Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Heidegut Dahlen: Weniger Lämmer nach trockenem Jahr
Region Oschatz Heidegut Dahlen: Weniger Lämmer nach trockenem Jahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:11 23.02.2019
Im Moment sind die Schafe und Lämmer des Heideguts Dahlen noch im Stall, im März geht es wieder auf die Weide. Quelle: Axel Kaminski
Zeuckritz

Drei Herden betreut Schäfermeister Markus Lehmann für das Heidegut Dahlen. Zu ihnen gehören 800 Mutterschafe. Die meisten von ihnen haben schon Nachwuchs. „Wir rechnen mit 1,2 Lämmern pro Mutterschaft“, erklärt er. Doch in dieser Saison liegt der erreichte Durchschnitt etwas niedriger. Bisher seien rund 740 Lämmer geboren worden, vor allem von November bis Januar. Ein paar Nachzügler erwarte man noch, so dass man etwa 1,1 Lämmer pro Mutterschaf erreichen werde.

Diese geringere Quote sieht Markus Lehmann als Folge der Trockenheit im vergangenen Jahr. Sie habe Auswirkungen auf das Futter gehabt. Es sei zwar in ausreichender Menge vorhanden, enthalte aber mehr Raufasern und weniger Eiweiß.

Zu Ostern auf den Tisch

Den Lämmern unter seinen Fittichen ist ein relativ kurzes Leben beschieden. So wie zu Silvester der Karpfen und in der Weihnachtszeit die Gans ihre Hochsaison auf deutschen Mittagstischen haben, verhält es sich mit dem Lamm zu Ostern. Das zur Verfügung stehende Futter spiele neben der Geburtenrate auch für die Fleischqualität eine Rolle. „Man schmeckt schon heraus, ob das Lamm die ganze Zeit nur Pellets oder auch Gras bekommen hat“, erklärt der Schäfermeister. Außerdem setzen die Tiere umso mehr Fett an, je länger sie im Stall stehen würden. Das führe zum typischen Schafgeschmack, den mancher auch Nase rümpfend als Hammel bezeichnet.

Verzicht auf Einsatz von Medikamenten

Lediglich eine halbe bis eine Stunde dauert es nach der Geburt, bis die Lämmer allein stehen und laufen können. Diese ganz jungen Tiere trennt Markus Lehmann zunächst von der Herde, damit sie in Kontakt zur Mutter bleiben und trinken können. Wichtigste Arbeit des Schäfers sei dann eine Nabeldesinfektion. Außerdem sei im Blick zu behalten, ob die Lämmer wirklich bei ihren Müttern trinken würden oder ob sie mit der Flasche aufgezogen werden müssten. Nach zirka vier Wochen komme dann die Tierärztin in den Stall, um die Lämmer gegen die Breinierenerkrankung zu impfen. „Ansonsten versuchen wir, den Einsatz von Medikamenten zu vermeiden“, betont der Schäfermeister. Auch auf die Gabe von Vitaminen verzichte er.

Gras, Mineralstoffe und viel Wasser

Was Schafe unabhängig von ihrem Alter brauchen, sind Gras, Mineralstoffe und viel Wasser – natürlich in Trinkwasserqualität. Bei der Haltung im Stall werde Maissilage zugegeben. Das Heidegut Dahlen nutzt für seine Schafhaltung so genannte Tiefstreuställe. Dort streue man zwar jeden Tag neues Stroh ein, müsse aber nur einmal im Jahr ausmisten. Allerdings könne diese Schicht dann durchaus einen Meter dick sein – guter Dünger für die Felder, die der Agrarbetrieb bewirtschaftet. Gehalten werden Merino Landschafe als Muttertiere und Schwarzköpfige Fleischschafe als Böcke. Da neue Lämmer jetzt nicht geplant sind, stehen die Böcke jetzt separat im Stall in Bucha.

Schwarz in unterschiedlich großem Ausmaß

Die Kreuzung der Rassen führt dazu, dass die Lämmer ganz unterschiedlich schwarz sind. Die Palette reicht von weißer Wolle über einzelne schwarze Flecken oder schwarze Läufe bis hin zum komplett dunklen Fell. Für die Fleischqualität spielt dass keine Rolle und die Wolle ist ohnehin ein Nebenprodukt. „Der Erlös aus dem Verkauf der Wolle deckt gerade so die Kosten des Scherens“, erläutert Markus Lehmann.

Ab März gehe er wieder mit den Mutterschafen auf die Weide. Drei Monate werden dann die Schafe auf Wiesen bei Wurzen stehen, bevor sie anschließend die Flächen des Heidegutes abweiden werden.

Von Axel Kaminski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Oschatzer Hauptausschuss hat die Planungsleistungen für das Projekt „Oschatzer Land – Collm-Region“ vergeben. Innerhalb dieses Projektes wollen die Kommunen der Collm-Region stärker miteinander kooperieren.

23.02.2019

Elk Messerschmidt testet für einige Tage ein Elektrofahrzeug. Der Leiter des Technisch-Ökologischen Projektzentrums in Rabutz zieht ein positives Fazit, äußert aber auch Kritik.

23.02.2019

Die Höhenbank in Neusornzig ist nicht ganz auf der Höhe: Signalfarben halten derzeit davon ab, die klettergerüstähnliche Konstrukt zu erklimmen. Was ist mit ihr passiert?

22.02.2019