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War es ein Wolf? Gerissenes Reh in Treptitz sorgt weiter für Spekulationen

Wildtiere War es ein Wolf? Gerissenes Reh in Treptitz sorgt weiter für Spekulationen

Am Freitag wurde auf einem Feld bei Treptitz ein Rehkadaver gefunden. Von diesem Tier war – abgesehen vom Kopf und den abgenagten Rippen nicht mehr viel übrig. Da Landwirt Martin Hühnlein nahe dieser Stelle schon einen Wolf beobachtet hat, glaubt er, dass das tote Reh auf das Konto dieses Raubtieres geht.

Ein dauerhaftes Wolfsvorkommen ist in der Dahlener Heide bisher nicht nachgewiesen worden.

Quelle: Foto. dpa

Treptitz. War es nun tatsächlich ein Wolf, der in der vergangenen Woche bei Treptitz ein Reh gerissen hat (wir berichteten)? Die verunsicherten Einwohner des Dorfes in der Gemeinde Cavertitz müssen sich weiter gedulden, bis sie eine endgültig Antwort auf diese Frage bekommen. Das Landratsamt Nordsachsen gab sich am Montag noch vorsichtig. Nach einer Besichtigung sei die Behörde zur Schlussfolgerung gekommen, dass „der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann“. „Die untere Naturschutzbehörde wertet die vorliegenden Spuren aus und dokumentiert sie“, teilte Peter Stracke, Pressesprecher des Landratsamtes Nordsachsen mit. Man werde sich noch mit dem Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ abstimmen, um zu einer abschließenden Einschätzung zu gelangen.

Das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ ist innerhalb des sächsischen Wolfsmanagements für die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit über das Raubtier zuständig. Projektleiterin Vanessa Ludwig betonte gegenüber der Oschatzer Allgemeinen, dass ein dauerhaftes Wolfsvorkommen in der Dahlener Heide bisher nicht nachgewiesen worden sei. Durchziehende Tiere aus dem in der Annaburger Heide ansässigen Rudel seien aber in dieser Region vorstellbar.

Obwohl Wolfsrudel Reviere mit einer Größe von 150 bis 350 Quadratkilometern für sich beanspruchen, sei auch die deutlich kleinere Dahlener Heide als solches Revier denkbar. „So ein Revier muss nicht komplett aus zusammenhängenden Waldgebieten bestehen“, betont Vanessa Ludwig. Auch Grünland- und Ackerflächen würden von den Raubtieren zur Jagd genutzt. Wichtig sei jedoch für die Tiere, dass es ausreichend große, ruhige Rückzugsgebiete gibt, in denen die Wölfe ungestört schlafen und ihren Nachwuchs aufziehen können.

Die Projektleiterin des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“ zieht zum Vergleich die Gohrischheide nördlich von Riesa heran. Sie ist insgesamt 285 Quadratkilometer (Dahlener Heide: 160 Quadratkilometer) groß. Die Rückzugsgebiete der Wölfe würden sich hier auf zwei Waldflächen verteilen. Im Gegensatz zur Dahlener Heide sei die Gohrischheide zum größten Teil für die öffentliche Nutzung gesperrt. Allerdings gäbe es dort – wie in der Dahlener Heide auch – eine Nutzung durch die Forstwirtschaft. Auch in der Lausitz, wo die Wölfe als „Wiedereinwanderer“ in Sachsen erstmals ihre Spuren hinterließen, hätten sie längst nicht mehr nur gesperrte Flächen – wie ehemalige Truppenübungsplätze – als Reviere auserkoren.

Am Freitag war auf einem Feld bei Treptitz ein Rehkadaver gefunden worden. Von diesem Tier war – abgesehen vom Kopf und den abgenagten Rippen – nicht mehr viel übrig. Da Landwirt Martin Hühnlein nahe dieser Stelle schon einmal einen Wolf beobachtet hatte, glaubt er, dass auch das tote Reh auf das Konto dieses Raubtieres geht. Dafür sprächen auch die vor Ort vorgefundenen Pfotenenabdrücke.

Von Axel Kaminski

Treptitz 51.4010971 13.1294517
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