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Oschatz Verjüngungskur für Altoschatzer Kirchenglocke
Region Oschatz Verjüngungskur für Altoschatzer Kirchenglocke
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16:43 09.08.2012
Jens Hans seilt die Glocke mit einem Flaschenzug aus dem Dachreiter ab. Im Hintergrund sind Jörg Müller und Rosita Helmert zu sehen. Quelle: Dirk Hunger

Die Renovierungsarbeiten an der Altoschatzer Kirche schreiten voran. Nach ersten Arbeiten am Dach widmeten sich die Arbeiter in den vergangenen Tagen dem Dachreiter und seinem Inhalt - der Kirchenglocke.

Die Altoschatzer Glocke trat gestern Vormittag die erste Etappe ihrer Reise in das Glockenschweißwerk Nördlingen an, wo sie in den nächsten Wochen durch Mitarbeiter der Firma Lachenmeyer eine Verjüngungskur bekommt. Risse, Abnutzungen und andere Alterserscheinungen werden beseitigt. Davon haben sich bei dem Einzelstück aus dem Jahr 1628 auch so einige angesammelt. "Vor allem der Klöppel hat über die Jahre seine Spuren hinterlassen", erläuterte Jörg Müller, Mitarbeiter des Bauunternehmens Voigtländer, den Zustand. Da er und sein Kollege schon seit den 90er Jahren Arbeiten dieser Art erledigen, sind sie richtige Kirchenexperten. "So einen Reiter wie hier in Altoschatz kenne ich aus unserer Region kaum. Er steht frei auf dem Dach und ist eine reine Holzkonstruktion, ohne die Außenwände als Stütze zu benötigen", so Müller.

Besonders diese verbaute und verwinkelte Bauweise machte den Monteuren den Glockenausbau ziemlich schwer. "Laut unserer Aufzeichnungen wiegt die Glocke etwa 900 Kilogramm und wir brauchten zwei Tage, bis wir sie aus dem Glockenstuhl befreit hatten", fügte Kollege Jens Hans hinzu. Dafür war sie in 15 Minuten mit der Seilwinde herabgelassen und kurz nach zehn Uhr schon fest gesichert auf dem Anhänger verstaut. Mit wachsamen Augen beobachtete Roswita Helmrich, Mitarbeiterin des Pfarramtes die Arbeiten. "Nun wird die Glocke zur Spedition Peter gebracht, wo sie ihre weitere Reise antritt", so Helmrich.

Sie nutzte aber noch fix die Gelegenheit, sich das Prachtstück einmal aus der Nähe anzusehen "Die große Prägung, die wohl ein Wappen darstellt, werde ich im Pfarramt noch einmal recherchieren, vielleicht finde ich ja etwas Interessantes raus", verriet sie voller Elan. Ein Wiedersehen mit der Glocke wird es frühestens im Oktober geben. "Es kommt darauf an, wie gut die Arbeiten an der Kirche vorangehen, denn bevor wir das Geläut wieder einsetzen können, stehen Reparaturen an Dachreiter, Glockenstuhl und Schlagwerk an", gab Helmrich einen Ausblick auf die anstehenden Instandsetzungen des Gotteshauses.

Janett Petermann

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