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Oschatz Katastrophenschützer der Collm-Region fordern mehr Unterstützung vom Freistaat
Region Oschatz Katastrophenschützer der Collm-Region fordern mehr Unterstützung vom Freistaat
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09:53 28.06.2018
Damit im Ernstfall alles klappt, müssen die Retter vom DRK auch Einsatz üben. Hier bei einer groß angelegten Übung 2015 in Schmannewitz. Quelle: Dirk Hunger (Archiv)
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Oschatz

Die Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Torgau-Oschatz Anne Lissner hatte am vergangenen Wochenende allen Grund zur Freude. Nach langer Planungs- und Ausbauphase konnte in der Reithausstraße das neue Oschatzer DRK-Zentrum in Betrieb genommen werden. Die Gelegenheit nutzte Lissner aber auch, um auf Missstände und eine entsprechende Petition an den Sächsischen Landtag hinzuweisen.

Das Rote Kreuz betreibt seit über 20 Jahren einen Katastrophenschutz-Einsatzzug in der Region Torgau-Oschatz. Aktuell zählt die Bereitschaft rund 100 Mitglieder. Doch die Einsatzkräfte fühlen sich immer mehr als Ehrenamtler zweiter Klasse.

Gleichstellung aller Ehrenamtler gefordert

In der Petition an den Landtag fordern sie eine vollständige juristische Gleichstellung der ehrenamtlichen Helfer gegenüber den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr. Dazu gehört auch die Auflage eines zeitlich begrenzten Förderprogrammes für Investitionen zur Schaffung baulicher Infrastruktur zur DIN-gerechten Unterbringung von Katastrophenschutz-Einsatztechnik und Mannschaften.

Und als dritter Punkt wird die Anpassung der Fördersätze für den Unterhalt der landeseigenen Katastrophenschutzeinheiten gefordert. „Es ist ein Unding, dass die Wohlfahrtsverbände jährlich tausende von Euros in die Finanzierung und Unterhaltung der Katastrophenschutzstrukturen einbringen müssen. Schließlich ist der Katastrophenschutz eine hoheitliche Aufgabe des Freistaates Sachsens. Wir fordern als Zeichen der Wertschätzung die vollständige juristische und finanzielle Gleichstellung unserer Helfer im Katastrophenschutz gegenüber den Einsatzkräften der Feuerwehren.“

Landtags soll sich mit dem Thema befassen

In dem Forderungskatalog sind sich alle „weißen Einheiten“ des Freistaates Sachsen, die in den Katastrophenschutz eingebunden sind, einig. Zu den weißen Einheiten zählen neben DRK auch Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. „Ich hoffe, dass wir genügend Stimmen für diese Petition erhalten, damit sich der Landtag mit dem Thema auseinandersetzen muss“, so Lissner.

Auslöser der Petition ist die vom sächsischen Innenministerium verkündete Erweiterung der Feuerwehrförderung. Diese Nachricht veranlasste Initiator Kremser zu einem Schreiben an Innenminister Roland Wöller (CDU). Darin schildert er die seit Jahren existierenden „riesigen Finanzierungslücken“ der „weißen Einheiten“. Deren Mitarbeiter sorgen im Ernstfall für die medizinische Betreuung und Versorgung.

Im Ernstfall stehen nicht alle Helfer zur Verfügung

Die Ehrenamtskoordinatorin des DRK Torgau-Oschatz, Manuela Schreiber, sieht es so: „Aktuell kann unser Kreisverband im Ernstfall nicht auf die Verfügbarkeit unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte vertrauen, da unsere berufstätigen Helfer im Einsatzfall nur von den wenigsten Arbeitgebern freigestellt werden können.

Auch können die Arbeitgeber unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Einsatzfall derzeit nicht darauf vertrauen, die entstehenden Lohnausfallersatzkosten bei einem Einsatz ersetzt zu bekommen. Nur im Katastrophenfall ist dies im Gesetz verbindlich verankert. Aber nicht jeder Evakuierungseinsatz oder jede Großschadenslage ist rein rechtlich betrachtet eine Katastrophe. Die Landesregierung muss diesen Zustand endlich beheben und Rechtssicherheit für unsere Ehrenamtlichen schaffen.“

Von Hagen Rösner

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