beraten Menschen jeden Alters, tatsächlich sind die Jüngsten oft zwischen 40 und 50 Jahren und kommen dann, wenn sie Finanzprodukte von ihren Großeltern geerbt haben oder in eine Absicherung für ihre Kinder investieren wollen. Gefragt sind wir bei jüngeren Verbrauchern vor allem, wenn gebaut werden soll und Fragen zur Baufinanzierung geklärt werden müssen.

Holt sich diese Generation ihre Informationen nicht eher im Internet, etwa auf Vergleichsportalen?

Vielleicht, aber mit dem Gespräch in der Verbraucherberatung kann das nicht mithalten. Ein Vergleichsportal arbeitet nur mit wenigen Rahmendaten und fragt nicht die persönliche Gesamtsituation ab. Zum Beispiel, ob in fünf Jahren noch einmal Nachwuchs geplant ist und dann zeitweilig das zweite Einkommen ausfällt – was für die Kredittilgung dringend gebraucht wird.

Was raten Sie Verbrauchern?

Ich empfehle jedem, unsere Beratung vorbeugend in Anspruch zu nehmen. Am effektivsten können wir helfen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir schauen uns die Unterlagen vor Vertragsabschluss an und zeigen Varianten auf. Ratsam ist es auch, im Abstand von einigen Jahren eine Art persönliche Revision zu machen und bestehende Verträge zu überprüfen: Was brauche ich noch? Was muss gezahlt werden und was kommt am Ende dabei raus? Hier schauen wir die Unterlagen durch und beraten, was wirklich nötig und fair ist.

Die Verbraucherzentrale Sachsen führt an jedem letzten Dienstag im Monat eine Beratung in Oschatz durch. Jeweils 14 bis 17 Uhr in den Räumen des Jugendamtes, Friedrich-Naumann-Promenade 9. Termintelefon: 0341 6962929 immer montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr. Preise: Ab fünf Euro je angefangene halbe Stunde – je nach Beratungsgebiet. Nachlässe für einkommensschwache Familien sind möglich.

Von Jana Brechlin

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Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 55,44km²

Einwohner: 14.734 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04758

Ortsvorwahlen: 03435

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