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Verein zur Rettung des Liebschützberges will sich jetzt auflösen

Gesteinsabbau Verein zur Rettung des Liebschützberges will sich jetzt auflösen

Von 1991 bis 2009 kämpfte ein Verein aus der Cavertitzer Region gegen den geplanten Gesteinsabbau auf dem Liebschützberg. Seit 2009 steht fest, auf dem Liebschützberg wird es keinen Steinbruch geben. Als Erinnerung wurde 2015 ein Gedenkstein aufgestellt. Jetzt ist außerdem geplant, den Verein „Rettet den Liebschützberg“ aufzulösen.

Der Liebschützberg ist nicht nur eine Landmarke in der Collm-Region, sondern auch ein guter Aussichtspunkt.

Quelle: Sven Bartsch

Cavertitz. Die Tage Anfang Dezember 2009 werden die Mitglieder des Vereins „Bürgerinitiative Rettet den Höhenzug Liebschützberg“ nie vergessen. Sie erfuhren, dass nach 19 Jahren Kampf, nach viel Zeit mit dem Studium von Gesetzen und Verträgen, nach Demonstrationen und Aktionen zur Abwendung des Gesteinsabbaus auf dem Liebschützer und dem Cavertitzer Berg die Gefahr gebannt war.

„Damals zog sich die Basalt AG zurück, bei ihr lagen unterdessen die Rechte zum Abbau. Aber das Kuriose daran ist, dass in deren Begründung dafür Argumente unserer Begründung gegen einen Abbau zu finden waren“, erinnert sich Udo Czapowski (81), Vorsitzender des Vereins. Er nennt nur drei Punkte: Landschaftspflege, Landschaftsbild, Umwelt. Gemeinsam mit anderen Mitstreitern hat sich der damals in Klötitz und heute in Erfurt lebende Czapowski an diesem Abend zur Vereinsmitgliederversammlung getroffen, der Verein soll aufgelöst werden, denn das Vereinsziel ist erreicht und die meisten Mitglieder im Rentenalter und damit auch mehr so aktionsfähig.

Erinnerungen werden wach an die Tage, als sich die Bürgerinitiative formierte. Es wird Rückschau gehalten. Die Schotter- und Kiesunion Leipzig-Hirschfeld hatte sich Anfang der 1990er Jahre den Gesteinsabbau um den Liebschützberg bergrechtlich gesichert, Gleiches kam für 98 Hektar bei Cavertitz hinzu. Anwohner nahmen die Pläne nicht hin, sie gründeten die Bürgerinitiative. Während des Planfeststellungsverfahrens reichten sie über 800 Einwände ein. Ende Oktober 2007 beantragte die Gesteinsfirma beim Sächsischen Oberbergamt in Freiberg eine Aussetzung des Verfahrens für zwei Jahre. Parallel dazu bemühte sich die Firma weiter um das Liebschützberger Abbaugebiet. Später verkaufte sie die Abbaurechte an die Basalt AG .

„Eigentlich hatten wir von der rechtlichen Seite kaum eine Chance auf Erfolg, aber wir konnten viel bewegen und so gewinnen.“ Das sei mit Hilfe vieler Menschen, Unternehmen und Vereine und auch den Beiträgen in der OAZ erreicht worden, so Czapowski. Die Politik habe dabei ebenso eine große Rolle gespielt. Er nennt die Namen Frank Kupfer und Manfred Kolbe, die viel mitbewirkt haben.

Der Pensionär erinnert sich aber auch daran, dass viele Landeigentümer anfangs dachten, dass ihnen die Schätze im Boden auch gehörten. Verkaufspreise für das Land von einer D-Mark pro Quadratmeter wurden angeboten. Doch das Abbauunternehmen hatte sich noch nach DDR-Recht den Abbau gesichert. Heute sind Kies und anderes Gestein grundeigene Bodenschätze. „Wir hatten als Gesteinsabbaugegner so anfangs auch allerhand zu erdulden“, blickt der Vorstand zurück. Das Erwachen bei ihnen habe dann aber nicht lange auf sich warten lassen und Mancher hätte sich der Bürgerinitiative dann angeschlossen.

Gemeinsam erinnert man sich an Teilerfolge auf dem langen Weg, wie etwa an Planfeststellungsverfahren, Klagen und Unterschriftensammlungen, Aktionen auf dem Berg. Die benötigte Rechtshilfe wurde mit Spenden und eingenommenen Geldern bei Veranstaltungen finanziert. Nun soll der Verein nach rechtlichen Bestimmungen „abgewickelt“ werden. Wehmut schwingt bei den Kämpfern für den Erhalt des Liebschützberges ebenso mit wie Freude über Erreichtes.

Von Bärbel Schumann

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Liebschützberg
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