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Wasser marsch für neue Anlage in Treptitz

Wasser marsch für neue Anlage in Treptitz

Ein Stück mehr Unabhängigkeit für Treptitz: Der Verein zur ökologischen Gewässerbewirtschaftung (Vög) hat jetzt seine neue Vererdungsanlage offiziell in Betrieb genommen (wir berichteten) - nach knapp einem Jahr Bauzeit mit viel Eigenleistung.

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Jetzt gehts los: Vorsitzender Tilo Sahlbach, Landtagsabgeordneter Frank Kupfer, Vorstandsmitglied Ralf Menzel, Bürgermeisterin Christiane Gürth und Landrat Kai Emanuel sorgen dafür, dass bei der Testbefüllung das Wasser seinen Weg ins Becken findet.

Quelle: Dirk Hunger

Nachdem die Treptitzer bereits die Abwasserentsorgung selbst in die Hand genommen und zwei Gruppenkläranlagen gebaut haben, wird mit der Vererdungsanlage eine weitere Lücke in der dörflichen Infrastruktur geschlossen, denn der Klärschlamm wird in der Anlage weiter reduziert bevor er entweder entsorgt oder auf Felder ausgebracht wird. In jedem Fall sparen die Vereinsmitglieder Kosten, da es Jahre dauert, ehe die Becken entleert werden müssen, beschreibt Vereinsvorsitzender Tilo Sahlbach.

Obwohl die Treptitzer bereits beim Bau der Kläranlagen selbst die Ärmel hochkrempelten und etwa Kanalschächte gruben und zwischendurch auch noch die Wärmeversorgung im Ort selbst via Abwärme der nahen Biogasanlage regelten, sei auch jetzt die Motivation da gewesen, beim Bau der Vererdungsbecken mit anzupacken, so Sahlbach. Neben rund 20 000 Euro Investitionskosten waren dafür insgesamt 700 Arbeitsstunden von Freiwilligen notwendig. Dieses verlässliche Engagement lobten neben Bürgermeisterin Christiane Gürth (SPD) auch Landrat Kai Emanuel und Landtagsabgeordneter Frank Kupfer (beide CDU), der die Treptitzer Entwicklung bereits als Landwirtschaftsminister verfolgt und begleitet hat. Die Initiative des Vereins zur ökologischen Gewässerbewirtschaft sei beispielhaft für die Versorgung im ländlichen Raum, so die Gäste.

Das sehen die Akteure vor Ort auch selbst so und suchen deshalb den Kontakt zu Interessenten und Entscheidungsträgern. "Wir wollen anderen zeigen, was auf dem Land möglich ist und wie man kostensparend wirtschaften kann", sagte Tilo Sahlbach. Unterstützung kommt dabei auch von Wissenschaftlern, denn das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung hat Treptitz zum Forschungsobjekt gekürt, nimmt die Entwicklung unter die Lupe und will die Ergebnisse des Treptitzer Prozesses verbreiten.

Jana Brechlin

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 08.09.2015

Brechlin, Jana

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