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Oschatz Von Niedergoseln in den Schützengraben
Region Oschatz Von Niedergoseln in den Schützengraben
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16:41 16.04.2014
Oschatz/Niedergoseln

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Einer von ihnen war Hermann Friedrich aus Niedergoseln. Für ihn begann der Weltkrieg am 28. Mai 1915. An diesem Tag kam der damals 29-Jährige zur zehnten Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments 244 und landete damit mitten in den berüchtigten Stellungskämpfen. Im Schützengräben kämpfte er von nun an im französischen Teil von Flandern, an der Somme und zuletzt in der Champagne gegen die Feinde.

Am 3. September 1916 entkam Hermann Friedrich dem Schützengraben durch eine Verletzung seines rechten Mittelfingers. Er wurde zum Krankenträger ausgebildet. Noch drei Jahre musste Hermann Friedrich an der Front aushalten, ehe er nach der Räumung der besetzten Gebiete am 21. Dezember 1918 nach Niedergoseln entlassen wurde - mit 50 Mark Entlassungsgeld, 15 Mark Marschgeld in der Tasche und einem Marschanzug am Leib. Diese Fakten sind im Militärpass des Niedergoselners nachzulesen. "Den Pass haben meine Eltern im Nachlass aufbewahrt und mir übergeben", sagt Heidrun Kowarschik. Die 69-jährige Oschatzerin ist die Enkelin von Hermann Friedrich und kann sich noch gut an ihren Großvater erinnern. Als ihr Opa am 21. November 1972 starb, war Heidrun Kowarschik 27 Jahre alt.

"Mein Großvater war ein ganz ruhiger und manchmal auch verschmitzter Mann", erinnert sich die Oschatzerin. Als Mädchen war sie fast jedes Wochenende bei den Großeltern zu Besuch, die in einem Bauerngut gegenüber dem damaligen Dorfkonsum in Niedergoseln eine kleine Landwirtschaft betrieben. Sein Geld verdiente Hermann Friedrich allerdings als Maurer.

Von seinen Erlebnissen im Ersten Weltkrieg erzählte der Großvater seiner Enkelin nichts. Auch bei Familientreffen war diese Zeit kein Thema. "Ich weiß nur noch, dass sich unter dem Kanapee ein großes Buch mit Bildern vom Krieg befand", blickt Heidrun Kowarschik zurück. Frank Hörügel

Frank Hörügel

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