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Viele ungültige Stimmen bei der Wahl in Oschatz

Viele ungültige Stimmen bei der Wahl in Oschatz

Eine Stiege roter Erbeeren bekam Andreas Kretschmar bei seiner Wahlauswertung am Sonntagabend vom Beigeordneten Jörg Bringewald geschenkt. Bringewald hatte jedoch nicht nur die Sommerfrüchte dabei, sondern auch das Wahlergebnis für die Oberbürgermeisterwahl, die Kretschmar im Amt bestätigte.

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Im Oschatzer Rathaus zählen am Sonntagabend die Wahlhelfer die Stimmen aus.

Quelle: Dirk Hunger

Collm-Region. "Die Erdbeeren gibt es, weil sie botanisch zu den Nussgewächsen zählen und wir in der Zukunft noch so manche Nuss zusammen knacken wollen", sagte Bringewald. Die Oschatzer Oberbürgermeisterwahl hatte noch eine Besonderheit: Weil nur ein Bewerber für das Amt auf dem Wahlzettel stand, konnten Bürger noch weitere Wahlvorschläge hinzufügen. So erhielt der NPD-Kreistagsabgeordente und Liebschützberger Gemeinderat Jens Gatter aus Wellerswalde 32 Stimmen. Lutz Biedermann, Oschatzer Stadtrat für die FDP, wurde 13 mal auf den Stimmzetteln benannt. Der Name Pedro Telschig fand sich viermal. Ansonsten gab es noch 69 weitere Vorschläge, die etwa zwei Prozent der abgegebenen Stimmen ausmachten. Bemerkenswert ist auch die hohe Zahl von ungültigen Stimmen. Mit 438 ungültigen Stimmen sind dies rund 11 Prozent. Insgesamt gaben 3918 Männer und Frauen ihre Stimme ab - die Chance dazu hätten 12 712 gehabt.

 

Voller Tatendrang ist Christiane Gürth nach dem Wahlsonntag. Die SPD-Bewerberin holte in Cavertitz 49,4 Prozent und verfehlte die absolute Mehrheit damit nur knapp. Jetzt gibt es am 28. Juni einen zweiten Wahlgang. "Mit Freunden haben wir am Sonntagabend schon zusammengesessen und Pläne für die Zeit bis dahin geschmiedet", so die Kandidatin. Sie werde weiter in der Gemeinde präsent und ansprechbar sein und auch nochmals Handzettel verteilen. "Mein Wunsch ist, dass am 28. Juni möglichst viele Menschen noch einmal zur Wahl gehen", sagte sie.

 

Der Cavertitzer Einzelbewerber Ralf Lindner bekam am Sonntag 21,9 Prozent der Stimmen und gibt sich kämpferisch: "Mit mir ist weiter zu rechnen, ich bleibe dran." Zwar sei es schwierig, ohne zeitliche und finanzielle Unterstützung einer Partei den Wahlkampf zu stemmen, doch er wolle weiter um Stimmen werben. Bis zum zweiten Wahlgang will Lindner verschiedenen Ortsteilen Besuche abstatten und auch zu Gesprächen einladen.

 

Ob auch Volker Döring, der in Cavertitz für die CDU kandidierte, weiter mitmischen will, ist noch offen - zu enttäuscht ist der langjährige Gemeinderat vom Wahlergebnis. Die 28,7 Prozent bezeichnete er als Tiefschlag. "Dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt, damit hatte ich gerechnet, dass der Unterschied so deutlich ausfällt, war aber eine Überraschung", meinte er. Er wolle nun in Ruhe überlegen, ob er sich erneut um das Amt bewirbt.

 

Im Amt bestätigt wurde Matthias Müller (CDU) in Wermsdorf. "Das Ergebnis ist eine tolle Voraussetzung für einen guten Start in die zweite Amtszeit", sagte er, "ich freue mich über den Zuspruch der Wähler." Der Wahlkampf sei nun abgehakt, jetzt gelte es, das Alltagsgeschäft wieder in Angriff zu nehmen: "Wir haben schließlich viel vor."

 

Für Herausforderer Bernd-Dieter Lehmann dürfte der Sonntag das Ende seiner politischen Ambitionen markieren. Immerhin schaffte der Ex-Bürgermeister nach zehn Jahren Pause bei der Wahl in Wermsdorf 29 Prozent, eine Rückkehr ins Alte Jagdschloss wird es für den 62-Jährigen nicht geben. Dabei hatte er sich mehr erhofft. Er schätze seine Chancen auf 50:50, hatte er vorige Woche noch gesagt. Für einen Kommentar war Lehmann gestern nicht zu erreichen.

 

Steve Wendorf (AfD) unterlag beim Wettstreit um den Chefsessel im Dahlener Rathaus dem Amtsinhaber Matthias Löwe (WHD) deutlich. Im Vorfeld hatte es Auseinandersetzungen um die Art und Weise, wie der Wahlkampf geführt wurde, gegeben. Löwe war daraufhin verpflichtet worden, das unzulässig verwendete Dahlener Stadtwappen auf seinen Wahlplakaten zu überkleben. "Ich akzeptiere das Wahlergebnis, so wie es ist", sagte der AfD-Kandidat. Man werde von ihm noch auf kommunalpolitischer Ebene hören - auch wenn bis zur den Gemeinderats- und Kreistagwahlen noch einige Zeit ins Land gehe.

 

Auch in Naundorf bleibt nach dem Wahltag alles beim Alten: Amtsinhaber Michael Reinhardt, seit 21 Jahren Bürgermeister, wird weiter die Geschicke von 15 Ortsteilen lenken. Die Wähler haben auf seine Erfahrung gesetzt und ihm mehrheitlich das Vertrauen geschenkt. Noch im Vorfeld der Wahl hatte es bei einer Mitgliederversammlung der Freien Wählergemeinschaft Naundorf ein Aufeinandertreffen der Kandidaten Michael Reinhardt und Michael Horn gegeben. Horn, der im Vorfeld der Wahl zu Einwohnerversammlungen in den Ortsteilen Naundorf, Hof, Gastewitz, Salbitz und Reppen eingeladen hatte, konnte am Ende nur 11,5 Prozent der Stimmen erringen. Beachtlich dagegen ist der Erfolg des Casabraners Heinz Schumann. Er holte aus dem Stand 24,9 Prozent. In absoluten Zahlen liest sich das wie folgt: Bei einer Wahlbeteiligung von 61 Prozent gaben 1211 von 1985 Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Reinhardt erhielt 766 Stimmen (63,7 Prozent), Horn 138 und Schumann 299. Nur acht Stimmzettel waren in den drei Wahllokalen Naundorf, Gastewitz und Hof ungültig.

 

Keine Bürgermeisterwahlen fanden am Sonntag in Liebschützberg und Mügeln statt. Die Liebschützberger wählen erst am 20. September einen Nachfolger für Karl-Heinz Börtitz (CDU), der nicht mehr antritt. Wahlvorschläge können bis zum 24. August eingereicht werden. In Mügeln wurde bereits im Januar mit Johannes Ecke ein neue Bürgermeister gewählt, da Volkmar Winkler imVorjahr für die SPD erfolgreich in den Sächsischen Landtag gewählt wurde.

 

HR/JB/ak/cku

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