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Viele Grüße aus dem Weihnachtsland

Viele Grüße aus dem Weihnachtsland

"Weihnachten ist die Zeit, in der man seine Mitmenschen mit guten Wünschen per Post bedenkt", leitete Günther Hunger das 65. Treffen der Philokartisten ein.

Oschatz.

Zum Jubiläum, das eigentlich das Rentenalter bezeichnet, kam die Männerrunde aber bestens gelaunt zusammen. Keine Anzeichen davon, das Hobby an den Nagel zu hängen.

 

Gerade die Weihnachtszeit bietet den Sammlern eine unglaubliche Bandbreite an Karten und Motiven. Zu Beginn ging der Initiator auf die Geschichte der illustrierten Weihnachtsgrüße ein.

 

"Die Geschichte der Weihnachtspostkarten geht auf das Jahr 1843 und nach England zurück. Sie liegt also noch vor den amerikanischen Postkarten-Patentierungsideen. Der Brite John Calcott Horsley gestaltete damals im Auftrag von Sir Henry Cole die erste bekannte kommerzielle Weihnachtskarte" erklärte Günther Hunger dem Fachpublikum im Cafe Wentzlaff. Bis dieser Trends kurz vor der Jahrhundertwende nach Deutschland überschwappte, waren hier zu Lande eher die sogenannten "Wunschblätter" bekannt.

 

Erst im ersten Weltkrieg gewannen die neumodischen Karten durch die Feldpost der Soldaten an Beliebtheit und Bedeutung. Im Zeitraffer zogen Karten aus erstem und zweiten Weltkrieg an den Philokartisten vorbei und sorgten nicht nur für heitere Gedanken. "Man muss immer bedenken, was die Karten widerspiegeln", gab Hunger zu bedenken und beleuchtete eine Fotokarte mit Soldaten genauer. Die nachdenklichen, sehnsüchtigen Blicke, die strengen Uniformen und dazu die heilige, idyllische Weihnacht. Das wollte bei näherem Betrachten gar nicht so recht zusammenpassen.

 

Dieses Schema zog sich auch bei Karten aus dem zweiten Weltkrieg wie ein roter Faden durch die Sammlung. Der Wunsch nach Frieden und einer heilen Welt war auf allen Karten zu finden und zeigte den Riss in der heilen Welt der Weihnacht. "Auch heute gibt es zu Weihnachten noch Feldpost von Deutschen Soldaten", stellte Günther Hunger fest.

 

Als vor etwa 120 Jahren die Korrespondenz- oder Postkarte populär wurde, hatten damit viele Menschen die Möglichkeit, Angehörigen, Verwandten und Bekannten sehr preiswert eine Kurzmitteilung zu senden. Die damaligen bunten Weihnachtsgrüße mit ihren aus heutiger Sicht nostalgischen Motiven verzauberten die Empfänger und erzeugten ein Glücksgefühl.

 

Vor allem Kinder, Tiere, Winterlandschaften und Natur prägten neben Weihnachtsmann, Weihnachtsbaum, Engeln, Glocken, Paketen und Kerzen die Kartengrüße. Auch heute noch sind Glückwunschlosungen auf Weihnachts- und Neujahrskarten beliebt, doch hat sich der Kreis der Motive und Sprüche im Laufe der Jahrzehnte erheblich erweitert und verändert.

 

Gerade in den letzten Jahren hielten immer neue, teils sehr unkonventionelle Ideen Einzug in die Gestaltung der traditionellen Jahresendpost. Heute findet man Weihnachtskarten in allen Formen und Farben, abgestimmt auf ganz unter- schiedliche Zielgruppen.

 

"Doch eines haben die Karten - seien sie mit niedlichem Weihnachtsmann, frechem Engel oder kirchlichem Motiv versehen - alle gemeinsam: Sie erinnern daran, dass Weihnachten die Zeit im Jahr ist, in der man innehalten und überlegen sollte, welche Menschen einem so wichtig sind, dass sie es verdienen, mit einem freundlichen Gruß bedacht zu werden".

 

Zum Schluss appellierte Günther Hunger auch an seine Sammlerfreunde, selbst zum Stift zu greifen und mit einem Gruß besondere Person zu beglücken.

Janett Petermann

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