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Weltenbummler aus Oschatz berichten über Tibet

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Was haben ein Vortrag über Nepal im Burgcafé Lampertswalde und eine Busfahrt in Nepal gemeinsam? Wenn im regulären Gastraum kein Platz mehr ist, muss man sich eine Etage höher einen Platz suchen.

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Zeigen Eindrücke aus Nepal im randvollen Burgcafè: Elisa Walter und Robert Pauli.

Quelle: Dirk Hunger

Lampertswalde. Robert Pauli aus Clanzschwitz und Elisa Walter aus Oschatz haben viereinhalb Monate in Nepal gelebt, gearbeitet und jede Menge fotografiert. 90 Minuten lang präsentierten sie im proppevollen Café den rund 100 Gästen die Essenz einer Reise - so der Titel ihres Vortrages, mit faszinierenden Momentaufnahmen aus einem Land, das zwischen den "Riesen" Indien und China eingekeilt ist und so einiges zu bieten hat.

 

Von der Hauptstadt Kathmandu, in der Vorfahrtsregeln Fremdwörter zu sein scheinen, über einen Bauernhof im Süden des Landes nahe der indischen Grenze, wo sie dreieinhalb Wochen arbeiteten bis zu den Gebirgen im Norden des Landes führte sie der Aufenthalt.

 

Flora, Fauna und die Menschen, all das haben sie in ihren Erlebnissen erfahren, haben sie im Bild eingefangen. Am Ende gibt es eine Auswahl nepalesischer Gerichte zu kosten, mit oder ohne Chili, ganz wie man es mag, "im hektischen Mitteleuropa", scherzt Robert Pauli. Gegessen wird in Nepal üblicherweise mit den Fingern, was dazu führt, dass man Händewaschen vor und nach jeder Mahlzeit richtig zu schätzen lerne.

 

Zwar haben es beide nicht auf den Mount Everest geschafft, Eindrücke vom Himalaya, dem "Dach der Welt", gibt es dafür jedoch einige. Alles, was um die 4000 Meter hoch ist, nennen die Nepalesen das, was man bei uns als "Hügel" bezeichnen würde. Ein anderer Vergleich ist noch treffender für die Menschen des Oschatzer Landes: "Die Höhe des Collm ist so ziemlich die niedrigste, die Nepal zu bieten hat", weiß Pauli.

 

Zwar haben die beiden jungen Leute während des Aufenthalts nicht meditieren können. Allerdings gab es Tätigkeiten, die diesem Zustand sehr nahe kamen. Ja, auch beim Befüllen von Säcken mit Reisgras oder dem späteren Nähen von Wetterschutzplanen aus selbigen Säcken kann man sich selbst ein wenig näher kommen, so Pauli.

 

Die Arbeit anderer, das Malen von Mandalas im Kleinformat oder, sehr viel größer, aus farbigen Sanden auf dem Boden geformt, hat zwar einen künstlerischen Wert, ist aber nicht von Dauer. "Gleich nachdem sie geschaffen worden, werden sie zerrissen oder beiseite geschoben. Das ist bekloppt, denkt man im ersten Moment, aber nach längerer Überlegung erkennt man: hier zeigt uns der Nepalese die Vergänglichkeit von allem, auch die der schönen Dinge."

 

Aus den Bergen, wo der Tourismus oftmals die wichtigste, wenn nicht gar die einzige Einnahmequelle der Bevölkerung ist, wird dann auch die eingangs erwähnte Busfahrt geschildert. Dass auch die Einflüsse aus der "westlichen Welt" nicht aufzuhalten sind und immer mehr werden, lässt sich am besten an einem Detail erkennen, das die beiden gleich mehrere Dutzend Mal vor die Linse bekamen: Quietschbunte Tragetaschen aus Kunststoff, allesamt mit Abbildungen des Zeichentrick-Bären Winnie Puuh. Selbst wenn man es dort gar nicht vermutet, aber auch das ist eben Nepal.

Christian Kunze

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