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Oschatz Volle Auftragsbücher und belastende Bürokratie bei Firma Aquatec-Reuter in Gaunitz
Region Oschatz Volle Auftragsbücher und belastende Bürokratie bei Firma Aquatec-Reuter in Gaunitz
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00:18 04.06.2017
Der Aquatec-Geschäftsführer Klaus Reuter (l.) empfängt Claus Gröhn (r.), Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, und Landrat Kai Emanuel in seiner Firma. Quelle: Foto: Axel Kaminski
Gaunitz

Klaus Reuter ist ein Unternehmer, der dieses Wort wörtlich nimmt. Ja, die Auftragsbücher sind voll und das bedeutet eine Menge Arbeit. Nein, wochenlangen Urlaub am Stück könne er nicht machen. Tatsächlich wachsen auch die Fachkräfte nicht an Bäumen. „Jammern müssen wir nicht“, betont Klaus Reuter in der Runde mit Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig (HWK), der ihm und zwei weiteren Oschatzer Firmen Am Donnerstag einen Besuch abstattete. An diesem Austausch nahmen unter anderem Landrat Kai Emanuel, der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar sowie David Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg (alle parteilos) teil.

Als Unternehmer müsse man Lösungen suchen und finden, betonte Klaus Reuter. In der Firma gehe nicht das Licht aus, wenn langjährige Mitarbeiter tatsächlich mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen wollen. Mit 65 stehe ihnen das ohnehin zu. Da müsse man sich drehen, um Lücken zu schließen, bevor sie entstehen. Das sei nicht leicht, aber machbar.

„So gut ging es uns lange nicht“, charakterisierte Claus Gröhn die Lage des Handwerkes. Er fand es besonders interessant, dass die auf Liebschützberger Flur am Oschatzer Stadtrand angesiedelte Firma nicht nur Handarbeit, sondern in erster Linie Fachwissen verkauft. Klaus Reuter hatte zuvor von den Geschäftskontakten nach Russland, Österreich und Lettland sowie von der Entwicklungsarbeit mit Kambodscha berichtet. Mit Partnern dort habe man ein tropentaugliches Klärwerk entwickelt, schule dort auch Personal.

Der HWK-Präsident würdigte gerade diese Zusammenarbeit als politisch interessant, weil sie den Menschen eine Perspektive vor Ort gäbe. Den Aufwand dafür kommentierte Reuter wie viele andere Herausforderungen mit den Worten: „Das macht ja auch Spaß.“

Dennoch – bei allem Spaß – gibt es Dinge, die einen Handwerksbetrieb belasten. Die „Überbürokratisierung“ machte der Aquatec-Geschäftsführer an einem Beispiel fest: „Die Sächsische Aufbaubank hat gut gefüllte Fördertöpfe. Da ist auch für Handwerksbetriebe Interessantes dabei. Aber die Abrechnungsmodalitäten sind enorm.“ Claus Gröhe pflichtete ihm bei. Er schätzt, dass rund 40 Prozent der Arbeitszeit von Firmenchefs für Bürokratie draufgehe. Diese Zahl müsse deutlich runter, dann sei mehr Wachstum möglich. Er halte es außerdem für wichtig, dem „Akademisierungswahn“ Einhalt zu gebieten. Es müsse viel stärker publiziert werden, dass der Weg zum Studium auch über die Lehre und den Meistertitel führen könne.

Überrascht zeigte sich der Besuch aus Leipzig von den relativ niedrigen Bauland- und Gewerbegrundstückpreisen in und um Oschatz. Da könne man die Region zur Ansiedlung nur empfehlen.

Von Axel Kaminski

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