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Verdächtiger Brief: Oschatzer Arbeitsagentur evakuiert

Giftalarm Verdächtiger Brief: Oschatzer Arbeitsagentur evakuiert

Ein verdächtiger Brief sorgte am Dienstag für einen Großeinsatz bei der Oschatzer Arbeitsagentur. „Mit besten Grüßen aus Tschernobyl“ stand auf dem Umschlag des Briefes geschrieben, der ein weißes Pulver enthielt und daraufhin auf Radioaktivität untersucht wurde.

Ein verdächtiger Brief löste einen Großeinsatz bei der Oschatzer Feuerwehr und Polizei aus.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in der Oschatzer Oststraße 3 musste am Dienstagvormittag vorsorglich geräumt werden, nachdem ein verdächtiger Brief entdeckt wurde. Der Brief war anfangs in der Poststelle der Behörde, die für ganz Nordsachsen zuständig ist, nicht aufgefallen. Erst als eine Mitarbeiterin den Brief öffnete und ein weiterer Umschlag mit einer weißen pulvrigen Substanz zum Vorschein kam, klingelten in der Arbeitsagentur die Alarmglocken – zumal auf dem zweiten Umschlag „Mit besten Grüßen aus Tschernobyl“ geschrieben stand. Nachdem sich die Polizei vor Ort ein Bild gemacht hatte, entschieden sich die Behördenleiter für eine vollständige Evakuierung des Gebäudekomplexes – betroffen waren die Agentur für Arbeit, das Jobcenter sowie der Operative Service der Agentur.

Das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in der Oschatzer Oststraße 3 musste am Dienstagvormittag wegen eines verdächtigen Briefes vorsorglich geräumt werden.

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Gegen 11 Uhr verkündeten die Chefin der Jobcenters Nordsachsen, Michaela Ungethüm, und die Chefin der Arbeitagentur, Cordula Hartrampf-Hirschberg, auf dem Parkplatz vor dem Gebäude den rund 180 Angestellten der Behörde, dass das Gebäude ab sofort gesperrt ist, eine Rückkehr an die Arbeitsplätze nicht mehr möglich ist. „Es kann im Moment niemand von uns mit Sicherheit einschätzen, ob die Substanz, die wir gefunden haben, gefährlich ist oder nicht. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, im Sinne des Mitarbeiterschutzes die Fachleute für einen solchen Fall einzubeziehen“, so die Job-Centerchefin Michaela Ungethüm. Der Brief soll an das Jobcenter Nordsachsen adressiert gewesen sein. Damit wurde eine Prozedur in Gang gesetzt, an der neben der Polizei auch die Feuerwehr Oschatz, die Feuerwehr Mügeln, Teile des Katastrophenschutzes des Kreises Nordsachsen, der DRK-Rettungsdienst sowie der Fachberater für ABC-Schutz des Kreises Nordsachsen beteiligt waren. Ihr Einsatz dauerte bis in die Nachmittagsstunden des gestrigen Tages.

Mitarbeiter mussten dekontaminiert werden

Besonders unangenehm war die Situation für vier Mitarbeiterinnen der Poststelle der Arbeitsbehörde. Sie waren mit der weißen Substanz in Berührung gekommen und mussten sich einer Dekontaminierung – einer Entgiftung – unterziehen.Dazu wurden von den Einsatzkräften direkt vor dem Eingang der Arbeitsagentur zwei Zelte für die chemische Behandlung aufgebaut. „Wir haben diesen Fall in der Vergangenheit bereits mehrfach geübt und sind bestens auf diesen Einsatz vorbereitet. Dazu befindet sich auch ein Dekontaminierungsfahrzeug im Bestand der Oschatzer Feuerwehr“, so Lars Natzke, Oschatzer Wehrleiter und Einsatzchef vor Ort.

Unterdessen sicherte die Polizei den Einsatzort ab. „Wir sind mit der Kriminalpolizei und der Spurensicherung vor Ort, um mögliche Hinweise auf den Täter sichern zu können“, so Jan Müller, Leiter des Oschatzer Polizeireviers. „Wir gehen davon aus, dass dieser Einsatz mehre Tausend Euro kostet. Da gibt es natürlich ein großes Interesse, den Verursacher zu ermitteln.“

In Vertretung von Oberbürgermeister Andreas Kretschmar machte sich zudem der Beigeordnete Jörg Bringewald ein Bild von der Lage. Nach einem kurzen Briefing mit der Einsatzleitung meinte Bringewald: „Ich sehe, dass unsere Leute gut auf einen solchen Fall vorbereitet sind. Die Fachleute sind vor Ort und wissen genau, was in diesem Fall zu tun ist“, so der Beigeordnete. Innerhalb kurzer Zeit war aus der Kreisstadt auch der Fachberater für ABC-Schutz, Ray Richter, vor Ort. Der gebürtige Zeitzer ist im wahren Leben in Torgau Jurist und kennt sich über Spezialausbildungen bestens mit dem Umgang von Gefahrstoffen aus. Innerhalb der Voruntersuchungen wurde das Pulver mit einem Geigerzähler auf Radioaktivität geprüft. Dabei konnte festgestellt werden, dass keine Radioaktivität messbar ist.

Pulver zur Untersuchung nach Leipzig gebracht

Durch Spezialkräfte der Oschatzer Feuerwehr wurde das Pulver in einem besonderen Behälter gesichert und mit einen Transporter der Einsatzkräfte sowie mit Polizeibegleitung in ein Labor zur Analyse gefahren. Zunächst war noch nicht klar, um welche Substanz es sich bei dem Pulver in dem Briefumschlag handelte.

Unterdessen informierte der Pressesprecher der Oschatzer Arbeitsagentur, Volkmar Beier, dass die Behörde am Mittwoch noch vorsorglich geschlossen bleiben wird. „Wer aus diesem Grund einen Termin verpasst, muss nicht mit Sanktionen rechnen. Die telefonische Erreichbarkeit von Arbeitsagentur und Jobcenter ist von der Schließung allerdings nicht betroffen“, so Volkmar Beier.

Von Hagen Rösner

Agentur für Arbeit, Oststraße 3, 04758 Oschatz 51.29895 13.11882
Agentur für Arbeit, Oststraße 3, 04758 Oschatz
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