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Oschatz Viel Nachwuchs im Tiergehege Schöna
Region Oschatz Viel Nachwuchs im Tiergehege Schöna
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06:00 31.07.2018
Steve Richter übernimmt das Füttern der Tiere. Die Vereinsmitglieder teilen sich diese Aufgabe. Quelle: Foto: Kristin Engel
Schöna

Es gibt Nachwuchs im Tiergehege Schöna. Bei den Wildscheinen sind es gleich zwölf kleine Ferkel, die sich zwischen dem Keiler und den zwei Sauen tummeln. Nun ist Frühstückszeit im Tiergehege. Vereinsvorsitzender Steve Richter hat die Aufgabe heute übernommen. „Die Vereinsmitglieder teilen sich diese Arbeit. Jedes aktive Mitglied übernimmt einmal das Füttern. Besonders oft im Einsatz ist Familie Kuntzsch aus Schöna. Sie engagiert sich sehr für das Tiergehege.“ Insgesamt zwölf Mitglieder hat der Verein derzeit. Weitere Unterstützer sind immer gern gesehen.

Anlage seit 1974 im Ort

Die Anlage wurde bereits 1974 errichtet. Ab dem 1. März 1999 hat der Verein „Tiergehege Schöna“ die Bewirtschaftung der Anlage übernommen. „Hans-Jürgen Böhme hat damals alles aufrecht erhalten. Werner Krake trieb die Gründung des Vereins voran. Auch jetzt wollen wir nicht stehen bleiben“, so der Vorsitzende. Doch nun muss sich erst einmal auf das Wesentliche konzentriert werden. Denn durch Sturm wurden die Dächer der Volieren und das Dach einer Holzhütte bei den Rehen zerstört. Auch die Zaunanlage, an der der Zahn der Zeit nagt, soll in Kürze erneuert werden.

Bei den Tieren selbst soll sich jedoch nichts ändern. „Wir haben hier die Tiere, die es auch in unserer Region gibt oder gab. Mit dem Wolf wollen wir im Tiergehege aber nicht anfangen“, sagt Steve Richter mit einem Lachen. Unweit neben dem Wildschweingehege finden sich die zwei Zwergziegen-Böcke. Hier wird es somit jedoch keine kleinen Zicklein geben. „Natürlich sind sie sehr niedlich, aber man braucht auch Abnehmer für die Tiere. Mehr können wir hier nicht halten.“ Im Damwild laufen ein verschmuster Hirsch und vier Kühe, die das Treiben mit Abstand beobachten, umher. „Bei unserem Hirsch handelt es sich um eine Handaufzucht. Daher lässt er sich füttern und anfassen. Das ist besonders für die Kinder sehr toll.“ Doch sprang da nicht auch noch etwas Kleines ins sichere Gestrüpp? „Ja, es sind zwei Kitze, etwa drei bis vier Wochen alt. Das lässt sich so genau nicht bestimmen, weil sie sich erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal gezeigt haben. Auch beim Rotwild sind neben den zwei Hirschen und fünf Kühen noch zwei Kitze, etwa im selben Alter wie die anderen.“

Kitze zeigen sich erstmals

Am Rotwildgehege angekommen, kommen die Tiere sofort, als Steve Richter die Leckereien über den Boden verteilt. Er blickt ein zweites Mal genauer hin. Eins – zwei – drei. „Tatsächlich. Es sind sogar drei Kitze. Bisher wusste ich nur von zwei Tieren. Auch sie haben sich anfangs versteckt gehalten. Jetzt werden sie etwas zutraulicher.“ Neben den großen Tieren findet man im Tiergehege Schöna auch Kleintiere, wie Meerschweinchen, Kaninchen, Tauben, Enten und Goldfasane. Weiter hinten in der Anlage versteckt sich der Pfau mit seinen zwei Frauen und anderen Vogelarten. Hier steht dem Verein weiteres großes Projekt bevor. Denn das Außengehege muss wieder in Gang gesetzt werden, damit die Tiere auch genügend Auslauf bekommen. „Der Pfau ist vor zwei Jahren bei uns eingezogen. Sein Vorgänger hatte die Angewohnheit, aus dem Gehege zu verschwinden und durch das Dorf zu spazieren.“

Um auch die regelmäßig anfallenden Arbeiten zu bewältigen, gibt es nicht nur an jedem ersten Sonntag im Monat einen Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder, sondern auch zweimal im Jahr eine große Arbeitsaktion, bei der das gesamte Dorf eingeladen wird. Dann wird natürlich nicht nur gemeinsam gearbeitet, sondern auch zusammen gesessen und gegrillt. „Das Interesse von den Dorfbewohnern ist schon sehr groß. Es gibt nicht viele solcher Anlagen“, weiß Richter.

Auch ein Sommerfest wird jährlich veranstaltet. Doch ob es in diesem Jahr noch stattfinden wird, steht nach Ansicht des Vorsitzenden angesichts der geringen Zeit für die Planung noch auf wackeligen Beinen. „Das Sommerfest ist immer sehr schön. Wir haben verschiedene Stände und Fahrgeschäfte. Die Kinder toben auf dem Spielplatz und auch den Erwachsenen wird etwas geboten. Der Spielplatz wurde vor etwa fünf Jahren durch das Engagement von Familie Philipp hier erbaut und auch von den Kindern gut besucht.“ Die Seilbahn, die viele Jahre lang gerne von den Kindern genutzt wurde, ist dagegen seit diesem Jahr stillgelegt. „Es gab zu viele Auflagen, die wir nicht mehr erfüllen konnten. Das hätte uns mehrere tausend Euro gekostet. Das kann sich der Verein nicht leisten“, sagt er bedauernd.

Spenden und Hilfe erwünscht

Die Gelder für das Tiergehege bekommen die Schönaer durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Doch das Meiste wird durch das ehrenamtliche Engagement gestemmt. Gerade Arbeiten wie Rasenmähen fressen viel Zeit. „Durch Ralf Döring können wir einen Aufsitzmäher nutzen. Auch damit dauert es, doch bei Weitem nicht so lange, wie mit einem normalen Rasenmäher. Aber bei der anhaltenden Hitze muss ohnehin gerade nicht gemäht werden.“ Nach und nach sollen nun die wichtigen Baustellen abgearbeitet werden. Wer den Verein unterstützen möchte, kann einfach an einem ersten Sonntag im Monat gegen 10 Uhr beim Tiergehege in Schöna vorbei schauen. Dort trifft man die Mitglieder an.

Von Kristin Engel

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