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Vor 50 Jahren eingezogen

Vor 50 Jahren eingezogen

Auf den Tag genau vor 50 Jahren bezogen die ersten Mieter ihre Neubauwohnungen in der Oschatzer Straße. Knapp fünf Jahre nach der Gründung der Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft (AWG) "Frieden" wurde der erste von vier Wohnblocks fertiggestellt.

Wermsdorf.

 

Von Axel Kaminski

 

Grundlage der Bildung von Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaften war ein Erlass des Ministerrates der DDR vom Dezember 1953. Voraussetzung für eine AWG-Gründung war demnach ein Trägerbetrieb.

 

"Diese Rolle übernahmen in Wermsdorf die Krankenanstalten Hubertusburg", berichtet der ehemalige Genossenschaftsvorsitzende Hans Pappisch. Die AWG "Frieden" wurde am 15. Januar 1959 gegründet. Albert Marschner, damaliger Verwaltungsleiter der Krankenanstalten, habe zugestimmt gehabt, dass auch Mitarbeiter anderer Wermsdorfer Betriebe einen Antrag auf Mitgliedschaft in der AWG stellen konnten.

 

Nach der Eintragung in das Genossenschaftsregister seien durch die Staatliche Plankommission beim Rat des Kreises Oschatz für die AWG vier Wohnblöcke mit je 18 Wohnungen vorgesehen worden. Gebaut werden sollte auf der Fläche zwischen Friedhof und Hoher Weg. Als Baubetrieb sei der AWG der volkseigene Kreis-Baubetrieb Döbeln zugewiesen worden.

 

Eine Reihe von AWG-Mitgliedern habe gegen das Baugelände neben dem Friedhof protestiert. Daraufhin sei ein neuer Standort gesucht und die Oschatzer Straße gefunden worden. In diesem Zusammenhang seien "von oben" die ursprünglich vorgesehenen 18 Zwei-Raum-Wohnungen mit zwei Kinderzimmern aus dem Programm genommen worden. Das habe zur Folge gehabt, dass jene Mitglieder, die sich um solche Wohnungen beworben hatten, aus der Genossenschaft austraten. Neue Mitglieder mussten gefunden werden, damit die Blocks gebaut werden konnten. Diese Forderung habe binnen kurzer Zeit erfüllt werden können.

 

Am Himmelfahrtstag 1961 begannen die Ausschachtungsarbeiten am Block Oschatzer Straße 16/18. Ab diesem Zeitpunkt war das Engagement derer, die hier einziehen wollten, gefragt. "Wir hatten bis zum Einzug 750 Arbeitsstunden abzuleisten" erinnert sich Hans Pappisch. So seien Schachtarbeiten für Wasserleitungen, Beschleusung und Kabel auszuführen gewesen. In Eigenleistung hätten die Mitglieder auch die Ausschachtungen für die Klärgruben und die Fundamente vorgenommen. Die Planierraupe, die durch die Binnenfischerei bereitgestellt wurde sei dabei eine große Hilfe gewesen. Ohne Spitzhacke, Schaufel und Schubkarre sei es dennoch nicht gegangen.

 

Etwa ein Drittel jener Mieter, die vor 50 Jahren in die AWG-Wohnungen einzogen, wohnt heute noch dort, war aus der Gemeindeverwaltung zu erfahren. Von den 72 Wohnungen der Genossenschaft stehen derzeit drei leer. Erheblich geändert hat sich der Altersmix an der Oschatzer Straße. In den vier Blocks leben heute sechs Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Vor 50 Jahren war diese Zahl um ein Mehrfaches höher.

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