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Oschatz Wanderer machen Rast im Glossener Rost
Region Oschatz Wanderer machen Rast im Glossener Rost
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00:38 25.06.2015
Die Teilnehmer der Wanderung hier auf ihrer Tour im Glossener "Rost", wo sie eine kleine Rast einlegten. Quelle: Bärbel Schumann
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Sornzig

Von Bärbel Schumann

Dazu zählt das kleine Waldstück "Rost" auf der Glossener Flur. Vorbei an Pferdekoppeln und durch einen Teil des Ortes laufend, wurde der Glossener Bahnhof angesteuert. Hier wartete bereits ein Zug der Feldbahn auf die Wanderer. Er brachte sie in den Steinbruch, der heute ein technisches Denkmal ist. Mitglieder des Feldbahnvereins wussten Interessantes zum Abbau des Gesteins und der dabei verwendeten Technik zu erzählen. Über Poppitz und Paschkowitz ging es schließlich wieder zurück nach Sornzig. Doch beim Wanderwochenende waren die Teilnehmer nicht nur auf Schusters Rappen unterwegs. Zum Auftakt hatten Bettina Schubert von der Klosterstiftung und Hans-Peter von Bahder zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Hans-Peter von Bahder berichtete von seinen Erlebnissen, als er allein auf einem Teilstück des Jacobswegs unterwegs war. Er schilderte, wie man sich dabei auf das Wichtigste im Leben besinnen und zu sich selbst finden kann.

Bereichert wurde die Gesprächsrunde durch Mügelns Museumsleiter Andreas Lobe. Er hatte in alten Aufzeichnungen nach Menschen aus der Region gesucht, die einst auch auf Wanderschaft waren. Entdeckt hatte er dabei die Aufzeichnungen von Heinrich Wilhelm Richter, einem Posamentenmacher, der sich 1809 auf den Weg in die Welt gemacht hatte. Nach zehn Jahren war er wieder zurück, ließ sich 1820 in Mügeln nieder und hatte allerhand zu berichten: Er war während der napoleonischen Kriege bei den Franzosen gefragt bei der Anfertigung von Borten für deren Uniformen, war bis in den Elsass gekommen, später zwischen die Fronten geraten und fand schließlich bei einer Kosakeneinheit Aufnahme. Er wanderte bis Ungarn, Wien und Prag, von wo aus er schließlich nach Leipzig gelang, bevor es zurück nach Mügeln ging. "Akribisch schrieb er seine Erlebnisse auf und reichte sie an seine Söhne weiter", berichtete Lobe. Die drei Söhne müssen die Leidenschaft, Fernes zu entdecken, geerbt haben. Der Ältere, Paul Richter, soll sich mit drei Millionen Zigarren auf den Weg nach New York gemacht haben. Seine Geschäfte müssen gut gegangen sein, denn er ließ sich später in Chile nieder. Nach zwölf Jahren besuchte er wieder einmal Mügeln zum Heimatfest und stiftete der Stadt die erste "Kinderbewahranstalt", heute Kindergarten.

Bärbel Schumann

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