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Oschatz Verkaufsoffene Sonntage in Oschatz umstritten
Region Oschatz Verkaufsoffene Sonntage in Oschatz umstritten
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06:00 01.04.2017
Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Eine gemütliche, sonntägliche Einkaufstour durch die Oschatzer Innenstadt – der Stadtrat hat das auch für das laufende Jahr möglich gemacht. Vor kurzem wurden die Termine für die vier verkaufsoffenen Sonntag in der Döllnitzstadt beschlossen und offiziell gemacht: Zum Frühlingsfest am 9. April, zum Stadtfest am 11. Juni, zum Herbstfest am 18. Oktober sowie zum Weihnachtsmarkt am 10. Dezember dürfen die Verkaufsstellen in der Stadt zwischen 12 und 18 Uhr ihre Pforten öffnen.

Maßgeblich an dieser Entscheidung mitgewirkt hat die Werbegemeinschaft Oschatz, der Verbund der innerstädtischen Einzelhändler. Die Vorsitzende Carola Schönfeld betont, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden und Stadtverwaltung in dieser Hinsicht funktioniert und dass die verkaufsoffenen Sonntage noch immer eine echter Höhepunkt seien. „Wir begrüßen an diesen Tagen viele neue und alte Kunden aus der Region. Vor allem Familien nehmen die Möglichkeit wahr, am Sonntag bei uns einzukaufen. Die Kollegen bestätigen uns, dass sie an diesen Tagen viele neue Gesichter sehen – etwa ein Drittel sind Neukunden.“ So sei von Jahr zu Jahr nicht nur eine stete Steigerung des Umsatzes an den verkaufsoffenen Sonntagen zu erkennen: Auch die Popularität des Innenstadthandels erfahre einen deutlichen Zuwachs. Probleme oder Beschwerden von den Angestellten über die Sonntagsarbeit gebe es nicht.

Linken-Stadtrat: Sonntagsöffnung nicht nötig

Stadtrat Thomas Schneider (Die Linke), zugleich Gewerkschaftssekretär bei Verdi für den Bereich Handel, sieht das Thema verkaufsoffene Sonntag hingegen kritisch: „Meine grundsätzliche Meinung: Wir brauchen den Sonntag nicht als Öffnungstag, auch nicht für besondere Anlässe.“ Fraglos sei Sonntagsarbeit in einigen Branchen begründet, „eine Sonntagsöffnung für den Einzelhandel aber ist nicht notwendig.“ Wirtschaftsinteressen dürften die gesetzlich verankerte Sonntagsruhe nicht überwiegen.

Auch seien verkaufsoffene Sonntag nicht der Schlüssel, um den Einzelhandel in den Innenstädten wieder attraktiv zu machen. Schneider sieht hier ein grundsätzliches Problem: Wenn große Einkaufsstätten „auf der grünen Wiese“ – also am Stadtrand – eröffnet werden, nehme das den Citys automatisch den Reiz. „Die Oschatzer Innenstadthändler sind mit der Werbegemeinschaft aber auf einem sehr guten Weg: Einkaufen in der Innenstadt muss wieder zu einem Erlebnis gemacht werden.“ Als Positiv-Beispiel nennt er die Oschatzer Modenacht. Gegen den zunehmenden Online-Handel komme der Einzelhandel vor Ort nur an, wenn er durch Service und eine ansprechende Präsentation locke: „Vielen Menschen ist eine kompetente Beratung oder die Möglichkeit, die Produkte anzufassen und auszuprobieren, bevor sie sie kaufen, immer wichtiger.“

Online-Handel gehört dazu

Dem pflichtet auch Carola Schönfeld bei. „Ohne Online-Handel kommen wir nicht mehr aus“, gesteht sie zwar. Der lokale Einzelhandel habe jedoch Vorteile im direkten Kontakt mit den Kunden, viele Händler haben inzwischen auch einen eigenen Online-Shop aufgezogen. „Das Gesamtpaket muss stimmen.“ Verkaufsoffene Sonntage allein reichten nicht aus, sind laut Schönfeld aber ein effektives Mittel, um neue und alte Kunden anzulocken.

Um mehr Aufmerksamkeit für örtliche Händler zu schaffen, ist der nächste Schritt der Werbegemeinschaft die Einführung eines neues Labels: Aufkleber mit der Aufschrift „Hier kauft Oschatz“ werden bald zahlreiche Schaufenster in der Innenstadt zieren und die Passanten daran erinnern, dass sie mit ihrem Einkauf in diesen Geschäften den lokalen Einzelhandel unterstützen können – auch am Sonntag.

Von Christian Neffe

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