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Wasserschloss Leuben: Adelssitz, Ruine und jetzt Vereinsbaustelle

Denkmalpflege Wasserschloss Leuben: Adelssitz, Ruine und jetzt Vereinsbaustelle

Das Wasserschloss Leuben hat eine lange und wechselvolle Geschichte erlebt. Nach der Wende verfiel das historische Gemäuer zusehens. Bis sich der Leuebner Schlossverein gründete und die umfangreiche Sanierung in Angriff nahm. Erste Ergebnisse kann der Schlossverein jetzt schon vorweisen.

Schloss Leuben ganz romantisch, obwohl es noch viel zu tun gibt.

Quelle: Dirk Hunger

Leuben. Jeder, der schon einmal ein Haus gebaut hat oder sich handwerklich in den eigenen vier Wänden betätigt hat weiß, dass neben der Zeit besonders die Kosten schnell ausufern können und nichts wichtiger ist, als ein gut gefülltes Konto.

„Das Geld haben wir ja jetzt sicher, nun folgen Taten“, so Marek Schurig, der aktuell in Leuben über die Fortschritte am Bau der Schlossanlage informiert . An das Geld zu kommen war allerdings nicht ganz so einfach, wie es für die Fernsehzuschauer gewirkt hat.

Kleiner Rückblick gefällig? Aber gern. Im vergangenen Jahr schaffte es der Schlossverein Leuben sich gegen die Gegner aus Thüringen und Sachsen-Anhalt in der Spielshow „Mach dich ran“ im MDR durchzusetzen und erspielten die Summe von 200 000 Euro für die Bauarbeiten am Schloss. Besonders das Finale, in dem es galt einen Trabant aus Styropor wieder zusammenzusetzen fesselte die Zuschauer der Region vor dem heimischen Fernseher. Um so größer der Jubel, als der Sieg an das sächsische Team ging.

Nachdem die Sendung abgedreht war und beim Schlossverein die Kasse klingelte, ging die Planung in die heiße Phase. Für den Verein gab es da eine klare Vision. Schurig erklärte den interessierten Besuchern der vergangenen Monate, welche Punkte als nächstes umgesetzt werden. „Besonders lag es uns am Herzen, die Fassade und Fenster mit dem Gewinn zu finanzieren und schnellstmöglich zu realisieren“. Ein Glücksfall für den Verein war dabei, dass es aus dem Jahr 1725 noch originale Fenster gab, die als Muster für die Restaurierung genutzt werden konnten. „Wir arbeiten natürlich eng mit dem Denkmalschutz zusammen und sind angehalten, den Bau auch wieder gemäß dieser Richtlinien durchzuführen“, informiert Schurig. Dass das nicht immer den heutigen Vorstellungen entspricht, merkte auch Marek Schurig. „Als das Probefenster eingesetzt wurde, musste ich erst einmal ganz tief durchatmen. Die Farbgebung wurde anhand des Originals bestimmt und im ersten Moment gar nicht richtig passen wollte, aber jetzt im Gesamtbild finde ich es ganz gut“. Wer sich selbst von den aktuellen Arbeiten überzeugen will, ist immer eingeladen, eine Runde um das Schloss zu laufen und einfach zu schauen. Der Verein beantwortet Fragen immer mit Freude. „Das Interesse der Besucher ist für uns Lohn und Antrieb und unerlässlich“.

Die Arbeiten an Fassade und Fenstern sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Natürlich ruht auch innen im Schloss die Arbeit in der Zeit nicht. „Wir haben aktuell schon die Möglichkeit vor dem Schloss Empfänge durchzuführen und uns im Freien zu entfalten und das Schlossambiente zu nutzen. In Zukunft wollen wir dazu auch die Räume im Inneren mit nutzen.“ Das können sich auch die Besucher des Schlosses richtig gut vorstellen.

Führungen dienen immer wieder dazu, die Arbeit des Vereins vorzustellen und die vielen Fragen der Besucher zu beantworten. Bei der letzten Führung stellte sich den Besuchern im Obergeschoss mit einem Blick nach oben zur Decke schon die Frage, ob das noch „originalgetreu ist“, denn über den Besuchern zeigt sich dunkelgrau eine stabile Decke aus Stahlbeton. Dazu erklärt Schurig : „Nach dem Brand in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar ist es auch möglich diese Bauart vom Denkmalschutz genehmigt zu bekommen um den Brandschutz besser gewährleisten zu können“.

Die Mischung aus Erinnerungen der Besucher und dem großen Einsatz des Vereins ist es, was das Schloss Leuben, neben der bewegten Geschichte, so interessant macht. „Wir erinnern uns noch gut an das Schloss aus Kindertagen. Wir besuchten hier Klassenkammeraden, Flüchtlingskinder, die mit ihren Familien nach dem Krieg hier einquartiert waren. Von dem Wiederaufbau sind wir begeistert und vor allem von der Initiative und den großen Fortschritten“ , erzählte Johanna Meimbresse. Die 79-Jährige stammt aus Naundorf und ist mit ihrer Schwester Sabine Seifert zu Besuch hier . Die Geschichte des Hauses, vor allem die Kriege bewegen die Gäste immer wieder. „Gebäude leiden in solchen Zeiten genauso, wie es auch die Menschen tun. Es ist tröstend, dass sich so gut um das Schloss gekümmert wird“, sagte Marlies Sebald.

Demnächst können die Leubener Anwohner vielleicht sogar schon bald wieder das „Gong“ der Uhr am Schloss vernehmen. „Wir warten noch auf die Zusage des Denkmalschutzamtes beim nächsten Besuch und dann besprechen wir die weiteren Details zum Einbau der Uhr“, freut sich Schurig schon jetzt.

In Erinnerung an die Spielshow, die dem Verein so unter die Arme griff, finden sich auch das Katapult und der zusammengesetzte, blaue Trabi im Inneren des Schlosses. „Mir passiert es ja oft, dass Gäste zu mir kommen und mir erklären, dass sie vor dem Fernseher ja sofort gesehen haben, was wohin muss und wie einfach es doch war. Das hätten sie viel schneller hin bekommen. Da antworte ich natürlich gern, dass ja alles da liegt und sie gern versuchen können im Garten selbst alles aufzubauen. Das Angebot hat natürlich noch nie jemand wahr genommen“, schmunzelt Schurig.

Von Janett Rohnstock

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