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Oschatz Warme Füße für Patienten: Naundorfer erfindet beheizbare Rettungsmatratze
Region Oschatz Warme Füße für Patienten: Naundorfer erfindet beheizbare Rettungsmatratze
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00:37 09.10.2015
Andreas Körner mit dem Prototyp einen beheizten Matratze für den Rettungsdienst und Krankentransport. Quelle: Dirk Hunger
Oschatz

„Im Winter 2012 habe ich mir erstmals Gedanken gemacht, wie man Patienten im Liegen transportieren kann, ohne dass sie aus ihrem warmen häuslichen Umfeld oder sogar aus dem Bett kommend einen Kälteschock bekommen“, sagt der Rettungsassistent. Der  45-Jährige schildert, wie der Alltag der Sanitäter beim internistischen Einsatz aussieht: „Wir holen die Patienten ab, entweder aus dem Bett oder vom Sofa. Mit einen Tragestuhl geht es dann durch das Treppenhaus. Am Fahrzeug werden die Patienten schließlich auf eine Matratze gelegt, die die meiste Zeit in einer unbeheizten Umgebung steht. Jeder Gesunde freut sich, wenn er sich in ein beheiztes Auto setzt. Bei kranken Menschen ist die Freude noch viel größer“, so Körner.

Aus diesem Grund machte er sich auf die Suche nach einer beheizbaren Matratze für Rettungsfahrzeuge. Doch Fehlanzeige. „Ich mache für das DRK auch die Medizintechnikbeschaffung und habe mich umgehört, aber so etwas gibt es definitiv nicht.“

Da nahm Körner sein erstes Geld in die Hand. „Ich habe 3500 Euro an die Firma Erfinderhaus gezahlt. Das ist ein renommiertes Unternehmen, das eine fast weltweite Patentrecherche nach einer beheizbaren Rettungsmatratze in die Wege geleitet hat. Die haben heraus gefunden, dass es für den Rettungsdienst so etwas bisher noch nicht gibt.“ Also machte sich der Rettungsassistent und ehrenamtliche Chef des DRK-Ortsverbandes Naundorf ganz konkrete Gedanken, wie diese Heizung aussehen könnte. Zuerst überlegte er, welche Körperpartien gewärmt werden sollen und wie das Heizsystem funktionieren könnte. „Über eingebaute Akkus und zwei Karbonheizdecken werden bestimmte Zonen der Matratze erwärmt. Mein Anliegen war es, das System so einfach wie möglich zu gestalten, damit so wenig wie möglich gewartet werden muss oder kaputt gehen kann“, sagt Körner. Inzwischen hat er über einen Modellbauer bereits einen Prototyp herstellen lassen. Das jetzige Modell schafft es, den Oberschenkel-, Gesäß- und Brustbereich eine dreiviertel Stunde lang außerhalb des Fahrzeuges auf 39 Grad Celsius zu erwärmen. „Ich habe selbst den Prototyp an mir getestet und ich glaube, dass das Ergebnis okay ist. Inzwischen ist auch das Patent für die Idee angemeldet, so dass ich ohne Probleme mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gehen kann“, meint Andreas Körner, der inzwischen schon rund 12.000 Euro in seine Erfindung investiert hat.

Sollte die Heizmatratze für Rettungsdienst und Krankentransport in Serie gebaut werden, dann gäbe es allein in Deutschland eine beträchtlichen Markt. „Allein im Bereich den Notfalldienstes gibt es in Sachsen etwa 100 Rettungswachen mit zirka zwei Fahrzeugen. Nehmen wir noch die Dienstleister aus dem Bereich des Krankentransportes dazu, dann bewegen wir uns in der Bundesrepublik zwischen 6000 und 7000 Fahrzeugen, die mit einer solchen heizbaren Matratze ausgerüstet werden können.“

Inzwischen ist Andreas Körner auf der Suche nach Investoren, die an die Umsetzung seiner Idee glauben und Geld dafür ausgeben wollen. „Ich bin jetzt an eine Grenze gekommen, wo es um eine gewisse Serienreife geht, da kann ich mit der Familienfinanzen nicht mehr mithalten“, meint Körner. Er will in Kürze unter anderem in der MDR-Erfinderserie „Einfach genial“, seinen Prototyp vorstellen. „Wir schicken Missionen zum Mars, aber wir sind nicht in der Lage unsere Kranken mit einer ordentliche Wärmeversorgung zu transportieren“, sagt Andreas Körner, der vom Erfolg seiner Idee überzeugt ist.

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