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Oschatz Virtuelle Reise in das alte Wien
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16:50 11.01.2013
Karl-Friedrich Kossert informierte die Oschatzer Philokartisten über die Wiener Werkstätte. Dazu hatte er viel Fachliteratur gewälzt. Den speziellen Fokus legte Kossert auf die Künstlerpostkarten der Wiener Werkstätte. Quelle: Günther Hunger
Oschatz

Auf den Tischen im Café Wentzlaff lagen eine große Auswahl von Postkarten der Wiener Werkstätte, leider nur Reprintausgaben. Die Originale wären so nicht frei zu zeigen. Ihr Wert ginge in die tausende Euro. Aber auch die entsprechende Fachliteratur "Die Postkarten der Wiener Werkstätte" von Traude Hansen (1982), "Kabarett Fledermaus 1907 bis 1913", ein Gesamtkunstwerk der Wiener Werkstätte von Michael Buhrs, "Design der Wiener Werkstätte: 1903 bis 1932. Architektur, Möbel, Grafik, Postkarten, Buchkunst, Plakate, Glas, Keramik, Metall, Mode, Stoffe, Schmuck" und weitere Nachschlagewerke über die Wiener Werkstätte lagen zur Einsicht bereit.

Karl-Friedrich Kossert verstand es, die Postkartenfreunde nicht nur mit den Karten aus der Ära der Wiener Werkstätte zu überzeugen, sondern entführte sie auch in das Reich der Entwürfe von Schmuck, Glas, Keramik, Möbel, Textilien bis hin zur Architektur.

Besonderes Interesse fanden natürlich die Kunstpostkarten zum Thema Mode, Frohe Ostern, Fröhliche Weihnachten, Berlin, Wien und viele andere Karten. Die Originalkarten wurden von 1908 bis 1915 gedruckt und ab 1908 fortlaufend nummeriert. Es wurden über 1000 verschiedene Kunstpostkarten veröffentlicht, wovon allein Oskar Kokoschka dreizehn Ansichtskarten gestaltete. Andere Künstler waren Mela Köhler, Egon Schiele, Fritzi Löw und Ludwig Heinrich Jungnickel.. Insgesamt 48 verschiedene Künstler haben diese hervorragenden Kunstpostkarten entworfen. Die geschätzten Auflagen betrugen zwischen 200 und 1000, nach neuesten Erkenntnissen bis zu 7000 Stück. Heute, 100 Jahre später, werden sie von Auktionshäusern in Salzburg, Wien, Hamburg, Berlin und von Sammlern weltweit hoch gehandelt. Vor allem die Künstlerkarten mit Darstellungen des dämonischen "Krampus", ein es Gehilfen des Weihnachtsmannes, einem furchterregenden Teufel, der im Bedarfsfall die Bestrafung von unartigen Kindern mit seiner Rute übernimmt, haben es den Liebhabern angetan. Dafür werden auch Preise bis zu 13 000 Euro bezahlt. Von diesen Summen können Oschatzer Philokartisten nur träumen.

"Der Vortrag von Karl-Friedrich Kossert und die vielen Beispiele der Wiener Werkstätte waren kein Traum, aber traumhaft gut und wir Gäste waren von der Zeitreise von Oschatz nach Wien begeistert", fassten die Besucher später zusammen.

Günther Hunger

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