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Oschatz Viertes Galeriegespräch über Perspektiven der Oschatzer Jugend
Region Oschatz Viertes Galeriegespräch über Perspektiven der Oschatzer Jugend
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17:48 25.09.2018
Die Teilnehmer des vierten Galeriegesprächs. Von links: Janett Rohnstock, Brian Lucas, Lisa Lohschmidt, Madlen Kluge und Claudia Hofmann. Quelle: Fotos/Montage: Christian Neffe
Oschatz

Ist Oschatz für die Jugend noch attraktiv? Was fehlt? Wo gibt es Nachholbedarf? Was funktioniert? Und wie kann man junge Menschen dazu motivieren, sich stärker für die Stadt zu engagieren? Solche und ähnliche Fragen wurden beim vierten Galeriegespräch am Montagabend im Thomas-Müntzer-Haus gestellt.

An der Beantwortung dieser Fragen versuchten sich Janett Rohnstock, Brian „DJ Househalt“ Lucas, die Schülerinnen Lisa Lohschmidt und Madlen Kluge sowie die Sozialpädagogin und Jugendarbeiterin Claudia Hofmann.

Viel Zuspruch für Oschatz als Lebensmittelpunkt

Moderator Ralph Hausmann eröffnete die Diskussionsrunde mit leichtfüßigen Fragen rund um den Musikgeschmack der Teilnehmer, erkundigte sich, wie es um die Kommunikation zwischen den Jugendlichen bestellt sei und vor allem, was sie Oschatz schätzen.

Schnell war man sich auf dem Podium einig: Oschatz sei gut vernetzt, biete eine gemeinschaftliche, familiäre Atmosphäre (Rohnstock und Lohschmidt), sei ein idealer Ort, um eine Familie zu gründen (Lucas) und Schauplatz vieler interessanter Geschichten (Rohnstock). Auch sei die Jugend dem Stadtrat wichtig, wie man am Jugendstadtrat sehe: „Das gibt es in anderen Städten einfach nicht“, so Claudia Hofmann.

Mehr und bessere Freizeitangebote in Leipzig und Riesa

Gleichwohl blieb eine wirkliche Diskussion in der ersten Stunde aus. Die kritischsten Worte kamen zu Beginn von Madlen Kluge: Die besseren und vielfältigeren Freizeitmöglichkeiten fände man in Riesa oder Leipzig. Es gebe kein Kino, Orte zum Feiern sowie Freiräume für Kultur und Sport könnten ausgebaut werden.

Doch die Jugend sollte eben auch nicht nur auf ihr Freizeitverhalten reduziert werden. Viele junge Oschatzer, so Brian Lucas, wüssten nicht, was sie aus sich machen könnten. Deshalb – aber natürlich auch zum Zwecke des Studiums – ziehe es viele nach der Schule zunächst in die großen Ballungsgebiete. „Viele brauchen die Erfahrung außerhalb, über den Tellerhand hinaus“, so Lisa Lohschmidt. Die Folge: Je weniger Jüngere, desto weniger Angebote.

Problem: Wie die Jugend erreichen?

Der große Konsens löste sich erst auf, als Ralph Hausmann die Runde öffnete und dem Publikum das Wort erteilte. Fortan entspann sich eine intensive Diskussion, die vor allem ein Problem zutage förderte: die mangelnde Kommunikation zwischen Veranstaltern und Jugend.

Sozialarbeiterin Claudia Hofmann merkte an, wie schwierig es sei, nicht nur die Angebote ihres Vereines „Sprungbrett e.V.“ bekannt zu machen. Weder Flyer noch Beiträge in den sozialen Netzwerken würden von den Jugendlichen wahrgenommen werden. Mitglieder der Werbegemeinschaft beklagten, dass viel Zeit, Energie und Geld in die sozialen Netzwerke gesteckt werde, doch der Nachwuchs kaum darauf reagieren würde.

Auch stellte sich heraus, dass es der Jugend an Engagement für die Stadt und Veranstaltungen fehle. Symptomatisch dafür war – bis auf zwei Ausnahmen – die Abwesenheit von Jugendlichen im Publikum. Uta Moritz von Thomas-Müntzer-Haus beklagte im selben Atemzug, wie schwierig es gewesen sei, junge Teilnehmer für das Podium zu finden.

Viele Ansätze für eine bessere Jugendarbeit

Wo also könnte man ansetzen? Hofmann plädierte unter anderem für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Stadt, Gewerbetreibenden und Jugend. So wurden Vorschläge für ein öffentliches Ideenbuch und einen offenen Treff gemacht, bei dem Probleme und Anregungen vorgetragen werden könnten.

Lucas, Lohschmidt und Kluge sprachen sich für bessere sportliche Angebote aus: ein Ausbau des Skatepools, BMX-Anlagen am Collm, ein Fußballkäfig ähnlich dem in Dahlen oder der Wiederaufbau der Sportgeräte im O-Schatz-Park.

Es gibt also Nachholbedarf – sowohl in Oschatz auch als beim Format selbst. Und doch sollte dem Rat von Moderator Hausmann gefolgt werden, nicht immer nur zu meckern und zu jammern. Kulturstätten sind ja schließlich vorhanden, beispielsweise das E-Werk und die Garküche. Angesprochen auf die hiesige Lebensqualität brachte es dann ausgerechnet die anfängliche Oschatz-Kritikerin Madlen Kluge auf den Punkt: „Man hat hier eigentlich alles zum Leben. Der Rest sind bloß Luxusprobleme.“

Von Christian Neffe

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