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Oschatz Vikar "Wirbelwind" verlässt Oschatz
Region Oschatz Vikar "Wirbelwind" verlässt Oschatz
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16:36 20.11.2014
Vikar Cyprian Matefy verlässt Oschatz. Quelle: DH
Oschatz/Dresden

Von christian kunze

Und als solchen werden sie ihn in Erinnerung behalten, wenn er zum Monatsende der Stadt den Rücken kehrt. Die Jungen und Mädchen der Jungen Gemeinde haben dem 32-Jährigen zum Abschied ein Bild gemalt. Das zeigt ihn mit einer Sonnenbrille. Womöglich, so Pfarrer Christof Jochem, ein Fingerzeig auf sein sonniges Gemüt. Zur Verabschiedung, in seinem letzten Gottesdienst, sprach der aus Rumänien stammende Pfarreranwärter über das Loslassen. "Alles muss raus", hieß es da - nicht allein mit Blick auf die Ware im Kaufhaus, um Platz für neue Saisonartikel zu schaffen. Matefy sprach von seinem eigenen Zimmer, das er nun räumen müsse - und das falle ihm nicht leicht. "Ich bin in Oschatz vor 27 Monaten so herzlich aufgenommen worden", erinnert er sich an den Beginn seiner Zeit. In den gut zwei Jahren hat er vor allem erlebt, wie Vorurteile über ländliche Kirchgemeinden entkräftet werden können. "Man hört sehr oft, dass die Leute dort sehr gefestigte, unverrückbare Ansichten haben und es schwierig ist, sich zu integrieren. Ich habe hier das Gegenteil erlebt", berichtet der junge Mann. Die Vielfalt des Gemeindelebens, die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen werde er am meisten vermissen. "Die kann man nicht in einem Koffer packen. Die kann man nur im Herzen tragen", so der Sohn eines rumänischen Vaters und einer ungarischen Mutter.

"Mit Cyprian Matefy verlässt eine zuverlässige zweite Stimme unsere Kirchgemeinde", bedauert Pfarrer Christof Jochem den Weggang. Nach seinem Start in der Christenlehre und dem Religionsunterricht in der Oberschule Robert Härtwig sei er vor allem bei der Vorbereitung und Koordination des Flüchtlingsprojektes eine enorme Hilfe gewesen, so Jochem.

Mit seiner nächsten Station, dem Antritt einer Pfarrstelle in der Johannesgemeinde in Dresden, geht für den Diplom-Theologen ein Wunsch in Erfüllung: Pfarrer in Sachsen sein. Zur Ordination am 2. Advent wird er sicher auch einige bekannte Gesichter aus Oschatz begrüßen können. "Das ist ja kein langer Weg. Ich werde sicher auch einmal zurück nach Oschatz finden", ist er überzeugt.

Christian Kunze

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