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Oschatz Von Schloss zu Schloss: Führungen im Alten Jagdschloss und auf der Hubertusburg
Region Oschatz Von Schloss zu Schloss: Führungen im Alten Jagdschloss und auf der Hubertusburg
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11:21 22.02.2016
Begrüßt wurden die Gäste in der Eingangshalle, in der die originalen vier Jahreszeiten stehen. Quelle: Dirk Hunger
Wermsdorf

Vor dem starken Regen und dem Wind haben sich Volkmar Andrä und Ricarda Goldbeck unter den Torbogen des Alten Wermsdorfer Jagdschlosses geflüchtet. Sie sind nicht die einzigen, die sich ein trockenes Plätzchen gesucht haben und auf die Führung von Schloss zu Schloss in der blauen Stunde des Tages warten.

Empfangen werden sie von Thilo Blamberg und Martina Lotzmann von den Gästeführern von Schloss Hubertusburg. Das Colditzer Pärchen freut sich, dass das touristische Angebot nicht ins Wasser fällt, wenngleich die Ausführungen zum Alten Jagdschloss und zum Ortskern doch kürzer ausfallen. Doch die beiden Ferienkinder Henry und Hannah aus Leipzig, die mit ihrer Oma Kerstin Reinhardt auf geschichtsträchtigen Spuren wandeln wollten, können trotzdem einiges Neues erfahren.

Keine gewöhnliche Poststation

Vom Torbogen aus haben sie mit den anderen Teilnehmern die alte Poststation, heute Grundschule, gut im Blick. „Das war hier keine gewöhnliche Poststation. Wir würden es heute etwa mit dem Briefverteilzentrum von DHL vergleichen. Hier wurde die Post gesammelt und auch verteilt“, erzählt Thilo Blamberg. „Von hier aus konnte man direkt bis nach Paris oder Prag fahren.“ Nebenan sei die Ausspanne für die Pferde gewesen und im benachbarten Gasthaus gab konnte auch genächtigt werden.

Zum Alten Jagdschloss zugewandt, erklärt Blamberg, dass dieses historische Areal einst mit einem Wassergraben umgeben war. Obwohl der Gebäudekomplex majestätisch wirke, sei das Schloss einst zu Zeiten von August dem Starken von dessen Gutachtern als zu „pooplich“ als Residenz befunden worden. Ein Urteil, dass ab 1721 zum Bau der Hubertusburg führte.

Immer noch regnet es unaufhörlich. Anlass für Thilo Blamberg, den Tross schneller als sonst zur Hubertusburg zu bringen. Am Eingang von Schloss Hubertusburg angekommen, empfangen lodernde Fackelkerzen die Besucher. Die eingebrochene Dunkelheit steuert zur besonderen Stimmung bei. Die Gruppe besucht zuerst die katholische Schlosskapelle.

Echte Instrumente

Der Gästeführer kennt manche Geschichte, zu der sich Parallelen zur heutigen Zeit finden. So berichtet er von den Restauratoren und Künstlern, die die original getreu erhaltene Decke der Schlosskapelle besonders untersuchten, um hier wertvolle Informationen zur künstlerischen Arbeit des Malers Johann Baptist Krone zu erhalten. 1747 war nach nur dreimonatiger Arbeit das Deckenbild fertig geworden. Die Restauratoren sammelten Informationen, die sogar in den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche flossen. Krone war einst ein bedeutender Künstler seiner Zeit und hatte so auch das Kuppelbild der Frauenkirche geschaffen.

Erstaunt waren die Besucher, dass die in die Verzierung der Kapelle integrierten vergoldeten Musikinstrumente keine Nachbildungen sind, sondern dabei echte Instrumente verwendet worden. „Ähnliches war auch im Freiberger Dom getan worden. Als man die Instrumente dort restaurierte, entdeckte man vor Jahren sogar eine echte Stradivari. Bei uns hier wurden die Instrumente in der Kapelle noch nicht untersucht und restauriert. Vielleicht gibt es auch hier eine Überraschung?“, liebäugelt Blamberg.

Dann geht es in die oberen Ausstellungsräume. Immer wieder gibt es hier Geschichten zu hören, die so in keinem Reiseführer geschrieben sind. Aber das ist auch ein Markenzeichen der Angebote der Wermsdorfer Gästeführer, von denen an diesem Abend Martina Lotzmann und Thilo Blamberg in Aktion zu erleben waren. Und noch etwas haben alle Teilnehmer mitgenommen: Egal wie das Wetter ist, die Wermsdorfer Schlösser laden immer zu einer Erkundung ein.

Von Bärbel Schumann

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