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Oschatz Vergessene Reparaturaufträge und in der Schule liegengebliebene Jacken und Mützen
Region Oschatz Vergessene Reparaturaufträge und in der Schule liegengebliebene Jacken und Mützen
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09:00 23.02.2012
Melanie Flöritz zeigt das Kleid, das in der Reinigung vergessen wurde. Quelle: DH
Oschatz

. Vergessene Sachen liegen im Fundbüro. Dort fragt man nach, wenn man etwas verloren hat. Soweit das Klischee. Doch die Fundsachen sammeln sich auch an anderen Orten und bleiben dort bis zum Nimmerleinstag.

Uhrmachermeister Steffen Kuge verfügt über eine umfangreiche "Sammlung" nicht abgeholter Aufträge. "Das entspricht Reparaturkosten von rund 3000 Euro", schätzt Kuge. Höherwertige Uhren seien kaum darunter, ebenso wenig wie Goldschmuck. Warum die Leute zur Reparatur abgegebene Uhren, Wecker oder Schmuckstücke nicht abholen, dafür hat er keine Erklärung. "Bösen Willen unterstelle ich niemandem, eher Vergesslichkeit", sagt Steffen Kuge. "Sicher gibt es Leute, die den Abholschein verbummelt haben und denen das peinlich ist." Prinzipiell könne er eine Reparatur auch in diesem Falle herausgeben, würde sich dann aber den Ausweis zeigen lassen und die Personalien notieren. Häufiger sind aber die Reparaturen, nach denen nie wieder jemand fragt. "Einige habe ich von meinem Vater übernommen. Sie liegen seit mindestens 18 Jahren hier", erzählt der Uhrmachermeister.

"Ohne Abholschein geht nichts", sagt Melanie Flöritz, Mitarbeiterin bei der Textilpflege Oschatz. "Da müsste jemand sein Kleidungsstück schon gut beschreiben. 'Dunkle Hose' ist da eher nicht ausreichend." Das Sortiment der nicht abgeholten Sachen reicht von Sakkos über Hosen bis hin zu Federbetten. Der Star auf der für die Fundsachen reservierten Kleiderstange sei allerdings ein Abendkleid. Dass es hier überhaupt Ladenhüter gibt, ist erstaunlich, weil die Reinigung im Voraus zu bezahlen ist.

Neben nicht abgeholter Bekleidung gibt es hier eine zweite Kategorie Fundsachen. "Wir sind dazu verpflichtet, die Taschen der Wäschestücke zu kontrollieren", erzählt die junge Frau. "Wenn wir doch einmal etwas übersehen, ist kaum herauszufinden, wem zum Beispiel der Ehering gehören könnte, der in der Maschine liegt."

"Relativ zur Schülerzahl ist die Anzahl der Sachen, die liegenbleibt, gering", meint Lutz Friese, Hausmeister an der Grundschule "Zum Bücherwurm". "Es wundert mich aber schon, wie ein Kind ohne Jacke oder gar Hose nach Hause gehen kann. Das muss doch den Eltern auffallen." Die Väter und Mütter, die gezielt bei ihm nachfragen, wenn mal wieder eine Mütze oder ein Handschuh fehlt, kenne er persönlich. Das seien aber nur wenige. "Es ist schon seltsam", sagt Schulleiterin Anke Wiesner. "Vermisstes lässt sich selten finden und für Gefundenes gibt es keine Besitzer."

Eine feste Spanne, wie lange nicht abgeholte Aufträge aufzuheben sind, gebe es nicht, ist von Olaf Blümel, Pressesprecher der Handwerkskammer zu Leipzig, zu erfahren. "Prinzipiell herrscht Vertragsfreiheit. Die Abholfristen können individuell vereinbart werden. Möglich sei aber auch, dass allgemeine Geschäftsbedingungen den Zeitraum festlegen. Ansonsten gelte das Bürgerliche Gesetzbuch. Nach Blümels Auffassung sei eine Versteigerung erst nach der Benachrichtigung des Auftraggebers möglich.

Axel Kaminski

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