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Oschatz Wenn die Kuh auf dem Dach steht
Region Oschatz Wenn die Kuh auf dem Dach steht
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16:57 22.04.2013

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Auch für Tierhalter in der Region Oschatz können Feuerwehreinsätze teuer werden.

Pech für den Berliner Tierhalter: Die hauptstädtischen Brandschützer und in diesem Fall auch Hunderetter hatten 2011 eine neue so genannte "Feuerwehrbenutzungsgebührenordnung" erlassen, bei der die Einsätze nach Minuten berechnet werden.

Wenngleich Hunde- und andere Tierhalter in Oschatz und Umgebung nicht befürchten müssen, im Fall der Fälle mit ähnlich hohen Gebühren zur Kasse gebeten zu werden, so sollte man doch auch hier zu Lande nicht auf die Großzügigkeit der Floriansjünger bauen. "Auch wir haben eine Gebührensatzung, laut der nach Stundensätzen abgerechnet wird", informiert der Oschatzer Stadtwehrleiter Karsten Saack. Der Stundensatz betrage aktuell 22 Euro pro Kamerad, der zum Einsatz mit ausrückt. Hinzu kämen - je nach Einsatzumfang - weitere Kosten für die Fahrzeuge. "Theoretisch ist es zwar möglich, dass auch Tierhaltern Einsätze in Rechnung gestellt werden. Ich erinnere mich jedoch nicht, wann dies das letzte Mal bei uns der Fall war", so Saack.

Auch der Wermsdorfer Gemeindewehrleiter Lutz Frenzel hat keinen Fall parat, der zu Kosten für den entsprechenden Tierhalter geführt hätte. "Es gab einmal den Fall einer Kuh auf einem Dach in Mahlis. Es entzieht sich aber meiner Kenntnis, ob dabei Kosten für den betreffenden Halter angefallen sind", so Frenzel. Prinzipiell müsse man jedoch immer und ganz gleich, ob dabei ein Tier mit im Spiel ist oder nicht, mit Kosten rechnen, wenn Leistungen der Feuerwehr in Anspruch genommen werden. Er sei jedoch der Meinung, dass Probleme unangemessener Tierhaltung eher in Städten als auf dem Lande auftreten würden. "In erster Linie ist die Feuerwehr zum Löschen von Bränden und zur Abwehr von Gefahren für Leib und Leben der Bürger da."

Ausschließlich in dieser Richtung gewirkt hat bislang auch die Freiwillige Feuerwehr Mügeln. "Es wurde in Mügeln noch kein Gebührenbescheid infolge einer Tierrettung ausgestellt", informiert Hauptamtsleiterin Manja Grützmacher. Was jedoch nicht bedeute, dass ein Einsatz der Kameraden in jedem Fall kostenfrei sei. "Laut unserer Feuerwehrgebührenordnung schlägt der Einsatz des Löschfahrzeuges LF-16 mit 51 Euro und die Anhängeleiter mit zehn Euro pro Stunde zu Buche. Hinzu gesellen sich 21 Euro pro Stunde und Einsatzkraft sowie 0,80 Euro pro im Einsatz zurückgelegten Kilometer."

Auch in Dahlen gibt es laut Matthias Löwe eine Gebührenordnung für Einsätze der Feuerwehr, die über den Rahmen der Hilfeleistung und Menschenrettung hinausgehen. "Es ist aber in jedem Fall eine Einzelentscheidung, bei der der gesunde Menschenverstand zum Einsatz kommt", so der Bürgermeister der Heidestadt. "Bei dieser Sache muss man nämlich auch aufpassen, dass man das Ehrenamt nicht in eine zu enge Verbindung zum Geld bringt."

Roger Dietze

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