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Oschatz Vorbild Stollberg: Lichtblick für verwahrlosten Oschatzer Bahnhof
Region Oschatz Vorbild Stollberg: Lichtblick für verwahrlosten Oschatzer Bahnhof
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00:35 22.10.2015
Der Oschatzer Bahnhof steht seit Jahren leer. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Der Oschatzer Oberbürgermeister (OB) Andreas Kretschmar (parteilos) sprach das Problem jüngst bei der Ehrung von Vereinsmitgliedern an. Er erklärte, dass das Gebäude nicht der Stadt gehöre, es sei schon mehrfach verkauft worden. Jetzt gehöre es einem italienischen Investor. Und so könnte die künftige Nutzung aussehen: Die Döllnitzbahn könne den Mittelteil bekommen, auch für den Fahrkartenverkauf. Ein Kiosk wäre angebracht. Die Türme rechts und links könnten wirtschaftlich genutzt werden, so der OB. Die meisten potenziellen Investoren seien jedoch an einem tragbarem Konzept gescheitert.

Einer, der nicht nur ein großes Herz für das Gebäude und die Eisenbahn zeigt, ist Günther Hunger, der Fotograf, der einige Jahrzehnte auch für diese Zeitung gearbeitet hat und ein leidenschaftlicher Philokartist ist, kämpft für die Nutzung des Oschatzer Bahnhofsgebäudes und freut sich, in der Chefetage der Deutschen Bahn und beim OB auf offene Ohren gestoßen zu sein.

Hungers Konzept ist durchdacht. Er hat zu seinen Unterlagen auch eine Machbarkeitsstudie und Schritte zur Realisierung beigefügt, wie sie andere Förderer an baugleichen Bahnhöfen umgesetzt haben, zum Beispiel in Erlau oder Stollberg.

Der Oschatzer Eisenbahnfreund hat seine Ideen mit umfangreichen Recherche und Briefverkehr untermauert. So hatte er sich mit seinen Gedanken auch an den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn, Rüdiger Grube, gewandt.

In seinem Namen antwortete Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Sachsen: "Wie der konkrete Fall des Bahnhofs Oschatz zeigt, ist es leider auch den neuen Eigentümern vielfach nicht gelungen, die Bahnhofsgebäude kostendeckend zu vermarkten. Ihre Konzept-Idee finde ich sehr viel versprechend. Ich bin deshalb der Meinung, dass Sie damit an den Eigentümer der Immobilie herantreten sollten."

Der OB möchte die Kommunalisierung des Bahnhofes vorantreiben, aber es fehle eine wirtschaftliche Nutzung für die beiden seitlichen Türme. Es müsse sich aber um eine Lösung handeln, die kein Zuschussgeschäft für die Stadt wird.

Günther Hunger bezieht sich auf eine Umfrage zum Thema Bahnhofsgebäude in Erlau. Darin wurden Personen befragt, welche mögliche Nutzungen sie sich vorstellen konnten: Tagesbetreuung, Kleinkinderbetreuung, Bürgertreff, Vereinsräume, Veranstaltungsraum, Mittagsküche, Jugendtreff und Sonstiges. 57 Prozent der Gefragten waren für Veranstaltungen, 51 Prozent für einen Bürgertreff und 39 Prozent für eine Tagesbetreuung.

Kozeptideen

1. Fahrkartenverkauf für DB und Kleinbahn Oschatz-Mügeln-Glossen, Zeitungen, Zeitschriften, Eisenbahnbücher, Lotto, Tabakwaren, Mini-Imbiss, Toiletten, Sitzecke für Gäste mit Info-Tafel, Bildschirm und Internet-Anschluss.

2. Eisenbahn-Ansichtskarten-Museum   (im Turm links oder.rechts), Ansichtskarten-Ausstellung, Café in der ehemaligen Mitropa, Ansichtskartenarchiv, -verkauf, -ankauf, Sonderausstellungen wie „Bahnhöfe im Wandel der Zeit“.

3. Geschichte der Bahnpost (in der ehemaligen Gepäckabteilung unten links), Modelle von Postwagen, Bahnpoststempel, Bahnpostbriefkasten.

4. Werkstatt für Gestaltung von Ansichtskarten für Kinder  (im Gebäude links bzw. rechts)

5. Ansichtskartensammelgebiete

6. Veranstaltungen und Aktionen (Wandertage, Schulungen)

7. Handel und Verkauf von Ansichtskarten und Literatur

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