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Oschatz Wermsdorfer Archiv: Alte Schriften werden zur Sicherheit analog fotografiert
Region Oschatz Wermsdorfer Archiv: Alte Schriften werden zur Sicherheit analog fotografiert
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00:34 14.06.2015
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Wermsdorf

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Von Jana Brechlin

Jetzt kamen erneut Vertreter der Archive zu einer Fortbildung nach Wermsdorf.

Dieses Mal ging es um die Schutz- und Sicherungsverfilmung. Die werde genutzt, um Archivmaterial zu schonen, so der Leiter des Archivzentrums Thomas-Sergej Huck. Wenn man Schutz- oder Sicherungsfilme anfertige, könnten diese Aufnahmen dann in den Lesesälen vorgelegt werden - die wertvollen Originale bleiben dann sorgsam verwahrt. Zur Fachtagung in Wermsdorf berieten die Teilnehmer auch, wie mit Dokumenten unter den Aufnahmekameras zu verfahren ist. "Einerseits sollen möglichst keine Informationen durch Verdeckung verloren gehen und andererseits soll das fragile Archivgut auch nicht verbogen werden, damit es durch die Verfilmung keinen Schaden nimmt", beschreibt Huck.

Im Mittelpunkt der Diskussionen habe außerdem die Digitaltechnik gestanden. Auch wenn diese Geräte immer weiter entwickelt werden, erteilten die Archivprofis der digitalen Fotografie schließlich eine Absage. "Zurzeit ist auf dem Markt nicht ein einziges digitales System vorhanden, das an die Qualität der analogen Verfilmung auch nur heranreicht", macht der Referatsleiter deutlich und verweist auf die Wahl der Mittel vor Ort. "Im Archivzentrum finden sie nicht ohne Grund ausschließlich konventionelle und damit analoge Fototechnik, angefangen bei den Aufnahmekameras bis hin zu den Entwicklungsmaschinen in den Fotolaboren." Nicht nur auf Hubertusburg, sondern auch in den Verfilmungsstellen der Länder und des Bundes werde man bis auf Weiteres am Einsatz dieser Geräte festhalten, so das Ergebnis der Beratung in Wermsdorf.

Abgesehen von Fachtagungen wie der jüngsten ist der Wermsdorfer Standort auch gefragt, wenn es um ganz praktische Hilfe geht. So schloss die Stadt Köln mit dem Archivzentrum Hubertusburg eine Kooperationsvereinbarung ab, um Teile ihres Archivgutes in Sachsen zu retten. Das Kölner Archiv war im Frühjahr 2009 eingestürzt und hatte den Großteil des aufbewahrten Materials verschüttet. Weil die wertvollen Dokumente dabei Wasser, Schlamm und Baustaub ausgesetzt waren und zudem die Zeit drängte, um einen weiteren Verfall abzuwenden, wurden Archivwerkstätten im gesamten Bundesgebiet um Hilfe gebeten. Fortan kamen regelmäßig Kisten in das 2009 eröffnete Archivzentrum Hubertusburg. Mit Methoden wie der Gefriertrocknung und einer Waschstraße für Dokumente können die Wermsdorfer helfen, historisches Material für die Nachwelt zu erhalten.

Brechlin, Jana

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