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Oschatz Wenn Luther an der Haustür klingelt
Region Oschatz Wenn Luther an der Haustür klingelt
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15:00 04.11.2018
Bluten für Halloween: Kürbisse Quelle: Daniel Förster
Collm-Region

Gott sei Dank hatten wir Martin Luther: Wenn er am 31. Oktober 1517 nicht seine 95 schmackhaften Kürbisrezepte an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hätte, gäbe es an diesem Tag gar keinen Grund zum Feiern. Damals konnte sich jeder Feinschmecker noch zwischen süßen oder sauren, salzigen oder bitteren Speisen entscheiden. Blöd nur, dass gut fünf Jahrhunderte später Kinder nur noch Zuckerhaltiges wollen – sonst gibt es Saures! Traditionen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren.

So oder ähnlich erklärt einem heute womöglich ein atheistischer, mit dem Internet statt der Bibel aufgewachsener Teenager den Ursprung des Reformationsfestes – und meint den ursprünglich mal irischen Halloweenbrauch. Geschichten von Hexen, Untoten, Gespenster und Vampire gesellen sich da gern zu den bereits erwähnten Kürbissen. Warum müssen diese Früchte für Halloween immer herhalten? Weil sie gerade reif sind? Ich glaube ja an Gerechtigkeit. In einem Paralleluniversum höhlen dieser Tage lebendige Kürbisse Menschenköpfe aus und stellen abends Teelichter hinein. Dazu läuft dann die Musik von Modern Talking oder Helene Fischer in Endlosschleife. Das nenne ich mal gruselig!

Ich mache mir nicht viel aus Halloween. Ich verkleide mich als Kevin und bleibe allein zu Haus. Wenn Sie aber trotzdem in ein Gewand gehüllt umherirren, für Schrecken oder wenigstens eine ordentliche Verwirrung sorgen wollen, eignen sich, passend zum Reformationstag, folgende Kostüme als Alternative zu blutigen Köpfen, krummen Buckeln oder zerschnittenen Bettlaken: Martin Luther-Mütze, spitzer schimmernder Thesennagel oder süßes Reformationsbrötchen. Letzteres hat zwar auch an Blut erinnernde rote Kleckse, lässt sich aber leichter verdauen. Damit fallen Sie in der Schar unheimlich Unholde garantiert auf – egal, was von beiden sie lieber feiern.

Von Christian Kunze

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