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Weite Wege an die Elbe für Leckwitzer

Straßenbau Weite Wege an die Elbe für Leckwitzer

Der Wunsch nach einer Umgehung der B 182 für Strehla ist schon alt. Im vergangenen Jahr stellte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bei einer Einwohnerversammlung Lösungsansätze vor. Nun gibt es einen Vorentwurf – und der betrifft auch die Gemeinde Liebschützberg.

Ortsumgehung Streha wird einige Veränderungen in der Verkehrsführung der umliegenden Dörfer bringen.

Quelle: Axel Kaminski

Liebschützberg. Mit dem zunehmenden Lkw-Verkehr wurde in den vergangenen Jahren der Wunsch nach einer Umgehung Strehlas für die B 182 immer größer und das Engagement dafür immer stärker. 90-Grad-Kurven in der Innenstadt, in denen Lkw im Gegenverkehr kaum aneinander vorbeikommen, hemmen den Verkehrsfluss. Von der Beklemmung, die man daneben als Fußgänger verspürt, einmal ganz zu schweigen.

Erste Ansätze im April vorgestellt

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) skizzierte im April 2017 bei einem von der Stadtverwaltung organisierten Stammtisch erste Lösungsansätze. Ende 2016 war diese Ortsumfahrung in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes vorgerückt und hat damit erstmals seit vielen Jahren eine realistische Aussicht darauf, tatsächlich gebaut zu werden. Nun liegt der für Ende 2017 angekündigte Vorentwurf vor.

Dass der Plan und ein möglicher Straßenbau die Belange der Gemeinde Liebschützberg und ihrer Einwohner berühren, liegt auf der Hand. Eine Ostumfahrung Strehlas würde bedeuten, dass Brücken über die Elbe errichtet werden müssten. Alle nun untersuchten Varianten sind Westumfahrungen. Dabei entstehen neue Kreuzungspunkte zwischen den vorhandenen Straßen von und nach Strehla und dem geplanten, acht Meter breiten Neubau.

Liebschützberg will Strehlaer Bestrebungen nicht im Weg stehen

Prinzipiell hält man im Bornaer Gemeindeamt das Vorhaben für wichtig und gut. Der Weg nach Torgau würde sich für die Einwohner vieler Ortsteile verkürzen, die über die B 182 in die Kreisstadt fahren. Sie müssten dann nicht mehr durch das Nadelöhr Strehla. „Deshalb soll das Vorhaben nicht an uns scheitern. So solidarisch sind wir mit unserem Nachbarn schon, dass wir dessen Bestrebungen, den Schwerverkehr aus dem Stadtzentrum herauszubekommen, nicht im Wege stehen“, unterstreicht Bürgermeister David Schmidt (parteilos).

Vorhandene Infrastruktur muss nutzbar bleiben

Allerdings hätten die Kompromisse auch ihre Grenzen. „Wer eine Ortsumgehung baut, muss sicherstellen, dass die vorhandene Infrastruktur weiter genutzt werden kann“, betont der Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg und nennt ein Beispiel, wie es nicht geht. „Wir hatten ein Vorgespräch mit dem Landesamt, worin wir gebeten wurden, die Mulde-Elbe-Radroute zu verlegen“, erläutert David Schmidt. Angesichts der Tatsache, dass der Radweg auf dem Gemeindegebiet geplant und ein erster Auftrag inzwischen vergeben ist, habe man dieses Ansinnen abgelehnt. Dennoch sei absehbar dass es auch hinsichtlich der Mulde-Elbe-Radroute Kompromisse geben müsse.

Kompromiss zu Mulde-Elbe-Radroute

Da liege daran, dass nicht alle Straßen und Wege, die jetzt nach Strehla führen und dann von der Ortsumgehung gekreuzt würden, an diese neue Straße angebunden werden könnten. Das sei eine Kostenfrage und eine Frage der Verkehrssicherheit und durchaus verständlich. Die Mehrzahl der vorgelegten Varianten sähe vor, dass Leckwitz künftig nicht mehr direkt Strehla verbunden sei. Auch die Verbindung von Zaußwitz nach Kleinrügeln über die gleichnamige Straße entfalle demnach. Betroffen seien davon der Pilgerweg und die Elbe-Mulde-Radroute. „Wir lesen aus den uns vorliegenden Plänen heraus, dass die Straßen von Leckwitz und Zaußwitz her für den Radverkehr auf den Radweg entlang der Ortsumgehung eingebunden werden. Aber nur an einem der beiden Knoten wird es eine Unterführung geben“, erläutert David Schmidt.

Liebschützberg bevorzugt Unterführung in Leckwitz

Eine Unterführung in Zaußwitz würde bedeuten, dass die Pilger aus Richtung Strehla erst ein Stück an der Umgehung zurückgehen müssten, um diese zu unterqueren und dann an dieser Straße wieder in Richtung des Weges nach Leckwitz vorzulaufen. Dann sei aus Sicht von David Schmidt die Lösung mit der Unterführung bei Leckwitz besser. Der Umweg entstehe dann für die Nutzer der Elbe-Mulde-Radroute, die bei Zaußwitz verläuft. Sie könnten die zusätzliche Strecke in kürzerer Zeit bewältigen.

Mehr Verkehr auf den Staatsstraßen erwartet

Fest rechnet der Liebschützberger Bürgermeister auch mit Verkehrsverlagerungen. Dazu,welcher Art sie sein könnten, wagt er jedoch keine Prognose. „An die Strehlaer Ortsumgehung sollen die Staatsstraßen, also die Verbindungen nach Borna und Sahlassan, mit Kreisverkehren angebunden werden. Über diese Knoten wird sicher mehr Verkehr als bisher durch unsere Ortsteile fließen“, schätzt David Schmidt ein. Wie der Verkehr dann genau fließe, hänge sicher auch von den Algorithmen der Navigationsgeräte ab.

Gemeinde wird fristgemäß Stellungnahme abgeben

Neben der Möglichkeit, die Akten selbst zu studieren, habe die Gemeinde die Möglichkeit, Ende des Monats an einer Präsentation dieses Vorentwurfes durch das Lasuv teilzunehmen. Da könne man sicher einige Details genauer erschließen, die beim Blick auf das Kartenmaterial noch nicht ganz so klar seien. „Wir haben als Gemeinde dann noch bis zum 15. März Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben. Davon werden wir auf jeden Fall Gebrauch machen“, sagte David Schmidt. Der Bürgermeister betont in diesem Zusammenhang die Zeithorizonte: Der Radweg ist fertig geplant und wird in diesem Jahr gebaut. Für die S 31 durch Borna erwarte er in diesem Jahr den Planfeststellungsbeschluss und bei der Strehlaer Ortsumgehung rede man jetzt über einen Vorentwurf. Da wolle er gar nicht über Jahreszahlen spekulieren.

Von Axel Kaminski

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