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Oschatz "Wer rastet, der rostet!"
Region Oschatz "Wer rastet, der rostet!"
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16:35 16.02.2014
Christine und Rolf Müller gehören zum Sachsen-Dreier, seit es die beliebte Frühlingswanderung gibt. Vor 30 Jahren hat das Ehepaar aus Döbeln die Veranstaltung mit aus der Taufe gehoben. Noch heute sind sie als Betreuer von Verpflegungsständen dabei. Diesmal treffen die Wanderer sie in Heiligenborn bei Waldheim. Mit dabei auch dort: Die beiden Jagdhunde Trixi und Karli - das Lebenselixier der Familie. Quelle: Wolfgang Sens

Das liegt natürlich auch an den beiden Jagdhunden Trixi und Karli, mit denen vor allem Rolf Müller bei Wind und Wetter durch die Botanik streift. Doch abgesehen von den beiden kleinen Wirbelwinden verbinden das Ehepaar grundsätzlich weitere große Leidenschaften: Laufen, Wandern, Sachsen-Dreier. Die beiden gehören zu den Mitbegründern der beliebten Frühlingswanderung und sind ihr bis heute treu. Auch vielen Oschatzer Wanderfreunden, unter anderem Dr. Arndt Beckert, sind die beiden Urgesteine bekannt. Jährlich sind auch zahlreiche Teilnehmer aus der Collm-Region rund um Döbeln anzutreffen. So sicherlich auch wieder in diesem Jahr.

Rolf Müller erinnert sich noch genau an die Zeit vor 30 Jahren. Damals war der passionierte Kletterer und Läufer gerade Sektionsleiter der Abteilung Bergsteigen und Wandern beim heutigen ESV Lok, damals Motor Döbeln. "Wir wurden angesprochen vom Bezirksfachausschuss Wandern, dass im Raum Leipzig noch ein Angebot fehle", erzählt er. Am 24. März 1985 wandern 96 Teilnehmer beim ersten Sachsen-Dreier zwölf Kilometer, damals noch unter dem Titel "Auf den Spuren des historischen Erzbergbaus", auf einer geführten Tour von Roßwein aus Richtung Nossen. Ein Jahr später entschlossen sich die Döbelner, die Wanderung noch größer aufzuziehen: "Jetzt markieren wir die Wege, haben wir uns gesagt", erzählt Rolf Müller. Seither hat der Sachsen-Dreier eine beeindruckende Entwicklung genommen, was Teilnehmerzahlen, Strecken- und Verpflegungsangebot angeht. Immer dabei: Familie Müller. Während Rolf Müller privat neben der Kletterei vor allem die "langen Kanten" liebt und rennt - "Bei 50 Kilometer hört der Volkssport auf." - wandert seine Frau Christine ähnlich lange Strecken. Von einem dieser Erlebnisse in den 70er Jahren, als sie 50 Kilometer läuft, erzählt die Lehrerin ihren Fünftklässlern und wirbt gleichzeitig für den Sachsen-Dreier. "Und dann dachte ich, ich sehe nicht recht, als ich ein paar der Jungen auf der 50-Kilometer-Strecke erblickt habe", lacht die 71-Jährige, die das Klettern vor sechs Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat. "Frau Müller - genau, wie sie es gesagt haben", klagten die Schüler damals an der Verpflegungsstelle, die die Müllers betreuten.

Den Wanderern Brot und Tee reichen, das machen die Müllers noch heute. Rolf Müller gehört meist auch mit zu den Streckenmarkierern, am Tag des Sachsen-Dreiers. Da betreut er gemeinsam mit seiner Frau einen Posten an der Strecke. Meist ist es der am weitesten entfernte, der auf der großen Runde. Während heute die Verpflegung an den Posten gefahren wird, waren die Betreuer früher selbst dafür zuständig. "Das waren Zeiten - ohne Handy, ohne Funk - wenn das Essen alle war, war eben Schluss." Heute kann nachgeordert werden.

Enthusiasmus gehörte und gehört noch heute dazu, doch früher ganz besonders. "Von wegen mal schnell eine Karte kopieren, um sie den Wanderern zur Verfügung zu stellen?" Rolf Müller schüttelt den Kopf und lacht. "Als wir es endlich geschafft hatten, eine alte Wanderkarte von 1951 auf Blaupause abziehen zu lassen, mussten wir sie noch bei der Staatssicherheit in Dresden zur Genehmigung einreichen..."

Dabeigeblieben sind die Müllers bis heute - und wollen es, solange es gesundheitlich geht. Am 5. April, zum 30. Jubiläum des Sachsen-Dreiers, werden die beiden in Heiligenborn, zwischen Kriebethal und Waldheim, anzutreffen sein. Trixi und Karli natürlich auch.

M. Engelmann

Manuela Engelmann

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