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Oschatz Weniger rechte Gewalttaten
Region Oschatz Weniger rechte Gewalttaten
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16:00 18.06.2013

Dennoch ist das Risiko, Opfer einer solchen Gewalttat zu werden, im Kreis Nordsachsen überdurchschnittlich groß.

Der gewaltsame Tod des Oschatzer Obdachlosen André K. Anfang Juni 2011 (wir berichteten) war der vorläufige Höhepunkt rechter Gewalt in Sachsen. "Zum Glück setzte sich im Jahr 2012 nicht die erschütternde Folge von rechtsmotivierten Morden der vergangenen Jahre fort. 2008 wurde der Wohnungslose Karl-Heinz Teichmann in Leipzig getötet. Marwa El-Sherbini verlor 2009 in Dresden aufgrund von Rassismus ihr Leben und ein Jahr später Kamal K. in Leipzig. 2011 wurde der Wohnungslose André K. in Oschatz zu Tode geprügelt", so Andrea Hübler von der RAA.

Im Jahr 2012 registrierten die Opferberatungsstellen in Sachsen insgesamt 155 Angriffe, von denen 215 Personen betroffen waren. Zum Vergleich: 2011 gab es 186 Angriffe, und im Jahr 2010 wurden 239 Angriffe registriert.

Parallel zum sachsenweiten Rückgang ist auch die Zahl der Angriffe im Landkreis Nordsachsen gesunken - von 13 im Jahr 2011 auf elf im Vorjahr. Trotzdem ist hier die Gefahr, Opfer rechter Gewalt zu werden, größer als im Sachsendurchschnitt. In Nordsachsen gab es je 100 000 Einwohner im Vorjahr 5,3 rechte Angriffe. Diese Zahl war nur im Landkreis Leipzig mit 6,3 höher. Das niedrigste Risiko bestand mit 0,8 Angriffen je 100 000 Einwohner im Erzgebirgskreis.

Die schwerwiegendste Straftat in Nordsachsen registrierte die Opferberatung RAA im Vorjahr in Delitzsch. Besucher eines Ska-Konzertes wurden laut RAA auf dem Nachhauseweg gezielt von Neonazis angegriffen. Ein Opfer erlitt schwere Verletzungen am Kopf und im Bereich der Augen.

Im vergangenen Jahr überwogen erstmals die Angriffe gegen Menschen aus rassistischen Gründen mit 60 registrierten Gewalttaten (2011: 53). In den Jahren zuvor waren noch Alternative mit nicht-rechten Ansichten die häufigste Zielscheibe für Schläge oder Bedrohungen. Deren Zahl betrug im vergangenen Jahr 46 (2011: 63).

Trotz des Rückgangs rechter Gewalttaten bestehen nach Einschätzung von Andrea Hübler länderübergreifend starke Neonazi-Strukturen. Auch im Landkreis Nordsachsen seien zahlreiche Aktivitäten der organisierten Neonaziszene zu verzeichnen. "Von einer Dunkelziffer rechter und rassistischer Gewalt ist daher weiterhin auszugehen", so die RAA-Mitarbeiterin.

@www.raaa-sachsen.de

Frank Hörügel

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