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Oschatz Vom Landratsamt zur Lebenshilfe: Nordsachsen versilbert Bürohaus
Region Oschatz Vom Landratsamt zur Lebenshilfe: Nordsachsen versilbert Bürohaus
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00:39 05.07.2015
Das Bürogebäude am Striesaer Weg will die Lebenshilfe für therapeutische Angebote und ambulante Dienste nutzen. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Von Frank Hörügel und Hagen Rösner

Und dazu gehörte das vor 20 Jahren neu gebaute Bürohaus in Oschatz, das einst das Ordnungsamt, das Bauordnungsamt, die Kfz-Zulassungsstelle, die Führerscheinstelle und schließlich die Kreisvolkshochschule beherbergte. Den Verkauf hatte der Kreistag Mitte 2010 im Rahmen eines sogenannten Haushaltssicherungskonzeptes beschlossen.

Bis Mitte 2012 sollte das Haus frei gelenkt werden, um es potenziellen Käufern schmackhaft zu machen. Doch dann passierte erst mal lange Zeit nichts. Überraschend ist nun doch ein Käufer aufgetaucht. Der Kreistag Nordsachsen stimmte bei seiner Sitzung am Mittwochabend dem Verkauf der Immobilie zu. Die Veräußerung des etwa einen halben Hektar großen Geländes inklusive des zweigeschossigen Bürogebäudes soll rund 550 000 Euro in die Kasse des Landkreises Nordsachsen spülen, heißt es in der Beschlussvorlage. Über ein Wertgutachten wurde dieser Kaufpreis ermittelt. Ursprünglich hatte der Landkreis in den Bau des Hauses reichlich zwei Millionen Euro investiert. Der Wertverlust beläuft sich also auf knapp drei Viertel der Investition.

Käufer der Immobilie ist die Lebenshilfe Regionalvereinigung Oschatz, die sich um geistig behinderte Menschen kümmert. Der gemeinnützige Verein hatte schon im Dezember 2014 Interesse bekundet, das Objekt zu übernehmen. Die Lebenshilfe hatte sich mit der Abgabe des Angebots auch verpflichtet, einen derzeit noch bestehenden Mietvertrag mit der Bildungseinrichtung SBH Südost zu übernehmen. Die SBH hat derzeit elf Räume in dem Verwaltungsgebäude gemietet.

"Wir haben auf diesen Zuschlag gewartet und halten die Lage am Striesaer Weg für einen sehr attraktiven Standort", sagte gestern Vorstandsmitglied Manja Elschner auf OAZ-Anfrage. Das Nutzungskonzept stehe noch nicht in jedem Detail fest. Doch bereits jetzt sei klar, dass hier verschiedene therapeutische Angebote und ambulante Dienste künftig ihren Standort haben sollen. "Und zwar für die Menschen, die wir betreuen und auch für die Öffentlichkeit", sagte Manja Elschner. Nach eigenen Angaben verfügt die Oschatzer Lebenshilfe über 700 Betreuungsplätze für geistig Behinderte und ist Arbeitgeber für 224 Mitarbeiter. © Kommentar

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