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Oschatz Von Holzwürmern befreit
Region Oschatz Von Holzwürmern befreit
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16:54 01.07.2013
Karl-Heinz Lasch von Bautenschutz und Hygienedienstleistung Dresden misst an der Jehmlich-Orgel, ob noch Blausäure in der Luft ist - Ergebnis negativ. Quelle: Sven Bartsch

Das hat geklappt - und die giftigen Gase sind verschwunden.

Karl-Heinz Lasch steckt ein dünnes Prüfröhrchen in die Balkenpumpe, drückt die Pumpe drei Mal mit der rechten Hand und beobachtet das Röhrchen aufmerksam. "Das Röhrchen bleibt weiß. Alles ist frei", sagte der Begasungstechniker gestern früh. Frei heißt, dass die Blausäure, mit der die Holzwürmer begast wurden, vollständig aus der Kirche gewichen ist. "Vor einer Woche haben wir mit dem Lüften begonnen. Mit Hilfe von Lüftern und dem Sog der Kirchtürme ist alles raus - so, als ob nichts gewesen wäre", sagte der 59-Jährige. Und was ist mit den Holzwürmern passiert? "Ich gehe davon aus, dass alle tot sind", betonte der Experte.

Gestern Früh roch es in der Kirche noch etwas nach bitteren Mandeln. Angst davor, dass hier noch giftige Gasreste vorhanden sind, brauchen die Besucher der Kirche jedoch nicht zu haben, versichert Lasch. "Da Blausäure farb-, geruch- und geschmacklos ist, wird zur Sicherheit ein Stoff beigemischt, der nach Mandeln riecht", erklärte er den Geruch. Als letzte Amtshandlung in Oschatz entfernte der Begasungstechniker gestern die rot-weißen Absperrbänder vor dem Eingangsportal der Stadtkirche. Seine nächste Station: "Am Donnerstag bin ich in einer Mühle in Müllrose bei Frankfurt an der Oder im Einsatz - gegen Käfer und Motten."

Auch Privatpersonen konnten in den vergangenen Tagen Möbel oder Inventar, das von Holzwürmern befallen ist, in der Süd-Sakristei der Aegidienkirche begasen lassen. Der Oschatzer Robert Schmidt nutzte die Gelegenheit und stellte hier einen 100 Jahre alten Tisch und eine Spendenbox aus Holz ab. Gestern holte er sein Eigentum wieder ab. "Mit der urigen Spendenbox - das ist der Kasten einer alten Nähmaschine - kann ich nun wieder sammeln, demnächst für die Sanierung der Oschatzer Klosterkirche", sagte er.

Nach dem Abschluss der Schädlingsbekämpfung kann die Kirche seit gestern wieder ohne Einschränkungen genutzt werden. Am Donnerstag wird Lucas Pohle aus Crostau im Rahmen der Sommermusik auf der nun holzwurmfreien Jehmlich-Orgel im Musikstil des 18. bis 21. Jahrhunderts improvisieren (Beginn: 18.30 Uhr). Und Pfarrer Christof Jochem hält hier am Sonntag erstmals wieder einen Gottesdienst - ohne dass leise Holzmehl aus den Bänken rieselt.

Frank Hörügel

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