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Von der Post des Kaisers zur Bank des Volkes

Von der Post des Kaisers zur Bank des Volkes

Bis in das 17. Jahrhundert kann man die Geschichte des Grundstückes in der Lutherstraße Nr. 19 zurückverfolgen. Im Steuer-Register von 1688 findet sich der Eintrag, der "Garten ist sehr schlecht, kein Baum darinnen und wird bloß zur Gräserei genutzt".

Oschatz.

Und 1897 heißt es in den Archivalien, dass die Stadt Oschatz das Grundstück "mit einem alten, baufälligen, der Lutherstraße zur Unzier gereichenden Gehöft" 1883 von der Witwe Amalie Theile für 15 000 Mark abgekauft und dann mit einem Posthause bebaut hat.

 

Das "Gehöft" war tatsächlich ein Schandfleck in der 1871 entstandenen "Neuen Straße". Zumal schon 1872 an der Ecke zur Promenade die ansehnliche Amtshauptmannschaft, die kürzlich von den Oschatzer Wohnstätten rekonstruiert wurde, entstanden war. Für das Grundstück gegenüber, heute Lutherstraße Nr. 14, hatte Baumeister Friedrich Wilhelm Dorn 1876 die Stadt um einen Neubau mit Schankerlaubnis ersucht, was schon wegen der Amtshauptmannschaft ein Bedürfnis sei, wie er meinte.

 

Zwei Jahre später eröffnete dann die Gastwirtschaft "Zum Wettiner Hof", in der seit 1998 die "Praxis für Physiotherapie Liane Schurig" zu Hause ist. Weitere Neubauten im 19. Jahrhundert machten die Verbindungsstraße zwischen der Promenade und Bahnhofstraße zu einer attraktiven Wohn- und Geschäftsadresse. Anlässlich des 400. Geburtstages von Martin Luther erfolgte 1883 die Umbenennung in Lutherstraße.

 

Der Neubau des repräsentativen Postgebäudes fügte sich harmonisch in die Lutherstraße ein. Neben dem Kaufpreis für das 1 450 Quadratmeter große Areal musste die Stadt 75 000 Mark für den Neubau aufbringen. Aber die Vermietung an die "Kaiserliche Post" zwischen 1886 und 1901 für jährlich 5 100 Mark war für die Stadt kein schlechtes Geschäft. Die Post richtete im Kellergeschoss Wirtschaftsräume ein, nutzte das Erdgeschoss für die Post- und Paketabfertigung, für Schließfächer und für Büros der Postbeamten. Im Obergeschoss hatte man Wohnräume für die Postdirektoren geschaffen und das Dachgeschoss beherbergte Betriebsräume für den Fernsprech- und Telegrafenverkehr.

 

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, der Kaiser war abgedankt, musste 1919 auf Anordnung der Oberpostdirektion Leipzig der Hinweis auf den Kaiser im Schriftzug "Kaiserliches Postamt" entfernt werden. Das "Postamt" blieb erhalten und mit ihm die attraktiven Hauszeichen, die auf die "Post" und die "Telegrafie" verweisen und noch heute zu bewundern sind.

 

Um 1937 verkaufte die Stadt Oschatz das Grundstück an die "Bäcker-Einkauf e.G.m.b.H. Oschatz". Die Bäcker verblieben aber zunächst in ihren Räumen am Steinweg Nr. 18 und vermieteten ihrerseits das Anwesen an die Post, jedoch mit dem Hinweis, dass der Mietvertrag in zwei Jahren mit der Fertigstellung der neuen Post in der Bahnhofstraße endet. Fortsetzung folgt

Dr. Manfred Schollmeyer

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