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Oschatz "Weniger ist manchmal mehr"
Region Oschatz "Weniger ist manchmal mehr"
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16:45 14.01.2013
Region Oschatz

Von Roger Dietze

Laut Studie gab ein Drittel der Zweit- und Drittklässler an, sich hin und wieder, ein Viertel sogar oft bis sehr oft, gestresst zu fühlen. Zudem war die Schule der meistgenannte Stressfaktor noch vor Problemen in der Familie.

Nicht vom Ergebnis der Umfrage überrascht zeigt sich der Leiter der Dahlener Grundschule, Steffen Hennig. "Allerdings sind die Gründe dafür nicht allein in der Schule zu finden", so der Pädagoge. Richtig sei, dass der Lehrplan, an den jede Schule gebunden ist, zweifellos einen gewissen Druck mit sich bringe, den gleichwohl jede Schule bemüht sei, in Grenzen zu halten. Andererseits würde in nicht wenigen Fällen Stress und Druck zusätzlich aus den Familien heraus über die Kinder in die Schulen hineingetragen. "Auch in Familien, in denen normalerweise mehr Zeit verfügbar sein sollte, sich um die Kinder zu kümmern, läuft der Alltag viel zu oft stressig ab, während etwas mehr Gelassenheit ratsam wäre." Entsprechend versuche man in Dahlen als eine Art Korrektiv, den Schülern Ruhepausen einzuräumen und ihnen Bewegungsmöglichkeiten in den Hofpausen zu verschaffen. Viel zum Stressabbau in der Schule beitragen könnten Eltern zudem in puncto Bildungsempfehlung. "Nicht wenige drängen ihre Kinder massiv auch dort zum Gymnasium, wo die schulischen Leistungen es nicht unbedingt ratsam erscheinen lassen", so Hennig.

Auch Hennigs Mügelner Amtskollegin sieht die Elternhäuser in der Pflicht. "Es ist auf jeden Fall ratsam, seine Kinder so zu nehmen, wie sie sind und nicht mehr von ihnen zu erwarten, als sie zu leisten in der Lage sind", so Konstanze Hartmann. Entsprechend sollte auch die Freizeit des Nachwuchses gestaltet werden. "Weniger ist hier manchmal mehr." Ein Kind müsse nicht zwingend an jedem Tag ein Ganztagsangebot in Anspruch nehmen, in einen Verein oder in die Musikschule gehen. In Sachen Bildungsempfehlung habe sich an ihrer Schule die Kooperation zwischen den Lehrerinnen und den Eltern indes sehr gut entwickelt. "In aller Regel werden die Einschätzungen der Klassenlehrerin akzeptiert, wird die Einschulung im Gymnasium nicht übers Knie gebrochen."

Positives in dieser Hinsicht weiß auch Ines Reinert von der Wermsdorfer Grundschule zu berichten. "Es wird sicherlich immer mal wieder Eltern geben, die eine andere Auffassung als wir Pädagogen vertreten. Aber soweit ich dies in der kurzen Zeit, in der ich die Leitung dieser Schule innehabe, einschätzen kann, folgt die Mehrheit den Vorschlägen", so die ehemalige Förderschulpädagogin, die ebenfalls für eine Entschleunigung im Freizeitbereich plädiert. "Kinder sollten trotz schulischer Verpflichtungen Kinder bleiben dürfen."

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