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Wermsdorf erhält erneut die Anerkennung als geprüfter Erholungsort

Sommerfest Wermsdorf erhält erneut die Anerkennung als geprüfter Erholungsort

Das Sommerfest der Gemeinde Wermsdorf gilt als eine der wichtigsten Veranstaltungen der Kommune. Dabei trifft sich nicht nur alles was in der Gemeinde Rang und Namen hat – dort werden auch Auszeichnungen vorgenommen und wegweisende Worte gesprochen. Diesmal gab es auch die Anerkennungsurkunde als Staatlich anerkannter Erholungsort.

Bürgermeister Matthias Müller freut sich über die Anerkennungsurkunde.

Quelle: Dirk Hunger

Wermsdorf. „Wohl dem, der zwei Schlösser in seiner Gemeinde hat“, sagte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Nachdem er seinen Jahresempfang zuletzt immer im Kultursaal von Hubertusburg veranstaltete, musste er diesmal ausweichen – der Saal ist aktuell baurechtlich gesperrt. Die Gemeinde zog einfach einmal die Straße Richtung Ortsmitte und lud am Donnerstagabend in den Garten des Alten Jagdschlosses ein, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und in die Zukunft zu schauen.

Obwohl der Termin in der letzten Woche der Sommerferien lag, waren viele Gäste der Einladung gefolgt, darunter die Bundes- und Landtagsabgeordneten Marian Wendt, Frank Kupfer (beide CDU) sowie Volkmar Winkler (SPD), Landrat Kai Emanuel, der seine Kollegin aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf Kirsten Fründt mitgebracht hatte, und auch Polizeipräsident Bernd Merbitz, der Chef der Bildungsagentur Ralf Berger oder Superintendent Arnold Liebers trafen sich hier mit anderen Politikern, Unternehmern, Vertretern von Einrichtungen und Institutionen. Bei all dem hatten die Veranstalter auch das nötige Glück: Obwohl mitunter dunkle Wolken aufzogen, blieb es trocken und ein lauer Sommerabend. Und auch in den Gesprächen wurde so manches heiße Eisen angefasst, trotzdem verbrachten die Besucher entspannte Stunden bei angeregtem Austausch.

Albertturm steht weiter auf der Sanierungsliste

In seiner Rede zog Müller Bilanz über ein erfolgreiches Jahr in Wermsdorf: Hochwasserschäden wurden beseitigt, in Schulen, Kindergärten und Feuerwehren investiert. Es gebe aber nie ein „wir sind fertig“, machte der Bürgermeister klar, die nächsten Ziele stehen fest. So soll der Albertturm auf dem Collm weiter saniert werden, das Alte Jagdschloss einen Fahrstuhl erhalten, Bushaltestellen barrierefrei und der Hochwasserschutz ausgebaut werden.

Außerdem sollen mit Hilfe des Investitionskraftstärkungsgesetzes weitere Gelder in die Schulen fließen, obwohl Matthias Müller dies als ein Instrument, das zahllose Beratungen und Maßnahmeplankonferenzen nach sich ziehe, kritisierte. „Es stellt sich die Frage, ob man dieses Geld nicht auch als Investitionspauschale hätte zur Verfügung stellen können“, regte er an und fügte hinzu: „In Berlin und Dresden scheint man der kommunalen Ebene wenig zu vertrauen, anders kann ich mir diese Verwaltungsgigantomanie nicht erklären.“

Auch bezüglich des geplanten Schulneubaus in Wermsdorf legte der Bürgermeister den Finger in die Wunde: Daran werde seit gut acht Jahren intensiv gearbeitet, und in dieser Zeit sei aufgrund gestiegener Anforderungen aus einem 2,6-Millionen-Bau ein vier Millionen Euro teures Projekt geworden. Immer wieder habe man auf Änderungen in der Verfahrensweise eingehen müssen, alles sei aufwendiger geworden. „Wenn nunmehr noch irgendetwas mit der Bewilligung der Mittel nicht klappt, verliere ich mein Vertrauen in die Förderpolitik“, so Matthias Müller. Letztlich würden Lehrer, Kinder und Eltern auf den dringend nötigen Schulbau warten und die ständigen Verzögerungen seien kaum mehr zu vermitteln. Er sei weder ein ständig nörgelnder noch unzufriedener Bürgermeister und wolle auch keine Pauschalkritik äußern, machte er deutlich. Dagegen sei er kompromiss- und gesprächsbereit und wolle das Land weiter voranbringen. Man habe auf vielen Ebenen etwas erreicht, aber: „Es ist auch noch Luft nach oben“.

Erlebnisgastronomie und Chocolaterie

Gut gelungen war den Wermsdorfern zuletzt die neuerliche Prädikatisierung als Staatlich anerkannter Erholungsort. Barbara Meyer, Abteilungsleiterin im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, war extra am Donnerstag zum Empfang gekommen, um dort die Urkunde offiziell zu überreichen. „Wermsdorf erfüllt nach zwölf Jahren immer noch die anspruchsvollen Kriterien für einen Erholungsort“, sagte sie. Das, was in der Gemeinde auf Papier gebracht wurde, halte der Überprüfung stand. Für Gäste gebe es vor Ort ein attraktives Angebot und viel Abwechslung – etwa Erlebnisgastronomie auf Gänsefarm und in Chocolaterie oder einen spannenden Exkurs in die Vergangenheit in den Schlössern oder dem Landschaftsmuseum im Wermsdorfer Wald.

Weil es immer auch einzelne Menschen sind, die dafür sorgen, dass es solche Angebote gibt, gehört es zur Tradition der Empfänge, einige von ihnen stellvertretend auszuzeichnen. In diesem Jahr ehrte der Bürgermeister Frank Weise, Michael Schubert, Thilo Blamberg und Sibylle Melzer. Letztere machte sich vor allem um das Mahliser Weihnachtsmärchen, die Ritterspiele und die Arbeit im Heimatverein verdient. Thilo Blamberg wurde für seine Arbeit im Wermsdorfer Heimat- und Verschönerungsverein, als Vortragsredner und als Gästeführer im Schloss Hubertusburg ausgezeichnet. Der Lampersdorfer Michael Schubert wurde für sein Engagement in der Feuerwehr, bei Veranstaltungen im Dorf sowie in der Gemeinde geehrt. Außerdem gab es ein Dank für seinen beherzten Einsatz im April dieses Jahres, als ein zweijähriges Mädchen beim Spielen in den Dorfteich stürzte und er kurzerhand hinterher sprang, das Kind rettete und es zurück zu seinen Eltern brachte. Applaus gab es auch für Frank Weise, der als Stellvertreter des Luppaer Wehrleiters nicht nur zeitweilig dessen Aufgaben übernahm, sondern sich auch engagiert um den Neubau des Gerätehauses kümmerte.

„Ich bin dankbar dafür, dass wir so viele Menschen in der Gemeinde haben, die sich uneigennützig für andere einsetzen“, sagte Matthias Müller. Es sei jedes Mal schwer eine Auswahl zu treffen, und jeder der Geehrten, die in Abstimmung mit dem Ortschaftsrat festgelegt werden, habe Dank und Anerkennung verdient.

Von Jana Brechlin

Wermsdorf 51.2803708 12.940642
Wermsdorf
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