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Wellerswalder Kirchenorgel erklingt wieder in voller Schönheit

Wellerswalder Kirchenorgel erklingt wieder in voller Schönheit

Zu einem Abendgebet mit der Wiedereinweihung der Orgel hatte die Wellerswalder Kirchgemeinde am Freitagabend eingeladen. Gekommen waren über 40 Gemeindemitglieder, Spender, Handwerker und Gäste, die erleben wollten, wie die 1908 erbaute Kirchenorgel nach ihrer umfangreichen Sanierung erklingt.

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Kirchenmusikerin Katja Scholz spielt bei der Wiedereinweihung als Erste auf dem restaurierten und sanierten Instrument.

Quelle: Bärbel Schumann

Wellerswalde. Besonders freute sich der Kirchenvorstand über den Besuch von Pfarrer Gunnar Wiegand, der während seines Vikariats im Kirchspiel sich vor allem um die Anträge und anderen Formalitäten für das Projekt gekümmert hatte.

Die Orgelsanierung stand nach der Kirchensanierung in den Jahren 1993 und 1994 immer wieder auf der Tagesordnung. "Ich kann mich noch gut an meine erste Sitzung vor zehn Jahren erinnern, als man mir sagte, dass die Orgel unbedingt restauriert werden müsse", erinnert sich Gemeindepfarrer Jochen Kinder. Vor fünf Jahren wurde das Vorhaben konkreter, begann die Planung. Insgesamt 31,5 Tausend Euro wurden für das Vorhaben veranschlagt. Geld steuerte die Landeskirche Sachsens bei, wenngleich etwas weniger als erwartet. Der Großteil jedoch kam aus der eigenen Gemeinde und vor allem von Spendern.

Die Wellerswalder Orgel stammt vermutlich aus dem Jahr 1908 und wurde von der Orgelbaufirma Schmidt und Berger aus Borna bei Leipzig gebaut. Die Firma ist Nachfolger der bekannteren Firma Kreuzbach. Das Instrument verfügt über 754 Pfeifen und 14 Register. Von den 754 Pfeifen der Wellerswalder Orgel ist die kleinste sechs Zentimeter lang, die Größte 4,60 Meter. Es ist eine pneumatische Orgel, deren Pneumatik sehr auf Veränderungen der Luftfeuchtigkeit reagiert. Im Sommer, wenn es trocken ist, schrumpft zum Beispiel das Holz und das Signal kann nicht mehr übertragen werden. Ideal für solche Instrumente ist daher eine konstante Luftfeuchtigkeit. Bis auf den Prospekt war bei der Wellerwalder Orgel alles original erhalten. Jede einzelne Orgelpfeife wurde wieder in Ordnung gebracht. Das heißt, dass bei den Sanierungsarbeiten 1200 kleine Lederteile mit einer Membran in jeder der Pfeifen und zu deren Zuleitung neu eingebaut wurden. Orgelbauer Thomas Bartsch und Restaurator Johannes Lindner sorgten für die fachkundige Ausführung. Zudem wurde die Orgel mit einem neuen Elektromotor für die konstante Luftzufuhr beim Spiel ausgestattet. Nachdem bei den Arbeiten auch alte Farbschichten und Bemalungen am Prospekt freigelegt wurden, hatte sich die Gemeinde im Frühjahr zur Restaurierung des Orgelprospektes entschlossen. Restaurator Volker Wiesner ließ ihn in alter Schönheit entstehen.

Um bei der Wiedereinweihung am Freitag möglichst alle Register und Pfeifen ertönen zu lassen, wurden neben bekannten Kirchbuchliedern Musikstücke mit unterschiedlichen Klangfacetten ausgewählt. Als erstes oblag es Gemeindekirchenmusikerin Katja Scholz der Königin der Instrumente Töne zu entlocken. Sie brachte Vorspiele von Christian Schiel zu Gehör. Ihr folgte der Oschatzer Organist Jürgen Grosser, der in der Gemeinde schon manches Mal zum Gottesdienst an der Orgel ausgeholfen hatte. Voller Leichtigkeit dann das Spiel einer Fantasie durch Gunnar Wiegand. Ihm merkte man an, dass er gern aus Langenleuba gekommen war, um das Erklingen der Orgel mitzuerleben. "Wir sind alle glücklich, dass wir das große Projekt der Orgelsanierung nach so langer Zeit nun zu einem guten Ende bringen konnten", freut sich Kirchenvorstandsmitglied Heinz Nagel.

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 14.09.2015

Bärbel Schumann

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